21. Mai 2021
Allergisches Asthma bronchiale: Symptome und Therapie

Allergisches Asthma erkennen und behandeln

Im Gegensatz zum intrinsischen Asthma wird das allergische Asthma durch Allergene ausgelöst, auf die unser Immunsystem und unser Körper reagieren. Häufig steht es in Verbindung zu Heuschnupfen oder anderen Allergien. So erkennen und behandeln Sie allergisches Asthma bronchiale.

Was ist Asthma?

Der Begriff Asthma stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „Beklemmung“ oder „Keuchen“. In den Atemwegen von Menschen mit Asthma besteht andauernd (chronisch) eine Entzündung. Gleichzeitig ist die Krankheit durch eine erhöhte Empfindlichkeit der Bronchien gegenüber allergenen und unspezifischen Reizen gekennzeichnet. Diese sogenannte bronchiale Hyperreagibilität und die permanente Entzündung führen über mehrere Mechanismen zu einer Verengung der Bronchien (=Atemwegsobstruktion), welche die Asthma-typischen Symptome hervorruft. Dazu zählen ein deutlich hörbares Pfeifen bei der Atmung, Beklemmung in der Brust oder auch nur Husten, Kurzatmigkeit oder Luftnot. Charakteristisch ist auch, dass die Symptome meist anfallsartig auftreten. Danach tritt eine erhebliche Besserung ein bis sie erneut aufflammen.

Was bedeutet „allergisches Asthma bronchiale“?

Grundsätzlich wird von allergischem Asthma gesprochen, wenn die eigentlichen Asthmareaktionen durch die Allergene hervorgerufen werden. Das Immunsystem des Körpers reagiert mit der Bildung von Antikörpern auf die fremden Eiweiße. Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Seiner Wortherkunft nach bezeichnet es sinngemäß die beim Asthma auftretende Beklemmung im Brustraum und das Keuchen beim Atemvorgang.

Asthma bronchiale – meist vereinfacht als Asthma bezeichnet – ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege. Eine solche Entzündung sorgt für die erhöhte Empfindlichkeit des Bronchialsystems. Diese führt beim Patienten gemeinsam mit der ständigen Entzündung über kurz oder lang zu einer Verengung der Bronchien.

Was ist der Etagenwechsel?

Allergien sind mit ihren Symptomen, also dem Jucken von Haut, Augen und Nase an sich schon lästig. Das häufige Niesen in der Belastungszeit lässt sich vielleicht noch überstehen und mit entsprechenden Medikamenten eindämmen. Was den meisten Allergikern jedoch Angst macht ist die Gefahr, dass sich die Allergie im Körper ausbreitet.

Dann spricht man vom Etagenwechsel, das heißt, die Symptome sind nicht mehr nur auf die Haut oder die oberen Atmungsorgane beschränkt. Dies kann dazu führen, dass Kreuzallergien (Nahrungsmittel) entstehen oder die unteren Atemwege geschädigt werden. Beim Etagenwechsel greift nämlich eine Erkrankung der oberen Atemwege (Nase, Rachen) plötzlich auch die unteren Atemwege (Lunge, Bronchien) an. Hierbei spricht man dann vom allergischen Asthma bronchiale.

Ist allergisches Asthma gefährlich?

Allergisches Asthma kann für einen schwer erkrankten Patienten durchaus lebensbedrohlich werden. Wie beim nicht-allergischen Asthma bronchiale auch, unterscheidet man drei verschiedene Härtegrade. Bei einer akuten allergischen Asthmareaktion kann es passieren, dass die sowieso gereizten Bronchien derart anschwellen, dass kein ausreichender Gasaustausch mehr erfolgen kann. In einer solchen Situation wird der Betroffene unter Umständen ohnmächtig und kann blau anlaufen.    

Allergisches Asthma: die Auslöser

Auslöser von allergischem Asthma sind die Allergene. Hierbei gibt es viele verschiedene Stoffe, auf die Sie allergisch sein können. In den meisten Fällen sind es Allergien gegen Tierhaare, Pollen oder die Hausstaubmilbe. Besonders gefährlich wird das allergische Asthma durch die Tatsache, dass es nicht die erste Stufe einer Allergie ist. Nach dem sogenannten Etagenwechsel ist der Körper noch empfindlicher gegenüber den auslösenden Allergenen als beim simplen Heuschnupfen. Das hat zur Folge, dass nicht nur die eigentlichen Allergene gefährlich sind. Die Bronchien reagieren möglicherweise auf andere Stoffe, auf Rauch, auf kalte Luft, auf Infekte oder ähnliches mit allergischem Asthma. Diese eigentlich unspezifischen Reize haben dann die gleichen dramatischen Folgen wie der Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff.

