Die Haut vergisst nichts! Volkskrankheit Hautkrebs

Strahlenschäden sowohl durch die ausgesendeten UV-Strahlen im Solarium, als auch durch die natürliche UV-Strahlung der Sonne sorgen für ein erhöhtes Risiko – abgerechnet wird erst nach Jahrzehnten. War die Belastung zu hoch, entsteht Hautkrebs. Aber: Kaum ein Tumor lässt sich so gut behandeln und vermeiden.

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Eigentlich keine gute Nachricht: Experten schätzen, dass jeder zweite Deutsche in seinem Leben Hautkrebs oder ein Frühstadium davon bekommen wird. Das klingt erst einmal erschreckend. Aber: Die Heilungsrate ist hoch. „Früh erkannt, ist jeder Hautkrebs gut therapierbar. Anders als bei anderen Krebserkrankungen sehen wir den Tumor wachsen und können rechtzeitig etwas dagegen tun“, beruhigt Prof. Eggert Stockfleth, Leiter des Hauttumorcentrums der Berliner Charité. Außerdem liegt es in unserer Hand, wie gut wir uns vor der UV-Bestrahlung und Hautkrebs schützen.

Unbekannte Volkskrankheit

„Jeder kennt das malignes Melanom, kurz: Melanom oder der Schwarze Hautkrebs genannt, der von den Pigmentzellen ausgeht.“, so Stockfleth. Doch siebenmal häufiger tritt heller bzw. weißer Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom) auf, der meist in den Stachelzellen der Haut seinen Ursprung hat. Von beiden gemeinsam ist der Auslöser zu viel UV-Strahlung. Das malignes Melanom ist ein bösartiger Hauttumor. Er trifft vor allem Menschen, die in der Kindheit zu sehr den UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt waren. Besonders gefährdet sind aber auch Personen mit stark wechselnder UV-Belastung – sonnenarme Bürotage, dafür dreimal im Jahr Strandurlaub. Außerdem sind oft hellhäutige Menschen, Personen mit Hautkrebs in der Familie oder mit mehr als 50 Muttermalen betroffen.

Beim Plattenepithelkarzinom wird das UV-Konto langfristig belastet. Etwa 25 bis 30 Jahre nach den ersten Schädigungen bildet sich langsam ein Tumor heraus. Deshalb galt der helle Hautkrebs lange Zeit als „Tumor der Älteren“. „Wer aber schon als Teenager regelmäßig das Solarium besucht hat, erreicht diesen Zustand bereits mit 40“, beschreibt Prof. Stockfleth die aktuelle Entwicklung.

Welche Melanom-Typen gibt es?

Es gibt diverse Formen des Schwarzen Hautkrebses. Meist wird unterschieden zwischen:

  • Nodulären Melanom (NM) - knotige Formen, die zu 20% auftreten
  • Superfiziell spreitendes Melanom (SSM) - flache Formen, ca. 60% Häufigkeit
  • Akrolentiginöses Melanom (ALM) - spezielle Melanomen an Hände und Füßen, tritt zu 5% auf
  • Lentigo-maligna-Melanom (LMM) - entsteht zu 10% im Gesichtsbereich älterer Menschen
  • Unklassifizierbare Melanome - z.B. an den Schleimhäuten oder Augen, maligner blauer Nävus (gutartige Fehlbildung der Schleimhaut oder Haut, desmoplastisches MM und Melanom auf großem kongenitalem Nävus
  • Farblosen Melanome (amelanotische Melanome) - Vorläufer sind die Lentigo maligna und das Melanoma in situ.

Mit bloßem Auge lassen sich Melanomen erkennen, je dicker der Tumor ist, desto tiefer ist er bereits in den Körper eingedrungen. Je tiefer der Hautkrebs eindringt, desto mehr entsteht ein höheres Risiko, dass sich einzelne Melanomzellen vom Tumor lösen und über die Lymphbahnen oder Blutgefäße im Körper streuen. Auf diese Weise entstehen sogenannte Tochtergeschwulste (Metastasen). Diese stellen eine große Gefahr dar, denn ein Melanomknoten in wichtigen Organen wie Gehirn, Leber oder in Knochen kann den Menschen umbringen. Metastasen sind oft gefährlicher als Tumore selbst.

Die durchschnittliche Überlebensdauer verändert sich je nach Dicke des Melanoms. Wenn ein Melanom im Frühstadium entdeckt und entfernt wird, besteht eine weit über 90-prozentige Heilungschance. Den meisten Melanom-Patienten kann rechtzeitig geholfen werden.

Autor: Eva Möller-Hübbe