Viren und Bakterien Desinfektionsmittel: Alternativen für die Handhygiene

In Zeiten der Corona-Pandemie gilt Händewaschen und -desinfizieren als wichtigste Maßnahme, um sich vor den Viren zu schützen. In vielen Märkten ist Desinfektionsmittel jedoch ausverkauft. Doch es gibt wirksame Alternativen.

Desinfektionsmittel

In Drogeriemärkten und Apotheken ist seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland kaum noch kommerzielles Desinfektionsmittel erhältlich. Als Reaktion darauf erlaubte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) am 4. März Apotheken, Desinfektionsmittel für Kunden, Ärzte und Pflegeheime selbst herzustellen. Doch nun machen sich auch hier Lieferengpässe breit und es fehlt an den nötigen Zutaten, um Desinfektionsmittel herzustellen. 

Alternativen zu Desinfektionsmittel: Welche gibt es?

Grundsätzlich ist das Desinfizieren der Hände für den normalen Menschen nicht notwendig. Es gibt jedoch Alternativen, die ausreichend Schutz für Menschen, die nicht zur Risikogruppe gehören, bieten. Das kann unterwegs sehr praktisch sein. Zu den Alternativen zählen neben dem gründlichen Händewaschen auch hochprozentiger Alkohol und Melissengeist. 

1. Händewaschen mit Seife

Für einen gesunden und immunstarken Menschen reicht gründlichen Händewaschen mit Seife aus, um sich vor Krankheitserregern zu schützen. Dennoch suggeriert ein Desinfektionsmittel mehr Sicherheit. Leben hingegen immungeschwächte oder infektanfällige Menschen mit im Haushalt, ist Desinfektionsmittel sinnvoll. Anderenfalls reicht gründliches Händewaschen aus, bestätigt auch das Robert-Koch-Institut (RKI). Die Tenside in der Seife schädigen die Hülle der Viren, wodurch die inaktiviert werden. Gleichzeitig spülen die Tenside, die Reibung der Hände beim Waschen und das Wasser Viren und Schmutz von der Hautoberfläche.

2. Hochprozentiger Alkohol

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) muss ein Desinfektionsmittel die Hinweise "begrenzt viruzid", "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" tragen, um zu wirken. Ebenso empfiehlt die Deutsche Apothekerzeitung Desinfektionsmittel mit mindestens 62 % Ethanol oder einem vergleichbaren Propanol-Gehalt, um die Hülle der Viren zu beschädigen. Da Desinfektionsmittel mit diesem Ethanol- bzw. Propanol-Gehalt aber kaum noch erhältlich sind, kann auch hochprozentiger Trinkalkohol wie Absinth oder Strohrum aushelfen. 
Wer kein Problem damit hat, ein wenig nach Alkohol zu riechen, kann sich diesen in ein kleines Fläschen, z. B. solche für das Handgepäck, abfüllen und für unterwegs mitnehmen.

3. Melissengeist

In vielen Drogeriemärkten und Reformhäusern gibt es noch Melissengeist zu kaufen. Das Produkt wird eigentlich zur Besserung des Allgemeinbefindens sowie zur Stärkung und Kräftigung bei Belastung von Nerven und Herz-Kreislauf mit innerer Unruhe und Nervosität angewendet. Es enthält, je nach Hersteller, um die 60 % oder mehr Ethanol und ist somit gegen die Hülle des Coronavirus wirksam. Anders als bei Spirituosen ist das Mittel auch zur äußeren Anwendung gedacht. 
Wie Melissengeist wirkt auch Kölnisch Wasser: Je nach Hersteller enthält das Produkt 70 bis 85 % Alkohol, ist jedoch deutlich teurer als die anderen Desinfektionsalternativen.

Welche Mittel eignen sich nicht?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat aktuell zwei Rezepte zum Herstellen von Desinfektionsmittel in den Umlauf gebracht. Jedoch sind die Chemikalien teuer und der Aufwand sowie das Risiko, dass etwas bei der Herstellung schief geht, sind zu groß, sodass abgeraten wird, das Desinfektionsmittel selber herzustellen.
Ebenso sind Hygiene-Handgele und Reinigungstücher, die antibakteriell wirken, zwecklos gegen Viren. Die Produkte, die es häufig in Drogerien zu kaufen gibt, können Viren nicht bekämpfen, Bakterien schon. Auch fungizide Mittel (gegen Pilze) können Viren nicht abtöten.

Datum: 24.03.2020

Autor: Christina Liersch

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