23. Mai 2014
Alles zu seiner Zeit

Alles zu seiner Zeit

Es kommt nicht darauf an, wie alt wir werden, sondern wie wir alt werden. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Wechselnde Erwartungen, Hoffnungen und Aussichten prägen unsere 30er-, 40er- und 50er-Lebensjahre. Doch jedes Jahrzehnt hat seine eigene Qualität. Die gilt es zu entdecken. So gewinnen Sie mehr Energie in jeder Lebensphase.

Frau fährt Fahrrad
© Thinkstock
Frau fährt Fahrrad

Die Rush Hour es Lebens. War das Leben in den 20ern ein Spiel, nimmt das Tempo ab 30 merkbar zu. Denn jetzt kommt es geballt: Kind? Karriere? Beides? Mit Vollgas rasen wir in die “Rush Hour des Lebens", wie Soziologen diesen Abschnitt nennen. Vielleicht sind wir immer noch auf der Suche nach unserem Stil, dem Sinn oder dem "Schatz" fürs Leben. Zum ersten Mal vergleichen wir uns ernsthaft mit Gleichaltrigen, ziehen ein Resümee. Und das sollte lauten: Nichts ist unmöglich! Die Kunst besteht darin, seinen eigenen Weg zu finden.

WOHLFÜHLGLÜCK - Pause machen

Wir brauchen auch Energie, um Glücksempfindungen zulassen zu können. Diese Inseln der Erholung sind notwendig. Egal, ob Theater oder Rockkonzert, ein Wochenende auf dem Land mit einer Freundin oder die Traumerfüllung einer Kreuzfahrt. Es geht immer um ein kurzes Abbiegen vom geraden Weg. Ansta permanent zu versuchen, allen gerecht zu werden, sollten wir genauer in uns hineinhören: Was tut mir wirklich gut? Jetzt tief Luft holen: Meditationen, Entspannungstechniken und Atemübungen beruhigen den Stoffwechsel, senken den Puls und kräigen unser Immunsystem.

VITALITÄT - Tempo finden

Natürlich stecken wir (zu) kurze Nächte noch immer weg. Aber wieder 20 sein? Lieber nicht. Wir testen unsere Belastungsgrenzen auswechseln Windeln im Akkord und beantworten nebenbei 234 Mails. Doch Vollgas bringt’s nicht. Sicher ans Ziel kommen wir auf der kurvigen Strecke zwischen 30 und 40 nur, wenn wir auch mal auf die Bremse treten. Popcorn (selbst gemacht), Nüsse, Tomaten, Bananen, Aprikosen stärken unsere Nerven, ätherisches Vanilleöl beruhigt – und bremst Heißhunger. Ein Eisen-Extra (z. B. Floradix Kräuterblut, in Reformhäusern und Apotheken) hilft, insbesondere bei Kinderwunsch oder in der Stillzeit. Das beste Mittel gegen das leise Ticken der biologischen Uhr: Selbstsicherheit und Gelassenheit.

SCHÖNHEIT - Besser schützen

Damit es vorerst nur bei liebgewonnenen Mimikfältchen bleibt, sollten wir negative „Stressoren“ meiden. Ca. 40 Tage brauchen die Zellen jetzt, um sich zu regenerieren, auch die Feproduktion nimmt ab. Cremes, die die Kollagensynthese unterstützen, wirken dem entgegen. Mindestens 80 Prozent der Hautalterung wird durch UV-Licht ausgelöst, Tagespflege mit einem Schutzfaktor von mindestens 15 leistet nötige Präventionsarbeit. Die schönste Art, Stress zu vermeiden: zärtliche Berührungen. Die darauffolgenden Hormonwellen verschönern uns innen und außen.

BEWEGUNG - Aufs Herz hören

Während Profisportlerinnen ab 30 ans Aufhören denken, legen wir erst den Grundstein für lebenslange Sportlichkeit! Schließlich lassen sich alle Muskeln noch leicht trainieren. Kein Alibi suchen. Es ist Frühling: Fahrrad aus dem Keller holen oder die Laufschuhe schnüren. Schon leichtes Ausdauer- und Intervalltraining steigert den Blutfluss in den Gefäßen und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Muskelkater darf niemanden entmutigen: Untrainiert brauchen wir bis zu acht Wochen, um uns an regelmäßigen Sport zu gewöhnen. Optimal: Cross-Training, also ein Wechsel zwischen verschiedenen Sportarten, um den Körper vielseitig zu belasten. Mit sanftem Stretching (30 Min. pro Woche) bleiben Gelenke geschmeidig. Wer erst ab 35 ein (neues) Sportprogramm in Angriff nimmt, sollte zuvor seinen Hausarzt um Rat fragen. Kraftsteigernd kann eine Kur mit Schüßler Salzen (z.B. Energie-Plus-Kur von Pflüger, aus der Apotheke) wirken.

