Schönheit um jeden Preis Botox mit 25

Im Namen der Schönheit werden Nabel normiert, Hände geliftet, Pos auf knackig getrimmt. Einige Beauty-OPs sind fragwürdig – mit geringem Nutzen und hohem Risiko.

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Völlig unnatürlich: BOTOX MIT 25

Pralle Schlauchboot-Lippen zum Abitur, Anti-Falten-Botox zu Weihnachten: Die „New Generation“ kennt keine Berührungsängste mit der künstlichen Schönheit. Besonders beliebt sind Injektionen mit dem starken natürlichen Nervengift Botulinumtoxin. Besser bekannt unter dem Kürzel „Botox“. Aber Verjüngungs-Spritzen – wohin eigentlich? Normalerweise in „Zornes-“ oder Nasolabialfalten. Doch bei einer 25-Jährigen noch keine Spur davon. Warum also lassen sich in Deutschland pro Jahr mehr als 100 000 junge Frauen nicht vorhandene Falten wegspritzen? Zur Vorbeugung. Sicher ist sicher. Damit Fältchen und erst recht Falten keine Chance haben. „Prinzipiell sollte eine Botox-Behandlung beschwerdeorientiert und bei Vorliegen eines bestimmten Leidensdruck erzeugenden Befundes appliziert werden“, betont Dr. Christoph Reis, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, von der Privatklinik Dr. Etscheit in Düsseldorf. „Das erfolgt im Regelfall aber erst jenseits des 30. Lebensjahres.“ In zu jungen Jahren kann Botox schnell zu einem künstlich-maskenhaften, überkorrigierten Ergebnis führen. Dr. Reis: „Gerade bei jungen Frauen ist Natürlichkeit oberstes Gebot.“ 

Große Einschnitte bei der GESÄSSSTRAFFUNG
Mit 45 einen „Knack-Po“ haben wie eine 25-Jährige. Ohne schweißtreibende Schinderei im Fitnessstudio. Diesen Traum erfüllen sich mittlerweile schon nahezu 10 Prozent der deutschen Frauen ab 40. Doch für ihren Traum müssen die Patientinnen im wahrsten Sinne bluten. Denn bei der bis zu dreistündigen OP in Vollnarkose entfernt der Chirurg Falten und erschlafftes Gewebe mit sehr großflächigen Schnitten: von der Außenseite der Gesäßfalte bis nach vorn in die Leiste. „Bei der Gesäßstraffung besteht die Problematik in der Tat darin, dass sie durch lange Narben erkauft werden muss, die in jedem Fall auffällig sind“, sagt Dr. Marita Eisenmann- Klein, Direktorin der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Caritas-Krankenhaus St. Josef, Regensburg. „Liegen die Narben am oberen Ende des Gesäßmuskels, sind sie im Stehen an der unbekleideten Patientin deutlich sichtbar. Liegen sie in der Falte zwischen Gesäß und Oberschenkel, ist damit zu rechnen, dass sich die Narben mit der Zeit senken und dann stärker auffallen.“ Und dafür zahlen die Patientinnen dann auch noch bis zu 7000 Euro. Fazit von Dr. Eisenmann- Klein: „Die Gesäßstraffung ist wirklich nur eine Methode für Patientinnen nach massiver Gewichtsreduktion und bei stark ausgeprägter Hauterschlaffung.“   

Autor: Susanne Schütte