Gesundheit Beckenboden - Zentrale für Körpergefühl

Dürfen wir vorstellen: der Beckenboden, Zentrale für Körpergefühl, Sinnlichkeit und Energie. Dafür verdient er ein bisschen mehr Beachtung!

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Frauen, die keine Kinder geboren haben und nie einen Pilates­ oder Yogakurs belegt haben (dazu kommen wir gleich noch), bleiben in dieser speziellen Angelegenheit häufig lange ahnungslos. Weil aber auch Übergewicht, eine schlechte Körperhal­ tung und zu langes Sitzen auf Dauer den Beckenboden belasten und sich in den Wechseljahren zudem die Hormonverän­ derungen ungünstig bemerkbar machen, stehen auch sie plötzlich vor der Aufgabe, „da unten“ neue Spannung aufzubauen. Wenn sie nur wüssten, wie.

Wie stärke ich meinen Beckenboden? 

Um den Beckenboden überhaupt zu erspüren, stellen Sie sich vor, Sie halten beim Wasserlassen den Urinstrahl kurz an. Dabei spannen Sie den Schließmuskel der Harnröhre an – und automatisch auch den Beckenboden. Diese Übung stärkt die Muskelschicht noch nicht, fürs eigentliche Training eignet sie sich also nicht. Sehen Sie es als erste Kontaktaufnahme an.

Weil sich der Beckenboden aus drei Muskelschichten zusammensetzt, müssen Sie lernen, alle drei zu aktivieren. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Damit Sie nicht unabsichtlich die „falschen“ Muskeln an­ steuern (eben nicht Bauch und Po), zahlt es sich aus, spezielle Kurse zu belegen (z. B. an der Volkshochschule oder in einem Sport­verein). Weil beim Yoga und Pilates idealer­weise alle Übungen mit aktivierter Becken­bodenmuskulatur ausgeführt werden sollen, eignen sich auch diese Kurse. Las­sen Sie sich von der Leiterin die Übungen genau erklären. 

Üben für ein völlig neues Körpergefühl. Ein gutes!

Lust, es einmal auszuprobieren? Dann setzen Sie sich aufrecht hin. Beim Aus­atmen spannen Sie nacheinander alle drei Schichten an. Das geht so: Zucken Sie ganz leicht mit den Schamlippen und dem Anus. Ziehen Sie dann die Sitzbeinhöcker mit Kraft zusammen. Und richten Sie den Rücken auf, indem Sie den Scheitel nach oben und das Steißbein nach unten ziehen. Lassen Sie aber die Bauch­ und Pomusku­latur locker. So lange die Luft reicht, die Beckenbodenspannung halten und beim Einatmen langsam lösen. 10–20 Mal in Ihrem Atemrhythmus wiederholen. 

Mit der Zeit werden Sie feststellen, dass sich der gesamte Körper stabilisiert. Ihre Haltung verbessert sich, die Beweglichkeit ebenso. Das Muskelgeflecht in der Beckenschale trägt dazu bei, dass sich die Wirbelsäule aufrichten kann. Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, die auf Haltungsfehler zurückgehen, können Sie mit Beckenbodentraining lindern.

Intensivere Gefühle beim Sex hängen ebenfalls damit zusammen. Eine Studie der Loyola Universität in Chicago (USA) wies nach, dass Frauen mit gut trainiertem Beckenboden häufiger einen Orgasmus erleben. Wundern Sie sich also nicht, wenn sich ein ganz neues Lebensgefühl einstellt. Stark und aufrecht stehen Sie da, in gutem Kontakt mit Ihrer inneren Mitte.