Lebensmittelallergien Glutamatallergie

Der Geschmacksverstärker Glutamat verleiht den meisten Fertigprodukten, Chips und Würzmitteln den letzten Pfiff. Gleichzeitig steht er auch im Ruf, einige Menschen krank zu machen.

Frau mit Magenkrämpfen

Was ist Glutamat? 

Den Geschmacksverstärker Glutamat findet man in fast allen Fertiggerichten, Soßen und Gewürzmischungen. Er sorgt dafür, dass der Eigengeschmack von Nahrungsmittel im Gehirn intensiviert wird und sie so aromatischer schmecken. Gleichzeitig ist Glutamat eine körpereigene Aminosäure, die als Botenstoff (Neurotransmitter) fungiert und auch in natürlichen Lebensmitteln wie Tomaten und Fleisch enthalten ist. Künstlich zugesetztes Glutamat hat zwar laut Weltgesundheitsorganisation keinen schädlichen Einfluss auf den Körper, trotzdem müssen Hersteller die Verwendung auf den Zutatenlisten der Produkte kennzeichnen. Glutamate verstecken sich hinter den Namen E 620 – 625. Aber auch, wenn Glutamat nicht auf der Zutatenliste zu finden ist, sollte man vorsichtig sein, denn in Hefeextrakt, Würze, Sojawürze und Fleischextrakt ist ebenfalls Glutamat enthalten. 

Übrigens: Der Vermerk "frei von Geschmacksverstärkern" schließt die Verwendung von Glutamat nicht aus.

Anzeichen einer Glutamatunverträglichkeit

Die Symptome einer Glutamatunverträglichkeit treten meist innerhalb von wenigen Minuten nach dem Verzehr einer bestimmten Mahlzeit auf. Dazu gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Kribbeln im Hals
  • Juckreiz
  • Herzklopfen
  • Hitzewallungen
  • Mundtrockenheit
  • Hautrötungen
Auch Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen treten nach dem Verzehr von glutamathaltigem Essen gelegentlich auf. All diese Anzeichen sind je nach Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt und müssen natürlich nicht gleichzeitig auftreten. In den meisten Fällen vergehen die Beschwerden innerhalb kürzester Zeit wieder, sie können aber auch länger anhalten.

Lässt sich eine Glutamatallergie nachweisen?

Bei einer Glutamatunverträglichkeit handelt es sich um eine sogenannte Pseudoallergie. Das bedeutet, dass die Reaktion des Körpers nicht vom Immunsystem ausgelöst wird und somit auch nicht mit einem Allergietest nachgewiesen werden kann.

China-Restaurant-Syndrom

Bekannt wurde die Glutamatunverträglichkeit in den 70er Jahren durch das sogenannte „China-Restaurant-Syndrom“. Nach dem Genuss chinesischer Speisen klagten etliche Menschen über Übelkeit, Kopfschmerzen, Halskribbeln und Herzrasen.

Schnell konnte belegt werden, dass diese Symptome auf den übermäßigen Verzehr von Glutamat zurückgeführt werden können. Da die Symptome einer Glutamatunverträglichkeit aber sehr unspezifisch sind, bleibt sie häufig und lange unentdeckt.

Behandlung einer Glutamatunverträglichkeit 

Wer fürchtet, an einer Glutamatunverträglichkeit zu leiden, sollte generell auf Fertiggerichte, Chips und Würzmittel verzichten und möglichst frisch kochen. Auch ein guter Vitamin-B-Spiegel trägt zu einer besseren Verträglichkeit von Glutamat bei.

Nebenwirkungen von Glutamat

Wer glutamathaltigen Speisen verträgt, darf natürlich auch in Zukunft und ganz ohne Bedenken auf Lebensmittel mit Glutamat zurückgreifen. Doch Vorsicht: Der Eiweißbaustein wird auch bei Lebensmitteln mit geringer Qualität eingesetzt, damit diese schmackhafter werden und man gar nicht genug davon bekommen kann. Damit ist eine der ganz großen Nebenwirkungen von Glutamat ziemlich sicher das Übergewicht. Greifen Sie also auch ohne Glutamatunverträglichkeit lieber zu hochwertigen Lebensmitteln, die gänzlich ohne Glutamat-Zusatz auskommen.

Datum: 21.08.2020

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