Körperpflege 4 Fehler, die Sie beim Ohrenputzen machen

Sich die Ohren zu putzen ist für viele Menschen ein fester Bestandteil der Hygiene-Routine. Dabei passieren jedoch immer wieder typische Fehler, die die Ohren im schlimmsten Fall sogar gefährden können. Wir verraten Ihnen, was Sie beachten müssen.

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Ohrenschmalz ist, nun ja, nicht gerade besonders ansehnlich. Kein Wunder also, dass die meisten Menschen regelmäßig zu Wattestäbchen & Co. greifen. Doch genau hier liegt der Hund begraben! Das unliebsame Ohrenschmalz ist für gesunde Ohren nämlich wichtiger, als Sie denken. Wir verraten Ihnen, welche gefährlichen Fehler Sie in Zukunft besser vermeiden sollten – und wie Sie Ihre Ohren richtig putzen.

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Ohrenschmalz - was ist das eigentlich?

Ohrenschmalz setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen wie zum Beispiel Haaren, abgestorbenen Hautzellen und Staub zusammen. Die klebrige Substanz erfüllt wichtige Funktionen im Ohr und ist keinesfalls nur Schmutz, den es zu beseitigen gilt. Vielmehr handelt es sich bei Ohrenschmalz sozusagen um die „Müllabfuhr“ für das Ohr, der Bakterien & Co. vom Innenohr fernhält. Zudem pflegt das Schmalz die Ohren, schützt und befeuchtet den Gehörgang.

Diese Fehler machen Sie beim Ohrenputzen

1. Die Ohren zu häufig putzen

Tatsächlich müssen sich die meisten Menschen die Ohren nur selten bis gar nicht putzen – das Ohr reinigt sich nämlich von selbst! Die kleinen Flimmerhärchen im Gehörgang transportieren dafür das über­­schüssige Schmalz in Richtung Ohrmuschel. Alles, was sich noch IM Ohr befindet, soll auch genau da bleiben. Warten Sie bis zum nächsten Ohrenputzen also, bis sich das Ohrenschmalz von selbst löst und das äußere Ohr erreicht. Dann können Sie es mit einem Waschlappen oder Wattepad entfernen.

2. Ohren reinigen mit Wattestäbchen

Kommen wir zum wohl beliebtesten Fehler überhaupt – der Verwendung von Wattestäbchen. Die haben im Ohr nämlich so gar nichts zu suchen. Wattestäbchen können schmerzhafte Verletzungen im Ohr verursachen und im schlimmsten Fall kann sich die Watte lösen und im Ohr stecken bleiben. Außerdem schiebt man das Ohrenschmalz mit Wattestäbchen meist noch weiter ins Ohr hinein.

3. Die Verwendung von Ohrkerzen

Manche Menschen schwören bei der Reinigung ihrer Ohren auf sogenannte Ohrkerzen. Eine skurrile Methode, bei der sich eine Kerze ins Ohr gesteckt wird, um so das Ohrenschmalz aufzuweichen. Der Vakuumeffekt, der durch die Hitze der Flamme entsteht, soll Ohrenschmalz lösen und es dann aus dem Ohr herausziehen. Die Verwendung einer Ohrkerze bringt jedoch eine Menge Gefahren mit sich. Heruntertropfendes Wachs kann zum Beispiel in den Gehörgang fließen, das Ohr verstopfen oder sogar Verbrennungen verursachen.

4. Die Ohren im Alleingang spülen

Sich die Ohren auszuspülen ist generell eine sichere Methode. Dennoch sollten Sie dies nie im Alleingang machen – ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist da der bessere Ansprechpartner. Denn auch diese Methode ist nicht frei von Risiken. Durch den Wasserdruck kann zum Beispiel das Trommelfell verletzt werden. Eine zu hohe Wassertemperatur kann außerdem das Gleichgewichtsorgan stören.

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So putzen Sie Ihre Ohren richtig

Wie schon erwähnt, reicht es in der Regel vollkommen aus, das Ohr nur an dem von außen sichtbaren Teil zu säubern – alles andere wird vom Ohr selbst geregelt. Findet sich Ohrenschmalz in Ihrer Ohrmuschel wieder, können Sie ganz einfach zu Waschlappen oder Wattepad greifen und das Schmalz mit lauwarmem Wasser entfernen. Wenn Sie zu Wattestäbchen greifen, dann verwenden Sie diese bitte nur in der Hörmuschel.

Was tun, wenn Ohrenschmalz zum Problem wird?

Reinigt sich das Ohr nicht mehr von alleine und produziert es besonders viel Ohrenschmalz, kann sich ein Pfropf bilden, der im schlimmsten Fall das Hören erschwert. Hiervon sind meist ältere Menschen betroffen. Aber auch das unsachgemäße Reinigen Ihrer Ohren, kann zu einem verstopften Gehörgang führen. In diesem Fall sollten Sie Ohrenschmalz besser von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt entfernen lassen. Gleiches gilt, wenn Sie einen besonders engen Gehörgang haben oder Ihr Trommelfell beschädigt ist.

Datum: 24.06.2020
Autor: Lara Rygielski