Symptome bei Obst und Fruchtsäften? Fruchtzucker-Unverträglichkeit

Euer Darm rebelliert nach der Aufnahme von Obst und Fruchtsäften? Eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit könnte dahinter stecken. Wir verraten, worauf ihr achten solltet.

Obst-und-Früchte

Behandlung einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit

Wurde die Diagnose einer Fruktose-Intoleranz vom Arzt gestellt, ist ein Gespräch mit einem Ernährungsexperten der nächste Schritt. Der Ernährungsberater stellt mit euch zusammen einen Ernährungsplan auf und sagt euch, welche Lebensmittel ihr lieber vermeiden oder nur in kleinen Portionen verzehren solltet. In den meisten Fällen müsst Ihr den Fruchtzucker nicht gänzlich von eurem Speiseplan streichen, denn Fruchtzucker liefert dem Körper wichtige Nährstoffe. Die einzige Ausnahme ist, wenn ihr an einer hereditären Fruktose-Intoleranz leidet. Hierbei handelt es sich um eine erbliche Störung des Fruktose-Stoffwechsels, welche bereits im Säuglingsalter auftritt. Bei einer Zufuhr von Fruchtzucker entstehen zum einen Magen-Darm-Beschwerden, zum anderen lagert sich der Fruchtzucker in der Leber an, wodurch eine lebensbedrohliche Vergiftungserscheinung zum Vorschein kommen kann.

Bei einer Ernährungsberatung wird des Weiteren mit euch über eure Essgewohnheiten gesprochen und eure Ernährung gezielt umgestellt. Eine Therapie beginnt meist mit einer zwei- bis vierwöchigen Phase, in der ihr nur noch Lebensmittel ohne Fruchtzucker zu euch nehmt. In einem Tagebuch haltet ihr dann euer Essen vom Tag und eure Wohlbefinden fest. Eine Verbesserung der Beschwerden ist in erster Linie das angestrebte Ziel.

Nach den ersten Wochen beginnt die nächste Phase. Fruchtzuckerhaltige Lebensmittel finden wieder einen Platz auf eurem Speiseplan. Natürlich sind das anfangs erst einmal Lebensmittel, die relativ wenig Fruchtzucker enthalten, damit sich euer Körper neu an die Fruktose gewöhnen kann. Euer Berater versucht dadurch mit Euch herauszufinden, wie gut ihr bestimmte Lebensmittel vertragt und welche euch Probleme bereiten. In einem Tagebuch haltet ihr auch das wieder alles fest. Ebenfalls wird darauf geachtet, ob ihr mit der derzeitigen Ernährung alle wichtigen Nährstoffe ausreichend zu euch nehmt oder ob euch Nährstoffe fehlen.

Das Beste: Künftig müsst ihr nicht mehr verzweifelt Lebensmittel suchen, die ihr vertragt. Ihr solltet lediglich auf eure Ernährung und die Zeichen eures Körpers achten, um gesund und ohne Beschwerden leben zu können. Es gibt bei einer Unverträglichkeit keine Verbote, ihr esst das, was Euer Körper verträgt. Das Transportsystem im Darm erholt sich häufig so gut, dass Betroffene sogar ab und zu fruchtzuckerhaltige Lebensmittel wie Äpfel ohne Beschwerden essen können.

Ernährung bei einer Fruchtzucker-Intoleranz

So esst ihr bei einer Fruchtzucker-Intoleranz richtig:

  • Natürliche und gesunde Zuckerersatzstoffe wie Stevia, Xylit und Sorbit sind in zuckerfreien Bonbons, in Kaugummis und Diabetikerprodukten enthalten. Versucht sie weitestgehend zu meiden, um eine intakte und gesunde Verdauung beizubehalten, denn die Stoffe behindern die Aufnahme von Fruchtzucker aus dem Darm.
  • Geht mit fruktosehaltigen Lebensmitteln sorgfältig um. Mangos, Trauben, Birnen, Trockenfrüchte, Apfelkraut, Äpfel, Honig, Frucht- und Gemüsesäfte und Birnendicksaft enthalten besonders viel Fruchtzucker. Herkömmlicher Haushaltszucker besteht zum einen Teil aus Frucht- und zum anderen Teil aus Traubenzucker. In Süßigkeiten, Softdrinks, Gemüsekonserven und Light-Produkten ist besonders viel Zucker enthalten, da sie oft mit Süßungsmitteln versetzt werden. Schaut vor dem Verzehr lieber auf die Zutatenliste, bevor ihr euch an den Zucker herantraut!
  • In der Regel gelten Obstsorten wie beispielsweise Bananen, Beeren und Aprikosen als gut verträglich, weil sie entweder wenig Fruchtzucker besitzen oder eine in etwa gleiche Menge an Fruktose und Glukose. Traubenzucker erleichtert die Aufnahme von Fruktose im Darm. Andernfalls kann Traubenzucker auch dem Obst beigemischt werden, um einen relativen Ausgleich von Glukose und Fruktose zu erzielen.
  • Erspart eurem Darmtransporter etwas Arbeit und esst Obst nicht nur pur. Verzehrt es in Form eines Nachtischs mit Milchprodukten. So wird der Fruchtzucker durch das Fett und Eiweiß langsamer aufgenommen.

Autor: Mareike Schumacher

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