30. April 2021
Pollenallergie: So wird sie behandelt

Pollenallergie: So wird sie behandelt

Der Frühling ist da und die Sonne scheint, die Blumen blühen und die Bienen summen. Eigentlich könnte das Leben so schön sein – wäre da nicht dieses lästige Niesen, das jeden Spaziergang durch die Wiesen und Felder begleitet. Heuschnupfen ist weit verbreitet und äußert sich bei Betroffenen unterschiedlich stark. Während die einen gerade einmal ein Kribbeln in der Nase verspüren, können die anderen im Frühjahr kaum vor die Tür gehen.

Frau putzt sich die Nase mit einem Taschentuch
© iStock

Die Pollenallergie kann und sollte durch einen Arzt behandelt werden. Die Art der Therapie hängt von dem Schweregrad der Symptome ab und umfasst die Vermeidung der Allergene, die Behandlung der Symptome und die Therapie der Ursache. Dabei können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen wie etwa klassische Antihistaminika, aber auch Kortison.

Schließlich werden dem Körper im Rahmen der spezifischen Immuntherapie - auch Hyposensibilisierung genannt - die Pollen zugeführt, auf die er reagiert. Auf diese Weise entwickelt er eine gewisse Toleranz, wodurch er weniger starke Symptome entfaltet. Bei einer leichten Allergie ist meist eine lokale Behandlung ausreichend, die zum Beispiel in der Form von Nasenspray aus der Versandapotheke erfolgen kann. In jedem Fall sollte der Verlauf in regelmäßigen Abständen beobachtet werden, damit eine Verschlechterung frühzeitig bemerkt wird.

Die Allergenvermeidung

Die Symptome einer Allergie werden durch direkten Kontakt des Körpers mit den entsprechenden Pollen ausgelöst. Die naheliegendste Maßnahme zur Reduzierung oder Verhinderung der Beschwerden ist daher die Vermeidung der Pollen. Dabei helfen die folgenden Tipps:
 

  1. Pollen können zwar weite Strecken zurücklegen - wer sich aber im Vorhinein informiert und dementsprechend seinen Tag plant, kann ihnen dennoch weitestgehend aus dem Weg gehen. Hierbei helfen sogenannte Pollen-News, ein Pollenkalender oder einfach die Erkundung der eigenen Umgebung.
     
  2. Vor allem in der Hochphase ist eine geänderte Route beim Spaziergang nicht mehr ausreichend. Da hilft nur noch der Aufenthalt in geschlossenen Räumen, soweit dies möglich ist. Meist handelt es sich dabei nur um wenige Wochen, die schnell vorbeigehen.
     
  3. Einfach nur zu Hause bleiben bringt natürlich wenig, wenn die Fenster den ganzen Tag lang weit geöffnet sind. Für die effektive Flucht vor Pollen bietet sich kurzes Stoßlüften an, das im besten Fall bei Regen erfolgen sollte. in längeren Trockenzeiten helfen Pollengitter dabei, die kleinen Partikel draußen zu halten.
     
  4. Im Auto läuft regelmäßig die Lüftung, was so manche Autofahrt zu einer Qual macht. Auch hier können Pollenfilter eingebaut werden.
     
  5. Pollen und Staub verfangen sich den Tag über in den Haaren und auf der Haut. Die abendliche Dusche schafft vor dem Schlafen Abhilfe.
     
  6. Wer seine Wäsche im Freien trocknet, sammelt bereits in seiner frisch gewaschenen Kleidung Pollen. Am besten sollte hier ein Trockner verwendet oder zumindest ein Wäscheständer in geschlossenen Räumen aufgestellt werden.
     
  7. Auch die Augen leiden unter dem Pollenflug. Eine Sonnenbrille schützt sie vor dem gröbsten Kontakt und hat zudem den Vorteil, dass sie so manche Allergie-Symptome wie tränende oder leicht gerötete Augen verbirgt.
     
  8. Sportliche Betätigung im Freien kann die Symptome einer Allergie noch verstärken, da die Atmung schneller geht und Allergene schneller in die Nase, den Mund oder in die Augen gelangen können. Daher sollte insbesondere in Hochphasen auf Indoor-Sport mit geschlossenen Fenstern umgesattelt werden.
     
  9. Bei einigen Betroffenen kommt es zu Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel. Diese werden von einem Arzt diagnostiziert, sodass die Nahrungsmittel gezielt vermieden werden können.
     
