Der große Vital-Herz-Coach Der beste Schutz fürs Herz mit 30

Mit diesem neu entwickelten Schutzprogramm können Frauen, egal ob sie 30 oder 60 Jahre alt sind, die Gefahr einer Herzerkrankung um bis zu 90 Prozent senken.

Herzerkrankungen

Mehr Power für den Herzmuskel. Sport schützt Frauenherzen in jedem Alter, besonders effektiv aber in dieser Lebensdekade. Zum einen sind Koordination und Beweglichkeit mit 30 noch ausgeprägt genug, um fast jedes Workout zu erlernen, ob Zumba-Dance, Beachvolleyball oder Inlineskaten. Zum anderen zählt Sport in jüngeren Jahren Langzeitzinsen auf das Kardiokonto ein. Das zeigt eine 2010 veröffentlichte 20-Jahre-Studie der Feinberg School of Medicine der Northwestern University Chicago: Wer sich in jüngeren Jahren pro Woche 150 Minuten lang bewegt, dem fällt es nachweislich auch im Alter von 50 Jahren noch leichter, Übergewicht zu vermeiden, das Herz und Kreislauf sonst enorm beschwert. Weitere Vorteile für die Gesundheit: „Der Ruhepuls geht zurück, der Blutdruck sinkt, die Cholesterinwerte verbessern sich. Auch der Zuckerstoffwechsel wird günstig beeinflusst“, zählt Prof. Klara Brixius auf, die am Institut für Herz-Kreislauf-Forschung der Sporthochschule Köln arbeitet.

„Wer sich fünfmal die Woche mindestens eine halbe Stunde lang sportlich verausgabt, senkt das Risiko für einen Infarkt um 40 Prozent.“ Die Art der Fitness sei eher zweitrangig. „Die beste Sportart fürs Herz ist diejenige, die einem am meisten Spaß macht“, so Humanbiologin Brixius. Höchste Zeit für die letzte Zigarette wird es jetzt auch. Denn Tabak rauch tritt eine Kaskade an freien Radikalen los, die die zarten Innenwände der Blutgefäße schädigen und Plaque-Ablagerungen fördern. Besonders gefährdet sind Frauen über 35, die mit der Antibabypille verhüten. „Die Kombination aus Rauchen und Pille ist tückisch. Erleiden Frauen mit Ende 30 oder Anfang 40 einen Herzinfarkt, steckt fast immer dieses Duo dahinter“, warnt der Hamburger Kardiologe Prof. Thomas Meinertz. Dass Nikotin Frauen dreimal so stark schadet wie Männern, hängt auch damit zusammen, dass es den Abbau von Östrogen beschleunigt, also die hormonelle Schutztruppe für die Gefäße schwächt.

Studien zeigen, dass der Ausstieg mit der Schlusspunktmethode am häufigsten klappt – aber nur selten beim ersten Versuch. Vier Anläufe sind die Regel. Laut einer Untersuchung der Freien Universität Berlin steigen die Erfolgschancen, wenn sich Aufhörwillige mental auf Situationen vorbereiten, in denen sie rückfällig werden könnten, etwa nach Stress im Büro oder zum gemütlichen Glas Wein am Feierabend. Wer sich für diese Situationen eine Ausweichstrategie zurechtlegt, vermeidet den automatischen Griff zur Zigarette.

Unterstützung bieten auch Nikotinpflaster oder -kaugummis, verhaltenstherapeutische Seminare und Entspannungsübungen. Als Belohnung für die Mühe dürfen Ex-Raucherinnen noch reichlich Kerzen auf dem Geburtstagskuchen erwarten. Prof. Meinertz: „Wer mit 30 aufhört, genießt im Vergleich zu einem lebenslangen Raucher zehn zusätzliche Lebensjahre.“

Den Gesundheits-TÜV machen. Ein hoher Blutdruck und hohe Cholesterinwerte sind keine reinen Alterskrankheiten. Sie können sich unbemerkt schon in jüngeren Jahren einstellen. Deshalb bieten Hausärzte und Internisten ab Mitte 30 eine zweijährliche Untersuchung auf Herz und Nieren an („Check-up 35“), für die keine Praxisgebühr anfällt. Meinertz: „Zu dieser Untersuchung gehört unter anderem, dass der Arzt Herz und Lunge abhört, den Blutdruck misst sowie den Blutzucker- und Cholesterinwert ermittelt.“ Liegt der Gesamtcholesterinwert zu hoch, wird er den Wert für das „böse“ LDL- und „gute“ HDL-Cholesterin extra bestimmen. Gefährlich für Frauenherzen ist es auch, wenn im Blut zu viel Zucker schwimmt. „Diabetikerinnen besitzen ein siebenfach erhöhtes Risiko für eine akute koronare Herzkrankheit“, sagt Prof. Meinertz.

 

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