Leichte oder schwere Corona-Erkrankung Coronavirus: Diese 6 Faktoren beeinflussen den Krankheitsverlauf

Oft liest man von Krankheitsverläufen, bei denen ältere Personen das Coronavirus überwinden, während junge Menschen ihm erliegen. Zwei Forscher wollen nun Gründe für die unterschiedlichen Verläufe von Covid-19 herausgefunden haben.

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Das Coronavirus verläuft bei jedem Patienten anders. So gibt es Fälle, in denen Seniorinnen und Senioren trotz ihres Alters nur eine leichte Infektion bekamen und Fälle von jungen und gesunden Menschen, bei denen Covid-19 tödlich endete. Bisher war unklar, warum die Infektionen so unterschiedlich verlaufen. Die Forscher Arturo Casadevall von der Bloomberg School of Public Health an der John Hopkins University und Liise-anne Pirofski vom Albert Einstein College of Medicine in New York wollen nun sechs Faktoren gefunden haben, die den Krankheitsverlauf von Covid-19 beeinflussen. Ihre Ergebnisse legen sie gegenüber Bloomberg offen.

1. Virenmenge

Laut der Forscher kommt es auf die Virenmenge an, die der Körper bewältigen muss. Wird das Immunsystem mit einer Vielzahl an Viren konfrontiert, kann es überfordert werden. Die Viren breiten sich schneller aus und können so schwerer Krankheitsverläufe verursachen. Bei weniger Viren im Körper verläuft die Krankheit milder.

2. Aggressivität der Viren

Aktuell gehen Forscher davon aus, dass die Covid-19-Viren ähnlich wie Grippeviren mutieren, sodass sie sich in ihrer Aggressivität unterscheiden. Somit können sie unterschiedlich stark in den Körperzellen wirken. Die sogenannte Virulenz, also das Anrichten von Schäden im Körper, kann daher stärker oder schwächer ausfallen. Betroffene mit stark aggressiven Viren sind öfter von einem schweren Krankheitsverlauf betroffen. 

3. Infektionswege

Die Forscher sind der Meinung, dass sich die Krankheitssymptome voneinander unterscheiden, je nachdem wie das Virus in den Körper gelangt ist. Gelang das Virus per Tröpfchenübertragung durch Einatmen in den Körper, kann das andere Symptome und Krankheitsverläufe verursachen. Wurde es hingegen durch eine Schmierinfektion übertragen, etwa durch das Anfassen kontaminierter Oberfläche und anschließendem Kontakt mit dem Gesicht, kann der Krankheitsverlauf wieder anders aussehen. Die Forscher schätzen, dass die Lunge und die Nasenschleimhaut unterschiedlich auf den Erreger reagieren.

4. Genetische Faktoren

Da Coronaviren die Zellen befallen, indem sie sich an den Rezeptoren der Zelloberfläche anheften, kann dies den Krankheitsverlauf beeinflussen. Die Rezeptoren sind genetisch vorgegeben und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. So können manche Menschen gegen das Virus immun sein oder nur einen leichten Krankheitsverlauf davon tragen, während andere Menschen stark erkranken.

5. Stärke des Immunsystem

Durch frühere Krankheiten und Infektionen lernt das Immunsystem in Zukunft besser mit ihnen umzugehen und Krankheitserreger abzuschwächen, indem es Antikörper bildet. Der sogenannte Immunstatus entscheidet, wie viele Viren im Körper bekämpft werden können. Der Körper eines Menschen mit schlechtem Immunstatus wird mit einer Infektion eher überfordert sein als eine Person mit gutem Immunstatus. 

6. Vorerkrankungen

Auch bei vorerkrankten Patienten verlaufen Infektionen mit dem Coronavirus in der Regel schwerer als bei zuvor gesunden Patienten. Vorerkrankte sind damit ebenfalls ein Teil der Risikogruppe, die es bestmöglich zu schützen gilt. Besonders gefährdet sind Patienten folgender chronischer Krankheiten:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Erkrankungen der Lunge
  • Chronische Lebererkrankungen
  • Diabetes
  • Krebserkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen

Datum: 27.10.2020

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