Kopfschmerzen Nonstop-Massage

Der Trend bei Rückenschmerzen, Migräne oder Muskelverspannungen: Medi-Tapes. Die elastischen Klebebänder wirken allein durch sanften Druck.

nackter Rücken

Nonstop-Massage

Entwickelt hat das Medi-Taping der japanische Mediziner und Chiropraktiker Kenzo Kase bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In Deutschland setzt sich die Methode aber erst seit etwa vier bis fünf Jahren durch – auch unter Bezeichnungen wie „Kinesio-Taping“ oder „Aku-Taping“. Zahlreiche Mediziner und Physiotherapeuten arbeiten schon mit den elastischen Bändern. Die 5 Zentimeter breiten Tapes sehen aus wie Krepp-  bänder, die beim Renovieren und Malen zum Abkleben eingesetzt werden.

Ihre beschichtete Rückseite besteht zu 100 Prozent aus Acryl. Die Tapes sind ähnlich dehnbar wie unsere Haut und werden in der Regel tatsächlich über mehrere Wochen als „zweite Haut“ getragen. Die Theorie dahinter: Bei einer Massage bewegt der Physiotherapeut Haut und Unterhautfettgewebe. Beim Kinesio-Taping dagegen wird die Haut ein ganzes Stück weit fixiert. Nur die Knochen, Muskeln und Sehnen können sich unter ihrem jetzt starren Gefüge normal und ungehindert bewegen. Mit jeder Bewegung werden Haut und Gewebe unter dem Tape lediglich angehoben. Lymphe und Blut fließen besser, verkrampfte Muskeln werden stärker durchblutet, Schmerzhormone beschleunigt abgebaut.

Ist durch das Medi-Taping z. B. die Nackenund Halsmuskulatur entkrampft, kommt es seltener zu Spannungskopfschmerzen oder Migräneattacken durch Muskelblockaden. Die schnelle Schmerzbefreiung durch die Tapes verhindert zudem, dass es z. B. nach einem Hexenschuss zu einer dauerhaften Schonhaltung kommt, die den Heilungsprozess verzögert. Aber: „Um die Wirkung des Medi-Tapings vollständig zu verstehen und zu belegen, sind unbedingt noch weitere Untersuchungen notwendig“, sagt Dr. Willem Evermann. Niemals in Eigenregie! Weil die Tapes mit etwa 10 Euro pro 4,50- Meter-Rolle (Kassen zahlen nicht) vergleichsweise günstig sind, neigen immer mehr Menschen dazu, sich in Eigenregie zu behandeln. Ohne exakte Anatomiekenntnisse besser nicht, warnen Experten. Ärzte und Physiotherapeuten nehmen ab 10 Euro pro Streifen. Der Zug der Bänder darf nicht zu stark und nicht zu schwach sein. Und sich selbst den Nacken zu pflastern, dürfte selbst Schlangenmenschen schwerfallen.  

Autor: Dorothea Palte