Konservierungsmittel Risiko für Übergewicht steigt durch Parabene in Kosmetika

Parabene stehen schon lange im Verdacht, sich negativ auf die Gesundheit auszuwirken. Eine Studie konnte sogar bestätigen, dass das Konservierungsmittel in Kosmetika das Risiko für Übergewicht bei Neugeborenen erhöht. 

Frau_Schwanger_Kosmetik

Viele Kosmetikprodukte, darunter Cremes, Shampoo oder Deo, enthalten Parabene, die als Konservierungsmittel eingesetzt werden. Sie verhindern das Bakterienwachstum in den Produkten, wodurch diese länger haltbar werden. Bereits 2004 geriet der Stoff in die Kritik, da Parabene in Gewebeproben von Brusttumoren nachgewiesen wurden, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtete. Auch wurde festgestellt, dass Parabene das weibliche Hormon Östrogen in seiner Aktivität beeinflussen, was zu unkontrolliertem Brustwachstum führen kann. 

In einer neueren Untersuchung fanden Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der Universität Leipzig, sowie der Charité und dem Berlin Institute of Health (BIH) heraus, dass sich Parabene negativ auf den Nachwuchs auswirken können, wenn Schwangere diese Substanzen verwenden.

Risiko für Übergewicht ist erhöht

Durch mehrere Untersuchungen stellten die Wissenschaftler fest, dass Parabene Einfluss auf die Hungerregulation nehmen. Bei der einen Gruppe Mäuse wurde deren Haut Parabenen ausgesetzt, die Kontrollgruppe blieb ohne Parabene. Die Forscher untersuchten den Hypothalamus und stellten fest, dass das Gen Proopiomelanocortin (POMC), welches für die Steuerung des Hungergefühls verantwortlich ist, herunterreguliert ist. Dadurch fraßen die Mäuse aus der Versuchsgruppe deutlich mehr als die in der Kontrollgruppe. Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass bei Ungeborenen dieses Gen durch die Nutzung von Parabenen während der Schwangerschaft verändert wird. 

Parabene in Kosmetik erkennen

Um Parabene in Kosmetikprodukten zu erkennen, achten Sie auf die Inhaltsstoffe. Parabene sind häufig an diesen Kennzeichnungen zu erkennen:

  • Methylparaben
  • Propylparaben
  • Butylparaben
Besonders während der Schwangerschaft sollten Frauen auf parabenfreie Kosmetik zurückgreifen. Sind die Produkte nicht als parabenfrei deklariert, kann z. B. die App "CodeCheck" helfen, indem der Barcode gescannt wird. 

Datum: 24.04.2020

Autor: Christina Liersch