Patientenwille Patientenverfügung: Warum sie für jeden so wichtig ist

Auch wenn niemand vom Schlimmsten ausgehen möchte, kann jedem von uns täglich etwas zustoßen. Unfälle oder Krankheiten können dafür sorgen, dass man nicht mehr eigenständig über medizinische Maßnahmen entscheiden kann. Um dem vorzusorgen, gibt es die Patientenverfügung. Wir erklären, was es damit auf sich hat und warum sie für jeden von uns so wichtig ist!

Patientenverfügung

Kommt es im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls zu einer drastischen Verschlimmerung der Lebenslage, sodass Sie nicht mehr selbstständig über weitere medizinische Maßnahmen entscheiden können, müssen Angehörige über die Lebens- und Behandlungssituation bestimmen. Um Angehörigen diese Last abzunehmen, empfiehlt es sich, eine Patientenverfügung zu erstellen, um ihnen diese Entscheidung abzunehmen.

 

Patientenverfügung – das beinhaltet sie

Das Gesetz definiert die Patientenverfügung als schriftliche Festlegung einer volljährigen Person, ob sie in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen ihres Gesundheitszustands, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt (§ 190 1a Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches - BGB). In einer Patientenverfügung können ebenso auch Bitten, bloße Richtlinien, persönliche Wertvorstellungen, Einstellungen zum eigenen Leben und Sterben und religiöse Anschauungen für Vertreter und Vertreterinnen, Ärzte und Ärztinnen und das Behandlungsteam ergänzt werden. Auf diese Weise wird Ihr Selbstbestimmungsrecht bewahrt, wenn Sie zu einem Zeitpunkt der Behandlung nicht mehr ansprechbar und einwilligungsfähig sind. 
 

Patientenverfügung erstellen – darauf sollten Sie achten

Lassen Sie sich von einer Ärztin oder einem Arzt beraten, bevor Sie sich ans Schreiben einer Patientenverfügung machen. Treffen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin Festlegungen auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation.
Grundsätzlich sollte eine Patientenverfügung schriftlich ausformuliert und mit der Namensunterschrift eigenhändig oder durch einen Notar/eine Notarin beglaubigtes Handzeichen unterzeichnet werden. Die Patientenverfügung gilt jedoch nicht für immer, sondern kann jederzeit formlos widerrufen werden. Da Förderungen und Maßnahmen in einer Patientenverfügung konkret ausformuliert werden sollten, hat das Bundesministerium für Gesundheit Textbausteine zusammengestellt, welche das Schreiben erleichtern. 
 

Empfohlener Aufbau einer Patientenverfügung

  • Eingangsformel
  • Situationen, für die die Patientenverfügung gelten soll
  • Festlegung zu ärztlichen/pflegerischen Maßnahmen
  • Wünsche zu Ort und Begleitung
  • Aussagen zur Verbindlichkeit
  • Hinweise auf weitere Vorsorgeverfügungen
  • Hinweis auf beigefügte Erläuterungen zur Patientenverfügung
  • Organspende
  • Schlussformel
  • Schlussbemerkungen
  • Datum und Unterschrift
  • Aktualisierungen, Datum und Unterschrift
  • ggf. Anhang: Wertvorstellungen

 

Patientenverfügung aufbewahren

Bewahren Sie die Patientenverfügung so auf, dass Ärzte, Ärztinnen, Betreuer, Betreuerinnen oder Bevollmächtigte möglichst schnell und unkompliziert Kenntnis von der Existenz und vom Aufbewahrungsort erlangen können. Bei der Aufnahme im Krankenhaus sollten Sie direkt auf Ihre Patientenverfügung hinweisen. Haben Sie eine Vertrauensperson bevollmächtigt, sollte diese informiert werden. 
 
Noch mehr Informationen gibt es in der Broschüre Patientenverfügung des Bundesministeriums für Gesundheit.
 
Datum: 30.09.2020
Autorin: Christina Liersch