Habe ich Heuschnupfen? Alle Antworten zur Pollenallergien

Habe ich Heuschnupfen? Alle Antworten zur Pollenallergien

Pollenallergien betreffen bis zu 20 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal. Viele Betroffene leiden aber ihr Leben lang an saisonalen Pollenallergien. Was gemeinhin als Heuschnupfen bezeichnet wird, kann für mitunter starke Einschnitte in die Lebensqualität sorgen. Alles, was Sie über den aktuellen Pollenflug wissen müssen, wie die Allergien entstehen und was gegen die Beschwerden hilft, erfahren Sie hier.

Pollenallergie: Wie entsteht sie eigentlich?

Wie bei allen Allergien reagiert auch beim Heuschnupfen, wie Pollenallergien umgangssprachlich auch genannt werden, das Immunsystem sensibel auf Pflanzenpollen. Eigentlich ist unser Immunsystem dafür verantwortlich, körperfremde Schadstoffe wie Keime, Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger in unserem Körper aufzuspüren und unschädlich zu machen. Wer unter Pollenallergien leidet, deren Immunsysteme identifizieren Pollen fälschlicherweise als Krankheitserreger. Dringen Pollen über die Atemluft in den Körper ein, nimmt das Immunsystem irrtümlicherweise an, dass Krankheitserreger den Organismus befallen haben. Das Abwehrsystem aktiviert dann Immunzellen, die mit der Ausschüttung von Histamin beginnen. Der Botenstoff löst dann Entzündungsreaktionen im Körper aus, um die vermeintlichen Krankheitserreger zu bekämpfen.

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Habe ich Heuschnupfen? Das sind die Symptome

Ist das Immunsystem nun einmal auf die Pflanzenpollen angesprungen und hat Histamine ausgeschüttet, entstehen die klassischen Heuschnupfensymptome:

  • brennende Augen
  • Juckreiz auf Haut und in Augen
  • tränende Augen
  • Niesanfälle
  • angeschwollene Nasenschleimhäute
  • laufende Nase
  • Kribbeln und Jucken im Rachen

Da es sich bei Heuschnupfen um eine Entzündungsreaktion des Körpers handelt und das Immunsystem dabei genauso gefordert ist, wie bei Krankheiten, die tatsächlich durch Bakterien und Viren ausgelöst werden, kann es auch zu Beschwerden wie Müdigkeit, Erschöpfung und Abgeschlagenheit kommen. Durch das Kribbeln und Jucken im Rachenraum kann es auch zu vermehrtem Räuspern kommen. Husten ist allerdings nur bei schweren allergischen Reaktionen ein Symptom. Sollten sich die Symptome verschlimmern und Sie sogar Atemnot feststellen, suchen Sie unbedingt einen Arzt oder Ärztin auf!

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Heuschnupfen oder Erkältung?

Pollenallergien können auch im Laufe des Lebens entstehen. Auch Menschen, die bisher nie unter Heuschnupfen litten, können eine Pollenallergie entwickeln. Im Laufe des Lebens sind fast ein Fünftel aller Menschen von allergischen Reaktionen auf Pflanzenpollen betroffen. Für die Menschen, die kaum, keine oder sehr unregelmäßige Erfahrungen mit Pollenallergien machen, ist es mitunter nicht leicht einzuschätzen, ob sie allergisch reagieren, oder nicht sogar eine Erkältung haben. Heuschnupfen und Erkältung lassen sich aber in den meisten Fällen gut unterscheiden:

  • Heuschnupfen: Nasensekret ist klar und flüssig, Niesanfälle treten oft bei Ortswechseln auf, Allergiesymptome dauern mitunter monatelang, bei Regen verbessern sich die Symptome schlagartig
  • Erkältung: grippaler Infekt häufig mit zähem, gelben Nasensekret, Niesanfälle treten regelmäßig und ortsunabhängig auf, Dauer von zwei Wochen bis zum Abheilen

Welche Pollen sind jetzt in der Luft?