Symptome von allergischem Asthma

Die Symptome des allergischen Asthma sind sehr vielfältig. Asthmatiker können Beschwerden nur vorbeugen, indem sie ihre spezifischen Allergieauslöser wie Pollen & Co. meiden und aus dem Weg gehen – dies ist jedoch nicht immer möglich. Zu den typischen Symptomen zählen:

  • Kurzatmigkeit
  • plötzlich auftretende Atemnot
  • starker Husten
  • pfeifende Atemgeräusche
  • Unruhe und Aufregung
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • Schwierigkeiten beim Ausatmen
  • Beklemmungsgefühl in der Brust

In den akuten Fällen allergischen Asthmas werden diese Symptome durch Herzrasen begleitet. Durch die auftretende massive Verengung der Bronchien wird der Körper unter Stress gesetzt und nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Lippen färben sich dabei meist blau. In einem solchen Fall ist Eile geboten und sofort ein Arzt aufzusuchen.
Wie auch beim klassischen Asthma schwanken die Symptome beim allergischen Asthma in ihrer Ausprägung. Die Symptome klingen entweder von selbst oder durch die Einnahme entsprechender Medikamente wieder ab.

Allergisches Asthma: Diagnose

Ob man unter allergischem Asthma leidet, kann der Arzt durch gezielte Fragen herausfinden. Hier spielt es zum Beispiel eine wichtige Rolle, ob spezielle Faktoren wie Rauch, Staub oder auch der Aufenthaltsort eine Verschlimmerung hervorrufen. Eine körperliche Untersuchung, sowie eine Lungenfunktionsprüfung und ein Allergietest werden bei Verdacht ebenfalls vorgenommen. Meist werden die Untersuchungen vom Hausarzt durchgeführt. Aber auch ein Allergologe, bei dem Sie aufgrund Ihrer allergischen Beschwerden in Behandlung sind, kann weiterhelfen und Ihnen eine entsprechende Diagnose stellen.

Das Vital-Allergie-ABC
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Allergie-ABC: Lesen Sie in unserem Allergie-ABC nach, was hinter Begriffen wie Etagenwechsel, Hypersensibilisierung und Co. steckt. 

Medikamentöse Behandlung von allergischem Asthma

Die Therapie ist vorwiegend medikamentöser Art. Die Krankheit ist nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht heilbar. Allerdings gibt es gute Therapieansätze, die die Symptome der Asthmatiker eindämmen und auch in akuten Situationen hilfreich sind.

Die medikamentöse Therapie unterscheidet sich in Controller- und Reliever-Therapie. Bei der Gruppe der Controller-Medikamente werden die Patienten über einen sehr langen Zeitraum behandelt. Sinn dieser Therapie ist es, die ständige Entzündungsbereitschaft der Atemwege zu unterdrücken und die Bronchien zu erweitern. Die Controller-Medikamente schwächen einerseits vorhandene Entzündungen ab, dämpfen aber gleichzeitig auch die Anfälligkeit der Bronchien gegen Entzündungen. Damit sie ihren Effekt optimal entfalten können, müssen sie von den Asthmatikern täglich eingenommen werden - auch in der beschwerdefreien Zeit.

Die sogenannten Reliever sollen als Bedarfsmedikamente eine kurzfristige Erleichterung von den Asthmasymptomen erwirken. Sie werden bei Notfällen und akuten Beschwerden eingesetzt. Ihre Wirkung entfalten sie unmittelbar nach der Anwendung. Meist werden sie in Form von Asthmaspray inhaliert. Durch die Inhalation gelangt der Wirkstoff direkt in die Atemwege. Asthmatiker sollten also immer ein Asthmaspray bei sich haben.

Homöopathie kann die konventionelle Therapie unter Umständen ersetzen. Da Asthmatiker ihre Medikamente aber meist schon über einen langen Zeitraum einnehmen, werden diese zu Beginn der Behandlung, erst einmal beibehalten. In der Regel benötigen Asthmatiker das Notfall-Spray dann nur noch selten oder gar nicht mehr.

