Nahrungsmittelunverträglichkeit Umgang mit Laktose-Intoleranz

12 Millionen Deutsche leiden an einer Laktoseintoleranz - doch das heißt nicht, dass man ständig auf alles verzichten muss. Wir zeigen, wie Sie auch mit einer Unverträglichkeit gutes Essen und Trinken genießen können.

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Tests geben Aufschluss

Drei Diagnosetests können einer Laktose-Intoleranz heute schnell und unkompliziert auf die Spur kommen: Indirekt geben der Wasserstoffatemtest und der Laktosebelastungstest darüber Aufschluss, ob überhaupt eine Verwertung des Milchzuckers durch Laktase erfolgt. Dazu werden nach gezielter Gabe von Laktose der Gehalt von Wasserstoff im Atem bzw. der Blutzuckerspiegel gemessen. Ein neuer Gentest kann zudem klären, ob die Unverträglichkeit genetisch oder sekundär ist. Zusätzlich sollten Auslassdiäten die Diagnose ergänzen. Sie zeigen, ob sich die Beschwerden beim Weglassen milchzuckerhaltiger Lebensmittel bessern.

„Kreuz-Intoleranzen“

Ein gereizter Darm reagiert auf vieles empfindlich. Oft machen dann nicht nur Milchzucker, sondern auch Gluten, Fruchtzucker, Ballaststoffe, Geschmacksverstärker, Histamin oder Süßstoffe Probleme. „Nahrungsmittelunverträglichkeiten zeichnen sich durch eine sehr hohe Komplexität aus“, erklärt der Internist und Ernährungsmediziner Dr. Maximilian Ledochowski von der Universitätsklinik Innsbruck. „Oft kommt es erst durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu Unverträglichkeitsreaktionen.“

Maßgeschneiderte Therapien

Die Behandlung richtet sich nach Ausprägung, Art und Kombination der Unverträglichkeit. Bei der sekundären Laktose-Intoleranz liegt das Hauptaugenmerk darauf, die Grunderkrankung zu therapieren und dem Darm durch konsequentes Meiden von Laktose und eventueller weiterer problematischer Stoffe ausreichend Zeit zur Beruhigung und Regeneration zu geben. Bei der genetisch bedingten Laktose-Intoleranz ist das Behandlungs-Schema nicht ganz so eindeutig festzulegen. Denn: Manche Patienten vertragen überhaupt keine Laktose; Andere wiederrum, und das ist die Mehrheit der Betroffenen, haben jedoch nur mit stark laktosehaltigen Lebensmitteln wie Milch, Molke, Kaffeesahne oder Pudding ihre Probleme. Sie vertragen Butter oder Hartkäse jedoch gut, Sahne, Quark oder Frischkäse nur in Maßen. Je nachdem, wie viel Laktase der Körper noch produziert. Deshalb kommen in der Schulmedizin in der Regel folgende drei Maßnahmen zum Einsatz: eine laktosearme Ernährung, die Sanierung des Darms und/oder der gezielte Ersatz des Enzyms Laktase durch Arzneimittel.

Laktose versteckt sich oft

Der Verzicht auf laktosehaltige Lebensmittel gestaltet sich jedoch schwierig. Viele Fertiggerichte, aber auch Wurstwaren, Würzmischungen und Medikamente enthalten oft versteckten Milchzucker. Tipp: Die Zutatenlisten kritisch lesen, möglichst viel frisch selbst kochen und offensichtlich laktosehaltige Lebensmittel meiden. Da Milchprodukte unsere wichtigsten Kalziumlieferanten sind, kann ein Mineralstoffmangel durch kalziumreiches Mineralwasser oder laktosefreie Produkte (siehe nächste Seite) verhindert werden. Bei denen ist die Laktose schon aufgespalten, deshalb schmecken sie süßlich.

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