Kampf gegen das Körpergewicht Abnehmen mit Magenband - So geht's

Selbstverantwortung, Eigenmotivation und Durchsetzungsvermögen sind wichtige Eigenschaften, die ein Patient mitbringen sollte, wenn er sich ein Magenband einsetzen lässt, um sein Wunschgewicht zu erzielen. Wie solch eine Behandlung funktioniert und was ihr dazu noch wissen solltet, lest ihr hier!

magenband

Was ist ein Magenband?

Ein um den oberen Magen (Kardia) gelegtes Silikonband soll das natürliche Hungergefühl bei Übergewichtigen unterdrücken, damit dieser weniger Nahrung aufnimmt und erfolgreich Gewicht verlieren kann. Doch was steckt wirklich hinter der Magenverkleinerung und was genau ist eigentlich ein Magenband?

Ein Magenband ist ein verstellbarer Schlauch, der während einer Laparoskopie, auch unter Schlüssellochoperation bekannt, um den oberen Teil des Magens gelegt wird. Mit Hilfe des Schlauchs wird der Magen in zwei Teile geteilt, sodass ein kleiner Vormagen, ein großer Magen und dazwischen ein kleiner Zwischenraum entstehen. Wird der kleine Vormagen mit Nahrung gefüllt, dehnt er sich aus und signalisiert dem Gehirn ein Sättigungsgefühl.

Das Silikonband ist innen hohl und über einen weiteren Schlauch mit einer Flüssigkeitskammer, einem Portkatheter (kurz Port), verbunden. Der Port ist eine kleine Kammer, welche meist im Oberbauch unter der Haut implantiert wird. Eine spezielle Nadel (Hubernadel) hilft beim sogenannten Blocken. Hierbei wird eine Kochsalzlösung in den Port und damit auch in das Magenband gefüllt. Je nachdem wie dick die Fettschicht ist, nutzt der Arzt für diese Vorgehensweise unterschiedlich dicke Nadeln. Auf diese Weise lässt sich die Mageneinschnürung, also die Weite des Magenbandes, regulieren. Je mehr Flüssigkeit in das Band gespritzt wird, desto stärker wird der Magen eingeengt. Wird Flüssigkeit hingegen abgesogen, nimmt der Innendurchmesser des Magenbandes zu, sodass der Magen wieder mehr Platz für Nahrung hat.

Wie wirkt ein Magenband?

Durch die Magenteilung in zwei unterschiedlich große Mägen mit einem kleinen Durchlass wird der Vormagen bereits durch eine geringe Essensaufnahme gefüllt. Die Essensmenge des Patienten ist deutlich begrenzt, eine Sättigung tritt schnell ein. Neben der Dehnung der Magenwand entscheiden Hormone wie Insulin und Glucagon, Ghrelin und Leptin oder der Blutzuckerspiegel, wann es zu einem Hunger- oder Sättigungsgefühl kommt.

Um die tägliche Kalorienzufuhr zu minimieren ist dennoch eine gewisse Disziplin und eine dauerhafte Ernährungsumstellung erforderlich, denn nur weil man nicht so viel auf einmal essen kann, heißt es nicht, dass man über den Tag verteilt nicht viele kleine Portionen essen könnte. Leicht verdauliche Lebensmittel wie beispielsweise flüssige und breiige Nahrung füllen den Magen nicht so lange wie feste, schwer verdauliche Nahrungsmittel. Ebenfalls können die Hubernadeln, die durch den Arzt beim Blocken zum Einsatz kommen, die Begrenzung der Essensmenge erweitern oder verringern.

Gewichtsreduzierung und Nahrungsmengen

Durch das Einsetzen des Magenbandes können Patienten nur noch kleine Nahrungsmengen zu sich nehmen. Das hat zur Folge, dass es bei den meisten Patienten anfangs zu einer schnellen Gewichtsreduktion kommt. Die Gewichtsabnahme ist zwar erwünscht, jedoch nicht in einem derart rasanten Tempo. Patienten kommen unter diesen Voraussetzungen nicht mal mehr auf 1000 Kalorien am Tag, das entspricht über den Tag verteilt nur sehr kleinen Portionen. Aus diesem Grund kann es zu Mangelerscheinungen wie Mineralstoff- und Vitaminmangel kommen und auch die Gewichtsreduzierung wird nur noch wenig vorangetrieben, da der Körper bei dauerhafter Mangelernährung auf einen Sparmodus umschaltet. Versucht der Patient hingegen die tägliche Kalorienzahl zu überschreiten, kann er damit sogar im schlechtesten Fall eine Gewichtszunahme bewirken. Ebenso kann ein unangenehmes Druckgefühl im Oberbauch entstehen und die Person könnte erbrechen.

Eine konstante Gewichtsabnahme gelingt mit dauerhaftem Durchsetzungsvermögen, Selbstverantwortung, Eigenmotivation, Bewegung und einer ausgewogenen und gesunden Ernährung.

Autor: Mareike Schumacher

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