Multitalent der Radiologie Kernspinresonanz-Therapie

Schmerzlose Heilung bei Hexenschuss oder Gelenkproblemen verspricht die neu entwickelte KernspinresonanzTherapie. Auch Knochenbrüche heilen besser.

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Zeitung lesen, Sudokus lösen oder Musik hören – und ganz nebenbei Beschwerden im Rücken oder den Gelenken loswerden: Die neuartige KernspinresonanzTherapie macht’s möglich. Bereits mehr als 350 Fachärzte setzen in ganz Europa auf die junge schmerzlose Behandlungsmethode. Prof. Wilfried Dimpfel, Universität Gießen: „Für Arthrose konnte eine therapeutische Wirksamkeit bereits nachgewiesen werden. Für die Indikation Osteoporose ist sie wahrscheinlich.“ Eine deutliche Besserung erfuhren auch alle 62 Hexenschuss- Patienten einer jüngsten Doppelblindstudie des Ludwig-Boltzmann-Instituts in Saalfelden, Österreich.

WIE WIRKT DIE KERNSPINRESONANZ-THERAPIE?

Die KernspinresonanzTherapie ist eine Behandlungsmethode, bei der die aus der Diagnostik bekannte Magnetresonanztomographie auf therapeutische Art und Weise eingesetzt wird. Das Verfahren will die Regeneration von defektem Knorpel- und Knochengewebe ermöglichen. Die Patienten werden dazu in neun bis zwölf Sitzungen etwa eine Stunde lang starken Magnetfeldern ausgesetzt. Diese erzeugt ein hochkomplexes Spulensystem – etwa 10 000-mal schwächer als bei einer MRT-Untersuchung, und ohne das Spritzen von Kontrastmittel. Wie genau diese Felder der Kernspintomographie wirken, ist wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt. Der österreichische Orthopäde Dr. Wolfgang Klapsch aus Spittal an der Drau vermutet: „Die verwendeten Behandlungs-Sequenzen scheinen mit körpereigenen Schwingungen derart übereinzustimmen, dass eine Wachstumsstimulation in Knorpel- und Knochengewebe stattfindet.“ Blockaden von körpereigenen Signalen, die für ein gesundes Zellwachstum sorgen sollen, werden wieder gelöst.

WO WIRD DIE BEHANDLUNG EINGESETZT?

Vor allem bei Problemen an der Wirbelsäule, wenn Bandscheiben und Wirbelkörper verschlissen sind. Aber auch bei einem Knorpelverschleiß in der Hüfte, entzündlichen Erkrankungen in den Kniegelenken oder den kleinen Gelenken von Fingern und Füßen. Darüber hinaus bei einer Reizung der Achillessehne, Beeinträchtigungen der inneren und äußeren Meniskusknorpel im Kniegelenk oder Arthrosen im Sprunggelenk und den Mittelfußknochen. Und das Multitalent der Radiologie hilft auch, wenn die Knochen nach einem Bruch nur schwer und zögerlich heilen.