Trinken Kartuschen: das Herzstück

Viele von uns trinken das Wasser, wie’s aus dem Hahn kommt, andere schwören darauf, es vorher zu filtern. Was bringt ein Wasserfilter? Und: Brauchen Sie überhaupt einen? VITAL liefert die Antworten.

Trinkende Frau

Doch der aufwendigste Filter bringt nichts, wenn Sie nicht regelmäßig die Kartusche austauschen. Wegen ihrer begrenzten Kapazität zur Aufnahme von Fremdstoffen muss sie alle zwei bis vier Wochen erneuert werden – nicht ganz billig. Viele Tischfilter verfügen über eine Memo-Anzeige, die blinkt, sobald die Kartusche „voll“ ist. Dann heißt es auswechseln.
Neue Kartuschen bekommen Sie online direkt beim Hersteller, in Drogerien und im Elektrofachhandel, sie kosten zwischen drei und acht Euro pro Stück. Verbrauchte Kartuschen können Sie über den Hausmüll entsorgen. Mittlerweile bieten einige Hersteller (z. B. Brita) einen Rücknahmeservice für alte Kartuschen an.

Komplettlösung: der Einbaufilter

Weniger bekannt sind Einbaufilter, die an der Wasserleitung im Haushalt installiert werden. Manche Systeme werden nur vor einen Hahn gesetzt, so bekommen Sie zum Beispiel frisch gefiltertes Trinkwasser in der Küche. Andere werden direkt vor dem Haupthahn angeschlossen und filtern dann das gesamte Wasser des Hauses, auch das für Wasch- und Spülmaschi- ne (schont bei sehr kalkhaltigem Wasser die Geräte). Diese Filter muss in der Regel ein Fachmann installieren. Aus hygienischen Gründen sollte er das System dann unbedingt auch alle sechs bis zwölf Monate warten. Solche Anlagen kosten ab ca. 150 Euro aufwärts, der Preis für einen Wechselfilter beträgt zwischen 10 und 50 Euro. Die angebotenen Geräte arbeiten nach verschiedenen Methoden und sind leistungsstärker als die Tischfilter. Einbaufilter schaffen pro Minute viele Liter Wasser, und sie können mehr Schadstoffe herausfiltern: Je nach Filtermethode entfernen sie Verunreinigungen und Schadstoffe, wie Schwermetalle oder Phosphate, sowie Kalk und Chlor aus dem Wasser und sogar bestimmte Bakterien. Allerdings: Gegen die immer mal wieder auftretenden Legionellen (Bakterien, die Lungenentzündung hervorrufen) können sie nichts ausrichten. Denen soll die neue Trinkwasserverordnung entgegenwirken: Demnach sind Besitzer von Mehrfamilienhäusern verpflichtet, das Wasser jährlich von einem Fachlabor auf Legionellen untersuchen zu lassen.

Im Zweifel zum Test

Lohnt es sich also, einen Wasserfilter anzuschaffen? Grundsätzlich, so die Aussage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sind Wasserfilter und Filteranlagen im Haushalt nur sinnvoll, wenn tatsächlich unerwünschte Stoffe das Wasser belasten. Werden die nachgewiesen, sollten Sie sich hinsichtlich der passenden Filtermethode fachmännisch beraten lassen.