Schwitzen Ist Schwitzen gesund?

Keiner will es, jeder tut es – mal weniger, mal mehr. 10 Fragen und Antworten rund um eine lästige, aber sinnvolle Laune der Natur.

Frau schwitzt

Schwitzen schützt den Körper vor Überhitzung. Darüber hinaus hat es keine überlebenswichtige Funktion. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Es gibt Krankheiten wie Anhidrosis, bei denen der Mensch nicht schwitzt. Sofern die Betroffenen darauf achten, nicht zu überhitzen, haben sie keine gesundheitlichen Probleme.“ Nur ein kleiner Teil der Gifte, die sich in der heutigen Zeit zwangsläufig im Körper ablagern, wird über den Schweiß ausgeschieden.
Den größten Teil dieser Arbeit erledigen Niere und Verdau- ungstrakt. Schwitzen in der Sauna ist aber trotzdem gesund, denn durch den Heiß-kalt- Wechsel wird das vegetative Nervensystem trainiert. Und das steuert alle lebenswichti- gen Körperfunktionen.

Schwitzen Frauen anders als Männer?
Ja, Männer schwitzen mehr und schneller als Frauen. Die Erklärung dafür liegt in ihrem höheren Energieverbrauch und schnelleren Stoffwechsel. Deshalb haben Männer auch mehr Kraft als Frauen – rein körperlich gesehen, versteht sich.

Schwitzen trainierte Menschen schneller als Untrainierte?
Ja, tatsächlich lässt sich auch das Schwitzen trainieren. Denn wer viel schwitzt, verbessert auch seine sportliche Leistung. Durch die effektivere Kühlung kann der Körper noch mehr leisten. So steigert sich bei einem guten Trainingsplan beides: Ausdauer und Muskelkraft auf der einen Seite, das Kühlungssystem auf der anderen.

Welche Deos sind sinnvoll?
Schweiß selbst ist geruchsneutral. Der typische Achselgeruch entsteht erst, wenn die Bakterien auf der Haut den Schweiß zersetzen. Dagegen hilft Rasieren, denn zwischen den Haaren sammeln sich besonders viele Bakterien. Deodorants desinfizieren durch Alkohol und übertönen den Schweißgeruch durch Parfümstoffe (zum Beispiel von Weleda, CD, Sebamed). Antitranspirants hingegen verhindern das Schwitzen durch Aluminiumchlorid. Je länger sie wirken (es gibt inzwischen 48- und 72-Stunden-Mittel), desto mehr des Wirkstoffs enthalten sie. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Wichtig ist, dass Antitranspirants min destens zwölf Stunden vor dem erwarteten Schwitzen aufgetragen werden, nur so können sie in die Drüsen eindringen, diese verengen und so ihre volle Wirkung entfalten. Sind sie einmal eingedrungen, waschen sie sich auch durch Duschen nicht wieder ab.“ Antitranspirants gibt es z.B. von Vichy und Biotherm.

Warum schwitzen wir beim Sport?
Nur ein Drittel der Energie, die wir durch Muskelarbeit gewinnen, wird in Bewegung umgesetzt, der Rest wird zu Wärme. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Schweiß hat die Funktion, den Körper zu kühlen und ihn somit vor Überhitzung zu schützen.“ Das Schwitzen dient also dazu, die Wärme nach der Anstrengung schnell wieder zu entziehen – wie praktisch.

Ist Angstschweiß anders?
Ja, im Gegensatz zum normalen Alltags- und Sportschweiß sind dem Angstschweiß Hormone beigemischt. Besonders sensible Menschen und Hunde können diesen Geruch wahrnehmen.