Therapie mit UV-Strahlen Ultraviolett schützt vor Osteoporose

Ob Heuschnupfen, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen: Es werde Licht! Die moderne Medizin entdeckt die Heilwirkung der Lichttherapie bei immer mehr Gesundheitsproblemen. Die ist nicht teuer und gut verträglich.

Wald

Bei Hautproblemen sonnen, baden und cremen

Ein Klassiker ist die Lichttherapie bei der Behandlung der Haut. Abgegeben werden UVA- und UVB-Strahlen, z.B. von Lichtkabinen, -röhren oder -kämmen. Bei der synchronen Balneo-Phototherapie liegt der Patient während der Bestrahlung in einem Salzbad, damit das UV-Licht tiefer in die Haut eindringt. „Eine Sonderform ist die Photochemotherapie mit UVA-Strahlen“, sagt der Schweizer Dermatologe Dr. Martin Pletscher aus Binningen. „Da diese Strahlen wenig Energie aufweisen, wird die Haut vorher mit Medikamenten lichtempfindlich gemacht. Das verstärkt die therapeutische Wirkung von UVA.“ Vor allem Schuppenflechte, Neurodermitis und Ekzeme lassen sich mit Licht erfolgreich behandeln. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle ärztlichen Behandlungen.

Ultraviolett schützt vor Osteoporose

Mehr als die Hälfte der Menschen mit Osteoporose leiden an Vitamin- D-Mangel. Das Hormon bewirkt, dass Kalzium aus der Nahrung in die Knochen eingelagert wird. Die UVB-Strahlung des Sonnenlichts fördert die Vitamin-D-Aufnahme und die Produktion des körpereigenen Hormons. Ein 30-minütiges Sonnenbad pro Tag genügt, um die Knochen zu stärken. Zwischen Oktober und März reicht die UVB-Strahlung der Sonne aber nicht aus, und wir gehen zu selten an die frische Luft. Alternative: drei Kunstbestrahlungen in der Woche à 20 Minuten auf Gesicht, Hände und Unterarme für ca. 70 bis 100 Euro.

PMS: Lichtblick für die Hormone

Therapielampen mit hoher Lichtintensität von 10 000 Lux bessern bei 80 Prozent der Frauen prämenstruelle Beschwerden wie Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, schmerzhafte Brüste und Blähbauch. Die intensiven Lichtimpulse fördern im Gehirn die Ausschüttung von Botenstoffen, über die Hirnanhangsdrüse wird in den Eierstöcken die Produktion von Östrogenen und Gestagenen harmonisiert. Lassen Sie sich in der zweiten Hälfte des Monatszyklus täglich am frühen Abend 30 Minuten bestrahlen. Eine Lampe kostet ca. 70 bis 100 Euro. Die Kassen zahlen nicht.

Spot an – weg sind die Schlafprobleme

Besonders bei Störungen des Schlaf- Wach-Rhythmus können Lichttherapiegeräte die innere Uhr auf Normalzeit stellen. Dazu ahmen sie mit 2500 bis 10 000 Lux das Spektrum der Sonne nach. Ein Morgenmuffel, der erst um zwei Uhr nachts einschläft, braucht seine halbstündige Lichttherapie gleich morgens nach dem Aufwachen. Dann zieht er die Sitzung alle drei Tage um 15 Minuten vor. Der Frühaufsteher, der um 23 Uhr ins Bett geht, muss ca. gegen 17 Uhr unter die Lampe. Dann bildet die Zirbeldrüse im Gehirn fleißig den Müdemacher Melatonin. Preis pro Lampe ca. 70 bis 150 Euro.