Die Umbruchphase

Aufbauen und gestalten. Nach der Pubertät kommen wir jetzt in die zweite große Umbruchphase. Noch mal zurück auf null? Nein, danke! Wir sind gefestigt, authentisch, aber fühlen uns manchmal eingeengt. Konzentrieren wir uns aufs Wesentliche: auf unsere Wünsche, unsere Grenzen - auf uns selbst. Wir müssen niemandem mehr etwas beweisen. Zeit wird nun kostbarer. Das gefühlte Alter, das nach Studien bis zu 15 Jahre vom biografischen nach unten abweicht, bestimmt unser Lebensgefühl.

WOHLFÜHLGLÜCK - Neugierig bleiben

Wir wissen, wer wir sind. Aus vielen Erfahrungen erwuchs Lebenserfahrung – und klar, schlechte Momente waren auch dabei. Doch die haben uns wachsen lassen. Zwischenfälle bringen uns nicht mehr aus der Fassung, wir reagieren angemessener. Wir lassen die Dinge jetzt auch einfach mal laufen. „Es kommt sowieso oft anders“, sagt die Glücksforscherin Sonia Laszlo. Dennoch stehen wir vor der Grundsatzfrage: „Habe ich erreicht, was ich wollte?“ Zwar haben wir die Weichen gestellt. Was aber, wenn uns der Zielbahnhof nicht gefällt? Bleiben nun etwa weniger Möglichkeiten? Nein, wir müssen Prioritäten setzen, wissen, was uns guut – statt nur auf das Urteil anderer zu vertrauen. Wer Geschwister hat, weiß jedoch, wie hilfreich diese Bande beim Finden von neuen Wegen sein können. Häufig rücken jetzt spirituelle Themen in den Fokus, damit die Seele ankommen kann: Energiesitzungen, Familienaufstellungen oder Achtsamkeitsübungen können in diesem Lebensabschni helfen.

VITALITÄT - Haushalten

Wir wollen nicht länger müssen müssen. Es gilt, sich Energiereserven einzuteilen. Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello (Uni Bern) spricht vom „biografischen Multitasking“: „In keiner anderen Lebensphase trägt man so viel Verantwortung für andere. Man muss für die Kinder sorgen und sich gleichzeitig um die Eltern kümmern“. Kommt noch der Job dazu, erzeugt das Stress.

SCHÖNHEIT - Vorsorgen und stärken

Die Haut wird durch Östrogenmangel trockener und weniger straff – Fältchen vertiefen sich zu Falten. Cremes mit Hyaluronsäure füllen Feuchtigkeitsdepots auf (z. B. von Eubos, in der Apotheke). Noch wichtiger: ein „hautgesunder“ Lebensstil mit möglichst wenig UVA- und UVB-Strahlen. Dermatologie-Professor Volker Steinkraus plädiert für „viel Schlaf, denn während der Nacht lagert die Haut Wasser ein, dadurch werden Fältchen aufgepolstert“.

BEWEGUNG - Muskelspiele

Dass Sport auch die Psyche stabilisiert, merken wir nicht, weil wir so oft Auto fahren. Weil die Produktion des Wachstumshormons Somatotropin sinkt, verlieren wir pro Jahr ca. 250 g Muskelmasse. Eine aktive Kombination aus Fettverbrennung und Muskelaufbau hilft. Optimal wirken Ausdauersportarten wie Radfahren, Nordic-Walking oder Schwimmen in Kombination mit (leichtem) Krafttraining. Übrigens: Eine Gewichtszunahme von 2–5 kg in diesem Jahrzehnt gilt als normal. Doch Präventionsmedizi- ner Prof. Ingo Froboese macht uns Hoffnung: „Mit genügend Bewegung können sich Frauen 20 Jahre lang wie 40 fühlen.“ Lieber Kilometer als Kalorien zählen: Das Fett baut sich nicht mehr so schnell ab, wenn wir „nur“ wenig essen. Schlauer ist es, dauerhaft Maß zu halten und sich regelmäßig zu bewegen. Und: Vitamine werden noch wichtiger. Überhaupt fordert der Körper bewusste Ernährung, Pflege und Bewegung ein. Eine Partynacht – so glücklich sie uns gemacht hat – steckt er nicht mehr so leicht weg. Tipp: Danach hilft eine geballte Portion Vitalstoffe (z.B. Orthomol Immun, aus der Apotheke).