  10. Wer seine Kleidung mehrere Tage lang trägt, häuft darin Pollen an, die zu einem schwereren Verlauf der Allergie führen können. Oberbekleidung sollte daher täglich gewechselt und gewaschen werden. Auch Jacken, Mützen, Rucksäcke oder Schuhe sammeln Allergene. Materialien, die nicht in der Waschmaschine gewaschen werden können, sollten zumindest regelmäßig feucht abgewischt und anschließend gut getrocknet werden, damit sich nicht sofort neue Pollen auf der Oberfläche absetzen.
     
  11. Auch dann, wenn die Fenster den größten Teil des Tages geschlossen bleiben, gelangen Pollen in die Wohnung. Regelmäßiges Staubsaugen und Staubwischen führt meist zu einer sofortigen Verbesserung der Allergie-Symptome.

Die medikamentöse Behandlung

Bei Heuschnupfen kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Die gängigsten sind Antihistaminika; es werden aber auch Kortisonpräparate, Mastzellstabilisatoren und Leukotrienantagonisten verschrieben, die allesamt in einer Versandapotheke erworben werden können.

Antihistaminika setzen sich an die Histamin-Rezeptoren des Körpers und verhindern auf diese Weise, dass Histamin seine Wirkung entfaltet und es zu einer allergischen Reaktion kommt. Kortisonpräparate sind Medikamente, die mit Hilfe von körpereigenen Hormonen dafür sorgen, dass Zellen keine Entzündungsbotenstoffe produzieren. Einen Schritt später greifen Leukotrienantagonisten an, die nicht die Entstehung der Botenstoffe verhindern, aber ihre Wirkung aufheben. Schließlich unterbinden Mastzellstabilisatoren die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen in den Mastzellen.

Obwohl nicht alle Medikamente verschreibungspflichtig sind, sollte die Einnahme erst nach der Absprache mit einem Arzt erfolgen. Insbesondere können Medikamente Wechselwirkungen entfalten oder selbst allergische Reaktionen auslösen, die im Vorfeld verhindert werden können.
 

  1. Augentropfen

    Entsteht in den Augen aufgrund fliegender Pollen eine allergische Bindehautentzündung, kann sie mit Augentropfen behandelt werden. Sie kommen bei Rötungen, Juckreiz oder bei tränenden Augen zum Einsatz und zählen - je nach Wirkstoff - entweder zu den Antihistaminika oder zu den Mastzellstabilisatoren. Augentropfen haben den Vorteil, dass sie ausschließlich lokal wirken, sodass der Rest des Körpers nicht beeinflusst wird und Nebenwirkungen nur sehr selten auftreten.
     
  2. Nasenspray

    Wenn die Nase juckt, läuft oder verstopft ist, liegt meist ein allergischer Schnupfen vor, gegen den Nasenspray Abhilfe schafft. Nasensprays enthalten Kortikosteroide, Antihistaminika oder Kombinationspräparate aus beiden Wirkstoffen. Werden die Symptome an der Nase gelindert, führt dies oft auch zu einer Besserung an den Augen.
     
  3. Tabletten

    Tabletten gegen Pollenallergien enthalten Leukotrienantagonisten, Antihistaminika oder, für stark ausgeprägte Symptome, Kortikosteroide. Da die Tabletten nicht bloß lokal angewendet werden, kann es hier schneller zu Nebenwirkungen kommen, die alsbald einem Arzt gemeldet werden sollten.
     
  4. Tropfen

    Tropfen ähneln in ihrer Einnahme Tabletten. Sie sind allerdings leichter zu schlucken und werden daher hauptsächlich zu der Behandlung von Kindern eingesetzt. Sie wirken durch Antihistaminika und lindern Beschwerden wie Juckreiz in der Nase, im Gaumen und an den Ohren, tränende und geschwollene Augen und eine laufende Nase.

Die spezifische Immuntherapie

Bei der spezifischen Immuntherapie findet eine Desensibilisierung statt, weshalb dies die einzige Form der Therapie ist, die die Ursache bekämpft und nicht nur die Symptome reduziert. Hier werden Allergene über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren in die Haut gespritzt, wobei die Dosierung stetig erhöht wird. Alternativ kann eine Verabreichung in Form von Tropfen oder Tabletten erfolgen.

Dabei wird der Körper behutsam an das Allergen gewöhnt, was dazu führt, dass er in Zukunft weniger stark auf die Pollen reagiert. Im Rahmen der Therapie wird ein immunologischer Schutz aufgebaut, der bei erfolgreicher Behandlung sogar zu einem gänzlichen Ausbleiben der Symptome führen kann.

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