Wann genau welche Pollen in der Luft unterwegs sind, hängt immer von den Witterungsbedingungen und dem Verlauf der Jahreszeiten ab. Sind die Winter mild und die Frühlinge bereits sehr warm, sind auch bestimmte Pollenarten schon früher in der Luft und piesacken Allergiebetroffene. Durch den Klimawandel wird der Trend der frühen Blühzeiten von Pflanzen verstärkt. Das Ergebnis: Die Pollensaison startet früher und dauert länger. Wann und wie stark Pflanzenpollen durch die Luft schwirren, ist auch geografisch bedingt. In Süd- und Westdeutschland wird es für gewöhnlich früher warm. Hier sind Pollen dann mitunter schon einige Wochen früher unterwegs als in Norddeutschland. Grob können Sie sich an folgenden Pollenflugwahrscheinlichkeiten orientieren:

  • Hasel: schwacher Pollenflug von Dezember bis Mitte Januar, mäßiger bis starker Pollenflug von Mitte Januar bis Mitte März
  • Erle: schwacher Pollenflug von Mitte Dezember bis Anfang Februar, mäßiger bis starker Pollenflug von Februar bis Ende März
  • Pappel: schwacher Pollenflug von Anfang Februar bis Mitte März, mäßiger bis starker Pollenflug von Mitte März bis Ende April, schwacher Flug von Ende April bis Mitte Juni möglich
  • Ulme und Weide: schwacher Pollenflug von Mitte Februar bis Mitte März, mäßiger bis starker Pollenflug von Mitte März bis Anfang Mai, schwacher Flug von Mai bis Mitte Juni möglich
  • Birke: schwacher Pollenflug von Mitte März bis Ende März, mäßiger bis starker Pollenflug von April bis Anfang Mai, schwacher Flug von Mai bis Mitte Juni möglich
  • Buche: schwacher Pollenflug von Ende März bis Mitte April, mäßiger bis starker Pollenflug von Mitte April bis Mitte Mai, schwacher Flug von Mai bis Mitte Juni möglich
  • Eiche: schwacher Pollenflug von Anfang bis Mitte April, mäßiger bis starker Pollenflug von Mitte April bis Mitte Mai, schwacher Flug von Mai bis Mitte Juni möglich
  • Gräser: schwacher Pollenflug von Anfang bis Mitte April, mäßiger bis starker Pollenflug von Mitte April bis Mitte August, schwacher Flug von Mitte August bis Anfang Oktober möglich

Was hilft bei Pollenallergie?

Besprechen Sie individuelle Behandlungslösungen für Ihre Pollenallergie mit Ihrem Hausarzt oder Allergologen. Je nachdem wie schwer Ihre Allergie ausgeprägt ist und gegen welche Pflanzenpollen Sie allergisch reagieren, können verschiedene Medikamente oder Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.

Typischerweise werden Antihistaminika verschrieben, die etwa als Tabletten, Tropfen oder Nasensprays eingenommen werden können. Diese Medikamente hemmen die Wirkung der körpereigenen Histamine, die als Immunantwort ausgeschüttet werden, um die Pollen zu bekämpfen. Allerdings können Antihistaminika als Nebenwirkung Müdigkeit und Konzentrationsschwächen auslösen. Kortison wird bei schweren allergischen Reaktionen ebenfalls verschrieben, sollte aber nur auf ärztliche Empfehlung genommen werden.

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Mit einigen kleinen Kniffen und Tricks können Sie die Pollenbelastung auf Ihren Körper ebenfalls absenken. Waschen Sie sich regelmäßig die Haare. Dadurch spülen Sie Pollen aus Ihrem Haar und können Abends mitunter beschwerdefreier schlafen. Ihre Kleidung sollte während der Pollensaison ebenfalls regelmäßig gewaschen werden. Merken Sie, dass Ihre Augen zu tränen beginnen und anfangen zu jucken, waschen Sie Ihr Gesicht und Ihre Augen im Waschbecken. So werden Pollen von der Haut, aus den Augenbrauen, Wimpern oder dem Bart entfernt.

Im Video: Darum ist Trockenheit für Allergiker so belastend

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