Unterstützende Maßnahmen

Neben bestimmten Medikamenten werden zur Behandlung von Asthma aber auch nicht medikamentöse Maßnahmen empfohlen. Menschen mit Asthma sollten sich bewusst mit dieser Krankheit auseinandersetzen und sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. An erster Stelle steht eine entsprechende Schulung, in der die Patienten mehr über die Krankheit erfahren. Inhalt ist aber auch der richtige Umgang mit den Medikamenten und verschiedene Techniken, die im Bedarfsfall eine Linderung bringen können. Regelmäßiges Ausdauertraining, eine Reduktion des Körpergewichts und der Verzicht auf Zigaretten können ebenfalls erheblich zur Verbesserung des Krankheitsbildes beitragen.

Ebenfalls ist eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung für Asthmatiker wichtig. Asthmatiker sollten deshalb vor allem reichlich Obst und Gemüse zu sich nehmen. Gesättigte Fettsäuren, zu viel Salz, Fertiggerichte und Fleisch verstärken die Asthmabeschwerden. Vorsicht auch vor Lebensmitteln, die vermehrt zu Unverträglichkeiten und allergischen Reaktionen führen können – zum Beispiel Weizen, tierische Milchprodukte oder Meeresfrüchte. 

Gleiches gilt für eine sogenannte Atemphysiotherapie und verschiedene Atemtechniken, die dabei helfen sollen, besser mit der Krankheit umzugehen. Eine Atemphysiotherapie wird häufig bei chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen eingesetzt. Ziel ist die Wiederherstellung einer möglichst uneingeschränkten Atmung. Eine spezifische Immuntherapie wie die Hyposensibilisierung ist in manchen Fällen ebenfalls hilfreich.

Allergischem Asthma vorbeugen

Um Allergien vorzubeugen, werden einige Maßnahmen empfohlen, die sich insbesondere auf bestimmte Lebensgewohnheiten und die Ernährung beziehen. In erster Linie empfiehlt es sich, ein gesundes Gewicht zu halten. Tatsächlich wird ein zu hohes Körpergewicht immer öfter auch mit Asthma in Verbindung gebracht. So sollen Übergewichtige ein viel höheres Risiko haben, von dieser Atemwegserkrankung betroffen zu sein, als Normalgewichtige. Auch bestimmte Nahrungsmittel wie zum Beispiel Kuhmilch, Eier, oder Nüsse können bei Allergikern Atembeschwerden oder Asthmaanfälle hervorrufen. Solche Trigger gilt es in jedem Fall zu vermeiden.

Übrigens: Eine gute Alternative, um bei seinen Kindern Asthma vorzubeugen ist auch das Stillen. Über die Muttermilch erhalten Babys wichtige Stoffe für ihr Immunsystem, das zu Beginn des Lebens noch nicht vollständig entwickelt ist. Stillen soll das Asthma-Risiko tatsächlich um 40 Prozent senken.

Hat man mit allergischem Asthma eine geringere Lebenserwartung?

Auch wenn man Asthma nicht heilen kann, sind die Behandlungsmöglichkeiten heutzutage doch so gut, dass die Lebensqualität eines Patienten keineswegs eingeschränkt sein muss. Zudem entspricht die Lebenserwartung eines gut behandelten Asthmatikers der eines Gesunden. Mit der richtigen Vorsorge kann man einiges für einen günstigen Krankheitsverlauf tun. Bleibt das chronische Asthma jedoch unbehandelt, ist mit zunehmender Krankheitsdauer zu befürchten, dass die Atemwege des Patienten einen bleibenden Schaden nehmen und es zu dauerhaften Beschwerden kommt. Ohne eine geeignete Behandlung kann ein Asthmaanfall sogar schwerwiegender verlaufen oder sogar zum Tod führen.

Coronavirus: Sind Asthmatiker besonders gefährdet?

Junge Menschen, deren allergisches Asthma medikamentös gut eingestellt ist, haben kein höheres Risiko, an Covid-19 zu erkranken oder einen schweren Verlauf zu erleiden. Anders sieht dies jedoch bei Menschen mit schwerem Asthma aus: Menschen, die sich aufgrund starker Asthma-Symptome auf Therapiestufe 4 oder 5 befinden, sollten besonders vorsichtig sein. Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass Patienten mit schwerem, nicht-allergischem Asthma ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben. Dasselbe gilt für Patienten mit einer fortgeschrittenen chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Video: Alles über Asthma – die chronische Krankheit einfach erklärt

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