Überdehnung des Muskels Muskelzerrung – was tun?

Muskelzerrungen gehören zu den wohl typischsten Sportverletzungen. Doch auch im Alltag kann man sich die fiese Verletzung leicht zuziehen. Aber was genau ist eine Zerrung eigentlich und was kann man dagegen tun? Wir klären auf!

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Egal ob Sie eine falsche Bewegung beim Sport machen oder ob Sie auf dem nassen Rasen ausrutschen – eine Zerrung kann man sich ziemlich leicht zuziehen. Dann heißt es: schnell handeln! Wir verraten Ihnen, wie Zerrungen überhaupt entstehen und wie Sie sie behandeln können.

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So entsteht eine Muskelzerrung

Eine Zerrung ist die leichteste Verletzung eines Muskels und wird deutlich von Muskelfaserriss und Muskelriss abgegrenzt. Bei einer Zerrung werden die kleinsten funktionellen Einheiten des Muskels, die Sarkomere, geschädigt – und zwar dadurch, dass sie über das normale Maß hinaus gedehnt werden. Die Folge: Es kommt zu Schmerzen. Anders als bei einem Muskelfaserriss entstehen jedoch keine Hämatome durch die Zerrung.

Meist kommt es aufgrund einer unzureichenden Aufwärmphase beim Sport zu Zerrungen. Aber auch eine Überlastung der ohnehin schon ermüdeten Muskulatur, mangelnde Fitness und falsches Schuhwerk können die Muskelverletzung begünstigen. Besonders gerne treten Zerrungen im Oberschenkel und in der Wade auf.

Muskelzerrung – was tun?

Kommt es zu einer Muskelzerrung, sollte man als Erste-Hilfe-Maßnahme die sogenannte PECH-Regel kennen, die für jede Muskelverletzung gilt. Die PECH-Regel setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

P – Pause
Bei einer Zerrung sollten Sie die Aktivität sofort abbrechen und den Muskel schonen. Eine Ruhigstellung wird dringen empfohlen.

E – Eis
Die betroffene Stelle sollte nun für mindestens 20 Minuten gekühlt werden. Wichtig: Das Eis nicht direkt auf die Haut aufgelegen, um zusätzliche Erfrierungen zu vermeiden. Lieber ein Tuch um die Eispackung wickeln oder einen kalten Umschlag verwenden.

C – Compression
Nun sollten Sie einen elastischen Druckverband anlegen. Dieser hilft, eine Schwellung zu verhindern, und sorgt außerdem für Stabilität. Den Verband aber bitte nicht zu fest anlegen – so könnte die Blutzufuhr unterbrochen werden.

H – Hochlagern
Nun sollten Sie das verletzte Körperteil hochlegen. So wir die Blutzufuhr verringert und Schmerzen lassen eher nach.

Wichtig: Die PECH-Regel dient der Ersten Hilfe und ist unmittelbar nach dem Geschehen anzuwenden.

Die richtige Therapie bei einer Muskelzerrung

Um die Zerrung weiter zu behandeln, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und auf eine schmerzlindernde sowie abschwellende Therapien setzen. Oftmals kommen hier Physiotherapie, Massagen oder entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz.

Zudem ist es wichtig, dass Sie ihren Muskel besonders schonen. Bei einer Muskelzerrung reichen meist vier bis sechs Tage, bis Sie den Muskel wieder leicht belasten können. Bis zur vollen Belastbarkeit kann es aber auch mal bis zu zwei Wochen oder sogar länger dauern.

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Muskelzerrungen vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu einer Muskelzerrung kommt, können Sie einige, vorbeugende Maßnahmen treffen. Vermeiden Sie so zum Beispiel einen Kaltstart beim Sport und wärmen Sie sich stets gut auf. Auch Ihre Sportschuhe, Ihre Körperstatik und Ihre eigenen Bewegungsabläufe sollten hin und wieder kontrolliert werden. Zu große muskuläre Belastungen, die eine Entstehung von Muskelverletzungen begünstigen, sollten Sie komplett meiden.

Datum: 14.05.2020
Autor: Lara Rygielski

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