Gesundheit Coronavirus: Welche Arzttermine kann ich jetzt noch wahrnehmen?

In Zeiten der Corona-Krise sollen Kontakte auf ein Minimum reduziert werden. Auch für Arztbesuche gelten Sonderregelungen. Wir erklären, welche Termine jetzt noch stattfinden und was Sie bei einem Arztbesuch beachten müssen.

Arzt

In der Corona-Krise sollen wir unsere Kontakte und auch Arztbesuche beschränken. Doch kann ich meine Termine trotz Corona wahrnehmen? Wie sieht es mit Vorsorgeuntersuchungen, Physiotherapie und Psychotherapie aus? Und was muss ich beachten, falls ein Arztbesuch nicht zu vermeiden ist?

Arztbesuche

Patienten sollten nur in akuten Situationen oder medizinischen Notfällen zum Arzt gehen. Zahlreiche Ärzte bieten mittlerweile eine Videosprechstunde an, auch wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war. Auch das Online-Portal Doctolib, über welches Arzttermine gebucht werden können, bietet nun Videosprechstunden an. Dazu buchen Patienten wie gewohnt einen Termin über die Plattform und wählen nur noch die Terminart "Videosprechstunde" aus. Vor dem Termin erhält der Patient alle notwendigen Informationen und Voraussetzungen, sodass die Videosprechstunde reibungslos ablaufen kann. 

Noch mehr Informationen zur Online-Sprechstunde gibt es in diesem Video:

Krankschreibung

Bei leichten Erkältungssymptomen können Ärzte Patienten bis zu 14 Tage per Telefon krankschreiben. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kommt anschließend per Post. Auch Kinderärzte können dies nutzen. Auch Folgerezepte, Folgeverordnungen und Überweisungen können per Post zugeschickt werden. Voraussetzung dafür ist, dass sich Patient und Arzt schon kennen. 

Gruppentherapie

Für psychologische Behandlungen sind wie bei normalen Arztbesuchen auch Videosprechstunden vorgesehen. Gruppentherapien können so stattfinden oder zeitweise in Einzelsitzungen umgewandelt werden. Die Regelung gilt bis zum 30. Juni 2020. 

Hebammen

Für Hebammen und Mütter oder noch werdende Mütter wurde ich Möglichkeit eingerichtet, Beratung und Betreuung per Telefon oder Videotelefonat zu erhalten. 

Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie & Co.

Behandlungen beim Physiotherapeuten sowie in der Ergotherapie, Logopädie, Podologie und Ernährungstherapie können wahrgenommen, aber auch für eine längere Zeit unterbrochen werden. Wurde die Therapie nach dem 18. Februar ausgestellt, so muss diese auch nicht mehr innerhalb von 14 Tagen eingelöst werden. Bei der Podologie und Ernährungstherapie galt der Zeitraum von 28 Tagen. Können hingegen Behandlungen per Videotelefonat durchgeführt werden, ist dies mit der Einwilligung des Patienten möglich.

U-Untersuchungen

Die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder wurden bis September aufgehoben. Die U2 bis U5, die innerhalb weniger Wochen stattfinden, können durchgeführt werden oder wegfallen. Ebenso die U6 bis U9: Diese können zu einem späteren Termin nachgeholt werden. Je nach Bundesland könnte es Abweichungen geben.

Zahnarzt

Der Besuch beim Zahnarzt ist möglich, jedoch sollten Patienten sich überlegen, ob sich der Termin nicht verschieben lässt, da die Infektionsgefahr sehr hoch ist. Zahnreinigungen, Prophylaxe und andere Standard-Behandlungen werden von den Praxen abgesagt oder verschoben.

Mammografie-Screening

Aktuell werden keine Mammografie-Screenings durchgeführt und es werden auch keine Einladungen verschickt. Frauen, bei denen Auffälligkeiten festgestellt wurden, werden weiterhin behandelt.

Das müssen Sie jetzt bei einem Arztbesuch beachten

Generell gilt: Sind Patienten sich unsicher, ob sie einen Arzttermin wahrnehmen sollten oder nicht, ist ein Anruf in der Arztpraxis sind voll. Der Arzt selbst weiß noch immer am besten, welcher Termin gerade notwendig ist oder nicht. Wer akute Beschwerden hat, sollte aber niemals zögern und den Arzt direkt aufsuchen. Nur Patienten, bei denen ein Corona-Verdacht besteht, sind von dieser Empfehlugn ausgenommen – für sie gilt es ebenso, erst einmal den Hörer in die Hand zu nehmen.

Steht ein Arzttermin an, sollten Patienten natürlich die gewohnten Abstands- und Hygieneregeln befolgen und auf dem Weg zur Praxis jeglichen Kontakt zu anderen Personen meiden. Bei der Praxis angekommen, weisen Hinweisschilder den Weg. Oftmals gibt es getrennte Eingänge oder Wartebereiche, um Patienten so gut es geht, voreinander zu schützen. Bei einigen Ärzten werden Termine sogar in bestimmten Zeitfenstern vergeben, um zu vermeiden, dass Patienten aufeinandertreffen. Vor und nach einem Arztbesuch sollte man sich natürlich gründlich die Hände waschen und desinfizieren.

Datum: 24.04.2020

Autor: Christina Liersch

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