Gesund wohnen Wohngift

Prima Klima wäre so schön. Doch in unseren vier Wänden herrscht oft dicke Luft, weil Baustoffe, Farben, Lacke, Möbel oder Teppichböden Schadstoffe ausdünsten. VITAL nennt Alternativen für Wohnräume.

Wohung streichen

Insektizide

Stoffe wie die Pyrethroide wirken als Kontaktgifte. Sie haften sehr gut an Oberflächen und gehen mit der Zeit in den Hausstaub über.
Da stecken sie drin: Herkömmliche Wollteppiche werden zum Schutz
gegen Mottenfraß routinemäßig mit Insektiziden behandelt. Auch Mottenstreifen für den Kleiderschrank oder Elektro- Verdampfer gegen Mücken können die Giftstoffe enthalten.
Risiken: Ist die Haut verletzt oder durch Allergien geschwächt, kann es zu Kribbeln, Juckreiz, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit kommen.
Alternativen: Fest verlegte Teppiche aus echter Wolle regelmäßig mit Niem- Spray (gewonnen aus dem indischen Niem-Baum) behandeln. Das schützt vor Teppichkäfern und anderen Schädlingen. Lose Teppiche häufig dem Tageslicht aussetzen – das mögen Motten & Co. nicht.

 

Isocyanate

Diese reaktionsfreudigen Stoffe dienen als Bausteine für Polyurethan-Kunststoffe.
Da stecken sie drin: In Spanplatten, Klebstoffen, hochwertigen Lacken und Montageschäumen.
Risiken: Sie reizen die Haut sehr stark, können in hoher Konzentration sogar
die Zellmembranen verändern. Bei familiär vorbelasteten Personen z. B. lösen sie auch Allergien aus und sogar Asthma.
Alternativen: Beim Lackieren Mittel ohne Isocyanate verwenden, als Klebstoff Weißleim, zum Dämmen Hanf und Jute.

 

Terpene

stammen aus Zitronenschalen oder Nadelholzharzen. Sie fungieren
als Lösungsmittel für ölhaltige Bindemittel und viele Farben.
Da stecken sie drin: In Weichholzmöbeln aus Nadelhölzern. Als Terpentinöl werden sie häufig in Lacken und Ölen auf biologischer Basis verarbeitet.
Risiken: Terpene haben ein hohes Allergie-Potenzial, führen beim Einatmen zu Kopfschmerzen. Einige ihrer Bestandteile gelten als krebsfördernd.
Alternativen: Auf Kiefer- und Fichtenmöbel verzichten und auf Laubhölzer umsteigen. Zum Behandeln von Oberflächen terpenfreie Mittel bevorzugen.
 

Weichmacher

Die Phthalate machen spröde Kunststoffe geschmeidig. Der wichtigste Vertreter: DHEA.
Da stecken sie drin: Buntstifte, Kinderspielzeug, Tapeten und Teppiche und PVC-Bodenbeläge.
Risiken: Sie stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt (Fruchtbarkeit!) negativ zu beeinflussen. Gefährlich für Föten.
Alternative: In Europa hergestelltes Spielzeug kaufen, es darf nur eine Phthalat- Konzentration von 0,1 Prozent aufweisen.