Körper Was uns der Körper verrät

Wir leben Tag für Tag mit ihm und kennen ihn doch so wenig. Ein britischer Professor hat jetzt ein paar verblüffende Geheimnisse unseres Körpers gelüftet.

Frau mit Afro

Warum können wir mit der Haut „sehen“

Stellen Sie sich vor, in Griffnähe steht ein heißes Bügeleisen. Ihre Sinnesorgane können Ihnen nicht vorhersagen, dass Sie sich, wenn Sie danach greifen, womöglich verbrennen. Denn weder Augen noch Ohren können die vom Bügeleisen ausgehende Hitze wahrnehmen. Aber Ihre Hände. Klar, sagen Sie, die haben ja auch einen Tastsinn mit Temperatursensoren. Stimmt. Aber die nehmen erst bei unmittelbarem Wärmekontakt mit der Haut Signale auf. Das heiße Bügeleisen schon aus der Entfernung erspüren – das klappt nur mit anderen, speziellen Hautsensoren. Die können tatsächlich Wärmestrahlung von unsichtbarer Wellenlänge im Infrarotbereich „sehen“.

Warum weinen wir, wenn wir traurig sind

Kinder und Erwachsene weinen, um beachtet zu werden. Ein weinender Mensch erregt Mitgefühl, und wir kümmern uns um ihn. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass emotionale Tränen (die Tränenflüssigkeit nimmt um das 400-Fache zu) eine Art körpereigenes Beruhigungs- und Entspannungsmittel enthalten, das über die Gesichtshaut und die Augen selbst in den Körper geschleust wird. Außerdem scheiden „Heulsusen“ mit ihren Tränen Hormone wie Prolaktin und Adrenocorticotropin aus, die der Körper unter anderem bei Stress ausschüttet.

Warum kann sich unsere Nase erinnern

Mit jedem unserer täglichen 20 000 Atemzüge nimmt die Nase Duftmoleküle auf, die von der Riechschleimhaut analysiert werden. Sogar im Schlaf. Die „duften“ Informationen werden von ihren Riechzellen über die Nerven ins Gehirn geleitet. Kein Wunder, dass unsere Nase ein Gedächtnis wie ein Elefant hat, denn sie besitzt eine direkte Standleitung zum limbischen System und dem Hippocampus. In diesen Gehirnarealen sitzen unsere Emotionen und Stimmungen, aber auch das Gedächtnis, unsere Erinnerungen. Dort wird jeder Geruch, den wir in unserem Leben „erschnüffeln“, archiviert – zusammen mit den Gefühlen, die er bei uns ausgelöst hat.

Autor: Susanne Schütte