So finden Sie die richtige Linse

Sie sind so dünn und klein wie nie. Trotzdem sollte jede Kontaktlinse immer exakt ans Auge angepasst werden

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Heraus kommt eine virtuelle Kontaktlinse. Das Programm legt diese auf das Bild der vermessenen Hornhaut und präsentiert das Ergebnis dem Augenarzt. „Die Technik ist gut“, sagt Dr. Bischoff. „Trotzdem bleibt sie nur eine Hilfe. Sie wird den Arzt nie ersetzen. Gerade bei komplizierten Sehfehlern ist seine Erfahrung sehr wichtig.“ Nach der Vermessung sollten deshalb zunächst auch nur Probelinsen bestellt werden. „Der Arzt färbt dann die Tränenflüssigkeit des Patienten ein, bestrahlt sie mit Blaulicht und stellt fest, ob die Kontaktlinse tatsächlich so gut sitzt wie es der Computer dargestellt hatte“, erläutert Dr. Bischoff. Erst wenn das der Fall ist, werden die endgültigen Haftschalen geordert. So sollte es sein. Doch Hornhautvermessung und Kontaktlinsenanpassung müssen komplett aus eigener Tasche bezahlt werden. Wer privat krankenversichert ist, bekommt die Kosten (ab ca. 50 Euro) zumindest teilweise erstattet. Wer Kassenpatient ist, nicht. Vielen ist das zu teuer und auch zu aufwendig, wenn sie ihre Linsen bloß ab und zu tragen wollen. Die Folge: Meist mithilfe des Brillen-Passes werden über das Internet Kontaktlinsen bestellt und getragen, die eben nicht zum Auge passen.

Schlecht sitzende Kontaktlinsen sind Dauerstress für die Augen

Davon kann Dr. Gudrun Bischoff nur abraten: „Wer so Geld sparen will, spielt mit seiner Augengesundheit.“ Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Kontaktlinsenträger in ihre Praxis kommt, der über juckende oder brennende Augen klagt. Bei der Untersuchung zeigt sich dann meist noch ein roter Rand rund um die Hornhaut. „Das ist typisch bei schlecht sitzenden Linsen.“ Für die Augen bedeuten sie Dauerstress. Die Hornhaut bekommt keine Luft, die Zellen können Augenwasser, das in sie eindringt, immer schlechter herauspumpen. „Das kann später zur Folge haben, dass der Patient z. B. am grauen Star operiert wird und danach trotzdem nicht wieder klar sehen kann“, sagt Dr. Bischoff. Wer die Augen dagegen einmal genau vermessen lässt, kann solche Risiken auf ein Minimum reduzieren.