Gesundheit Behandlungsfehler: Das können Sie jetzt tun!

Manchmal kann es passieren, dass Ärzte in Praxen und Krankenhäusern einen Behandlungsfehler begehen, der gesundheitliche Schäden zur Folge haben kann. Doch was können Patienten machen, wenn sie einen Verdacht auf einen Behandlungsfehler haben?

bearbeitet_Untersuchung Arzt Frau_620x420

Was sind Behandlungsfehler?

Fehler können nicht nur bei Therapien oder Operationen entstehen. Auch beim Beratungs- und Aufklärungsgespräch kann etwas schief gehen, eine Diagnose kann falsch sein oder es wird zu wenig auf aureichende Hygiene geachtet. 

Was kann ich tun, wenn Verdacht auf einen Behandlungsfehler besteht?

Besteht ein Verdacht auf einen Behandlungsfehler, sollten Sie in keinem Fall zu lange warten. Nach drei Jahren verjähren nämlich die Ansprüche auf Unterstützung. Sprechen Sie deshalb zunächst mit dem Arzt, um Missverständnisse und Fragen klären zu können. Dabei können Sie auch einen Einblick in Ihre Patientenakte verlangen. 

Kein Erfolg beim Gespräch - so geht es weiter

Kamen Ihr Arzt und Sie bei dem Gespräch zu keinem Ergebnis, können Sie sich Unterstützung bei der Krankenkasse und der Gutachterkommissionen oder Schlichtungsstellen der Landesärztekammern holen.

Unterstützung durch die Krankenkasse

  1. Die Krankenkasse kontaktieren
    Schildern Sie Ihrer Krankenkasse den Fall und Ihre Beschwerden. Im Erstgespräch wird Sie der zuständige Mitarbeiter über Ihre Rechte, die konkrete Unterstützung der Krankenkasse und den weiteren Ablauf der Beratung informieren. Machen Sie sich dazu am Notizen.
     
  2. Beurteilung des bisherigen Krankheitsverlaufs
    Ihre Krankenkasse wird Ihre Unterlagen auf Vollständigkeit und Plausibilität prüfen. Ebenso haben Krankenkassen die Möglichkeit, mehr Daten heranzuziehen, um Behandlungfehler zu identifizieren. Dazu zählen Unterlagen wie Röntgenaufnahmen, Untersuchungsbefunde, sowie weiteres Bildmaterial von Ärzten und Krankenhäusern. Dazu müssen Sie für Ihre Krankenkasse eine Schweigepflicht-Entbindungserklärung unterschreiben.
     
  3. Gutachten des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK)
    Bei einem Verdacht kann die Krankenkasse den Medizinischen Dienst (MDK) mit einem kostenlosen Gutachten beauftragen. Das MDK kann beurteilen, ob ein gesundheitlicher Schaden vorliegt und ob ein Behandlungsfehler dafür die Ursache ist. Das Gutachten dient dann als fachliche Grundlage für eine gerichtliche oder außergerichtiliche Klärung.
     
  4. Stellungnahme der Krankenkasse zum Abschluss
    Zu Schluss sollte die Krankenkasse alle Unterlagen bewerten. Selbst wenn es kein Gutachten durch das MDK gibt, sollten Sie auf eine schriftlche Stellungnahme bestehen. 
    In dem Schreiben sollte drinstehen, welche Fakten vorliegen, welche Schlüsse daraus gezogen werden und wie es weitergeht. Liegt laut Gutachten kein Behandlungsfehler vor, sollte begründet werden, warum kein Behandlungsfehler vorliegt und warum eine weitere Fotführung nicht mehr nötig ist. 
    Im Abschlussgespräch mit der Krankenkasse können Sie noch offene Fragen klären. Wird jedoch ein Behandlungsfehler festgestellt, sollten Sie zur Durchsetzung Ihrer Schadenersatzansprüche einen Fachanwalt für Medizinrecht dazuziehen.