Sie sind nicht alleine

Wir sind so viele! Nie wurden in der alten Bundesrepublik mehr Kinder (genau 1357304) geboren als 1964. So wird 2014 ein Rekordjahr für 50. Geburtstage. Ein halbes Jahrhundert erreicht und mitten im Leben. Die Lösung: Veränderungen annehmen, Neuland in uns entdecken. Das Leben wird ( wieder) aufregend, und wir fühlen uns in der Lage, mit allen Situationen gelassen umzugehen. Älterwerden bedeutet für die heutige 50+-Generation nicht mehr zwangsläufig zu altern.

WOHLFÜHLGLÜCK - Freiheit

„Man kann nicht die zweite Lebenshälfte nach dem Muster der ersten leben“, sagte der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung. Es ist die Zeit, ehrlich zu sich zu sein. Und das, was nicht mehr möglich ist, abzuschreiben. Das befreit. Zeit, durchzuatmen und Dinge anzupacken, die lange liegengeblieben sind. Nach verborgenen Wünschen graben: z. B. Spanisch lernen, Kochkurse belegen, Klavierkenntnisse auffrischen? Tipp: Die glücklichsten Momente aus dem eigenen Leben aufschreiben – und sich selber schenken.

VITALITÄT - Auftanken

Lassen wir es uns gut gehen: genießen, auftanken und möglichst viel Zeit mit Freunden teilen. Im Schnitt kennen wir unsere beste Freundin bereits 24 Jahre. Aristoteles schrieb vor über 2000 Jahren: „Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.“ US-Studien vermelden: Glückliche Freundschaften haben den gleichen Einfluss auf physisches und psychisches Wohlbefinden wie regelmäßiges Workout.

SCHÖNHEIT - Reifen lassen

Unsere Haut benötigt ab 50 mehr Zuwendung. Ihre Regenerationsphasen dauern länger, die Elastizität muss gestärkt werden. Um die jetzt „reifere“ Haut vor Umwelteinflüssen effektiver zu schützen, sollten wir vorausschauend handeln und täglich nach der sanften Reinigung gehaltvolle Feuchtigkeitscremes – und am besten spezielle Augenpflege – nutzen. Gesichtsmassagen entspannen uns zusätzlich. Leider verringern ab jetzt langsamerer Stoffwechsel und hormonelle Veränderungen unsere Haarfülle. Dagegen helfen Produkte, die das haaridentische Keratin enthalten und so das Haar von innen wieder au°auen (z. B. Plantur 39, in Reformhäusern). Zudem kann der Haarstylist mit leichten Stufenschnien am Oberkopf- reich für mehr Fülle sorgen. Das Wichtigste: Erst innere Zufriedenheit lässt uns vitaler wirken und äußerlich strahlend aussehen.
BEWEGUNG - Fordern, nicht überfordern
Muskeln und Geist stärken, beweglich bleiben, die Gelenke schonen, lautet unser Credo für die beginnenden goldenen Jahre. Steigern wir also unseren Appetit aufs „carpe diem“ – den Tag nutzen. Aktivität auf allen Ebenen hilft auch über emotionale Durststrecken, die sonst oft mit zu viel Essen kompensiert werden. Bewegung ist unsere kostenfreie, vielseitige Präventionstherapie: ob gegen Depression oder Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Optimal sind sanfte und hocheffektive Sportarten wie Yoga, Tai-Chi und Pilates. Dabei geht hier Regelmäßigkeit immer vor Intensität. Am besten lassen wir uns von Trainern einweisen. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns lässt jetzt peu à peu nach. Bei Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche hat sich Ginkgo biloba bewährt (z.B. Tebonin Forte, aus der Apotheke), zudem halten uns Gehirnjogging (z.B. 14-Gratisübungen auf www.neuronation.de) und intensive Sozialkontakte fit. Wichtiger Hinweis: Durch Hormonmangel werden unsere Knochen weicher und anfälliger. Kalziumreiche Ernährung (z.B. Hartkäse, Rucola, getrocknete Feigen) und UV-Licht fördern die Vitamin-D- Produktion – Mittagssonne trotzdem meiden. Wer nicht genug Sonne abbekommt, kann mit Nahrungsergänzungsmitteln nachhelfen (z.B. Vitagam- ma, aus der Apotheke).
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