Die Botenstoffe des Körpers Das verändert sich in den 30ern

Weit über 100 Botenstoffe sind die Regisseure unseres Lebens. Welche Rolle sie bei Frauen mit 30, 40 und 50 spielen und was sie sanft stimuliert.

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Mit 30 im Hoch der Sexualhormone

Der 30. Geburtstag ist ein Grund zum Feiern: Die weiblichen Sexualhormone sind stabil wie nie zuvor, die Regel kommt superpünktlich, das Immunsystem arbeitet mit voller Kraft. Dennoch spüren viele Frauen jetzt zum ersten Mal den Lauf der Zeit. Fältchen bilden sich um Augen und Mund – meist weil der Multistress von Lebensplanung, Karriere und Partnersuche Schlaf kostet. Fehlt aber die regelmäßige Nachtruhe von sieben bis acht Stunden, sinkt der Melatonin-Spiegel kurzfristig ab. Das Hormon ist ein Nachtarbeiter, der im Schlaf neue Zellen produziert, Hautschäden repariert und den Faltenglätter Collagen pusht. Aber auch die regelmäßige Einnahme bestimmter Arzneien wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen in stressbedingten Schmerzsituationen kann Kurzarbeit für die körpereigene Melatonin-Produktion bedeuten. Das zeigt eine Studie der Harvard University in Boston. Den Melatonin-Spiegel senkt außerdem Babywunsch- Stress. Dieser ist durchaus begründet, reduziert sich die Fruchtbarkeit bei 30- bis 34-jährigen Frauen doch immerhin auf 63 Prozent, bei 39-Jährigen sogar auf 52 Prozent.

Das verändert sich in den 30ern

Das steigt:
Männliche Sexualhormone, die Androgene,
können bei jüngeren Frauen um die 30 nicht nur zu kosmetischen Problemen („Erwachsenen-Akne“), sondern auch zu Störungen des Zuckerstoffwechsels bis hin zu Vorstufen einer Diabetes führen. Das Kuschelhormon Oxytocin wird vermehrt beim Stillen oder während einer Geburt, aber auch beim Küssen, Streicheln oder beim Sex gebildet.

Das sinkt:
Die Produktion von Wachstumshormonen
nimmt schon ab 25 kontinuierlich ab – sodass sie im 65. Lebensjahr nur noch rund ein Drittel der Ursprungsmenge erreicht. Zu wenig Schilddrüsenhormone haben rund 33 Prozent der Frauen. Ursache ist meist ein Jodmangel. Statt 8 bis 12 Gramm jodiertes Meersalz nehmen sie nur 3 Gramm täglich zu sich. Das kann sogar zu Osteoporose führen.

Das schützt vor einem Mangel

  • Die Zellreparatur durch Melatonin wird unterstützt, wenn Sie vor dem Einschlafen Naturklänge wie Wellenrauschen oder Vogelzwitschern hören, ergab eine Studie der Universität Leipzig.
  • Kurbelt auch die Melatonin-Produktion an: ein Cocktail aus 100 Milligramm Nicotinamid (Apotheke), 1000 Milligramm Calcium und 500 Milligramm Magnesium abends und 25 bis 30 Milligramm Vitamin B6 morgens.
  • Würzen Sie mit jodiertem Meersalz und setzen Sie zweimal pro Woche Fisch (z. B. 90 Gramm Schellfisch) auf die Speisekarte. Das reguliert die Schilddrüsenhormone.
  • Verzichten Sie auf Nudeln, Brot oder Kuchen aus hellem Mehl. Sie fördern die Pickel bildende Wirkung der Androgene. Besser sind Brot oder Nudeln aus Vollkorn.