Brustoperation: Wann ist sie sinnvoll?

Größere, kleinere, straffere  oder symmetrischere Brüste wünschen sich wohl viele Frauen. Bei einigen ist die Unzufriedenheit mit der eigenen Brust aber so groß, dass sie über eine Operation nachdenken. Manchmal können auch gesundheitliche Folgeprobleme oder andere Gründe eine solche Brustoperation sinnvoll machen. Wann also solltet ihr ernsthaft über einen chirurgischen Eingriff nachdenken – und  wann lieber nicht?

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Der Wunsch nach dem perfekten Aussehen ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. In den vergangenen Jahren wird er aber durch Instagram & Co zunehmend getriggert. Vor allem junge Frauen fühlen sich heutzutage unter Druck, die perfekte Nase, die perfekten Augenbrauen, den perfekten Schmollmund, die perfekte schlanke Taille, den perfekten straffen Po ohne Cellulite oder eben die perfekten Brüste zu haben. Leider schaffen es vor allem jüngere Mädchen beziehungsweise Frauen nur selten, sich von diesen überzogenen Ansprüchen an sich selbst zu befreien. Die Folge sind Minderwertigkeitskomplexe bis hin zu einer handfesten Depression – oder eben eine Art Sucht nach Verschönerung, beispielsweise durch chirurgische Eingriffe wie eine Brustoperation. Leider ist Perfektion wohl für jeden Menschen unerreichbar, denn spätestens mit zunehmendem Lebensalter, kommen durch Falten & Co neue „Makel“ hinzu. Sich durch eine Operation nach der nächsten, Botox, teure Cremes und andere Maßnahmen an das eigene Idealbild annähern zu wollen, wäre daher die falsche Strategie.
 

Wer unzufrieden ist, sollte an seinem Selbstbewusstsein arbeiten

 
Bevor ihr also in einer solchen Sucht landet, solltet ihr an eurem Selbstbild arbeiten. Mit zunehmendem Alter schaffen es einige Frauen, sich endlich von dem Druck der Perfektion loszusagen und sich selbst so zu akzeptieren – vielleicht sogar zu lieben – wie sie sind. Plötzlich ist auch eine zu große, zu kleine, zu schlaffe oder asymmetrische Brust kein Problem mehr, welches die Lebensqualität beeinträchtigt. Wenn ihr also merken solltet, dass ihr euch selbst ablehnt und zunehmend unter dem Schönheitswahn zu leiden beginnt, vielleicht sogar über chirurgische Eingriffe nachdenkt, solltet ihr erst einmal an eurem Selbstbewusstsein arbeiten. Jeder Mensch kann und sollte nämlich Selbstliebe finden und viele Frauen, die das schaffen, verabschieden sich anschließend von dem Gedanken an die Brustoperation. In Extremfällen kann sogar eine Psychotherapie sinnvoll sein, um Selbstzweifel zu bekämpfen oder eine Depression zu verhindern beziehungsweise zu behandeln. Wenn es sich bei euch also nicht mehr nur um ein kurzfristiges Stimmungstief handelt, sondern ihr dauerhaft negative Gefühle mit euch tragt, die angeblich aus der nicht perfekten Brust resultieren, solltet ihr im ersten Schritt auf der psychischen Ebene ansetzen. 
 

Es gibt durchaus gute Gründe für eine Brustoperation 

 
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Brustoperation im zweiten Schritt nicht dennoch sinnvoll sein kann. Allerdings liegen in solchen Fällen schwerwiegendere als rein ästhetische Gründe vor. Dies trifft vor allem auf die Brustverkleinerung zu, denn zu große Brüste mit einem Gewicht von jeweils 1.200 Gramm oder mehr, belasten auf Dauer den Rücken, Nacken sowie die Brustwirbelsäule. Es können somit schwerwiegende Folgeprobleme entstehen, die schlimmstenfalls bis hin zu Atembeschwerden oder einem Bandscheibenvorfall führen – in letzterem Fall wäre vielleicht sogar eine Operation am Rücken notwendig. Eine Brustverkleinerung kann somit präventiv gegenüber Folgeproblemen und vielleicht weiterer Operationen dienen. 
 
Liegt eine solche „medizinische Notwendigkeit“ vor, werden die Kosten für die Brustverkleinerung unter Umständen sogar von der Krankenkasse übernommen. Einen entsprechenden Antrag einzureichen, lohnt sich allemal! Wann genau die Operation bezahlt wird und in welchem Umfang, hängt aber stets vom jeweiligen Versicherer ab. Gute Chancen habt ihr beispielsweise, wenn vom Orthopäden ein entsprechendes Gutachten vorliegt. Einige Krankenkassen bieten aber auch eine Kostenübernahme an, wenn beidseitig mehr als 400 Gramm entnommen werden können oder ein Psychiater feststellt, dass ihr stark unter der zu großen Oberweite leidet. Möglich ist unter Umständen auch die Brustverkleinerung bei einer vorliegenden Asymmetrie der Brüste. 
 

Wie sieht das bei einer Brustvergrößerung aus?

 
In letzterem Fall entschließen sich viele Frauen aber auch für eine Brustvergrößerung, sprich die Größe der Brüste wird mittels Implantaten angeglichen. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse kann zudem möglich sein, wenn die Brustvergrößerung aus Brustdeformitäten resultiert, die
 
  • angeboren,
  • durch eine gewebezerstörende Krankheit wie Brustkrebs,
  • einen chirurgischen Eingriff oder 
  • als Folge einer Verletzung erworben wurden. 
 
Wer sich hingegen einfach aus ästhetischen Gründen eine größere Brust wünscht, muss die Kosten für die Brustoperation selbst tragen. Diese liegen in Deutschland bei durchschnittlich 3.000 bis 6.000 Euro. Ein Angebotsvergleich verschiedener Ärzte kann helfen, die Kosten zu drücken. Jedoch ist eine Brustoperation die falsche Stelle zum Sparen. Wer sich für Billigeingriffe, beispielsweise im Ausland, entscheidet, riskiert nicht nur das ästhetische Ergebnis, sondern unter Umständen sogar seine eigene Gesundheit. 
 

Was muss vor der Brustoperation beachtet werden?

 
Zuletzt gibt es auch noch die Möglichkeit einer Bruststraffung, welche viele Frauen nach großem Gewichtsverlust oder nach einer Schwangerschaft vornehmen lassen, wenn der Busen schlaff wirkt und an Form verloren hat. Egal, welcher Grund für die Brustoperation und welche Art also vorliegt: Solltet ihr euch für eine Brustoperation entscheiden, informiert euch vorab über den jeweiligen Arzt und sucht einen erfahrenen Chirurgen, dem ihr vertraut. Es lohnt sich zudem, mehrere Beratungsgespräche in Anspruch zu nehmen. So könnt ihr euch persönlich von der Kompetenz des Arztes überzeugen und unterschiedliche Meinungen einholen. Denn für eine Brustvergrößerung gibt es mittlerweile verschiedene Verfahren sowie Implantate, sodass jeder Fall individuell betrachtet werden muss. Ein erfahrener Arzt kann euch sagen, ob eine Brustvergrößerung bei euch überhaupt möglich ist, in welchem Umfang sie Sinn macht und wie viel sie exakt kosten würde. Ob sich diese Kosten, der Aufwand, die Schmerzen sowie Risiken einer solchen Brustoperation wirklich lohnen, müsst ihr am Ende selbst entscheiden. Über 36.000 deutsche Frauen pro Jahr würden diese Frage jedenfalls mit „Ja“ beantworten.