Überreaktion des Immunsystems Häufige Symptome einer Allergie

Eure Nase läuft und Ihr müsst ständig niesen? Das können Symptome einer Allergie sein. So erkennt Ihr, ob Ihr es mit einer allergischen Reaktion zu tun habt.

Allergie Symptome richtig erkennen

Betroffene kennen die Anzeichen: Die Haut juckt, die Nase ist zu, die Augen tränen oder Asthma ähnliche Beschwerden treten auf. Oft werden diese Beschwerden mit einer herannahenden Erkältung verwechselt. Gerade im Frühling und Sommer sind dies häufig Anzeichen für eine allergische Reaktion oder Heuschnupfen.

Solltet Ihr unter diesen Beschwerden leiden, dann können eine Behandlung beim Arzt mit Medikamenten oder aber verschiedene Therapien (zum Beispiel Desensibilisierung) Linderung verschaffen.

Was ist eine Allergie?

Bei einer allergischen Reaktion reagiert das Immunsystem über. Der Körper reagiert auf Substanzen wie zum Beispiel Pollen, Tierhaare oder verschiedene Nahrungsmittel. Das ist im Grunde eine ganz natürliche Reaktion. Damit der Körper besser mit Viren und Bakterien umgehen kann, hat das Immunsystem verschiedene Abwehrmechanismen entwickelt. Bei einer allergischen Reaktion versucht der Körper die "Eindringlinge" (die Antigene) abzuwehren und produziert Antikörper. Die Antikörper wandern dann vom Blut ins Gewebe. Dort treffen sie auf die Mastzellen. Mastzellen tragen aggressive Botenstoffe auf sich, die freigesetzt werden, wenn Antikörper und Mastzellen einen der Antigene fangen. Die freigesetzten Botenstoffe lösen im Gewebe Entzündungen aus und erweitern die Blutgefäße. Dies kann zu unterschiedlichen Symptomen führen: Hautreaktionen, brennende Augen, Niesreiz, laufende Nase und Schwellungen. Bei einer besonders heftigen Reaktion der Bronchien oder des Kreislaufs sprechen wir von einem allergischen oder anaphylaktischen Schock. Lösen die Allergene einen anaphylaktischen Schock aus, kann dies lebensgefährlich werden. Dann solltet Ihr sofort einen Arzt aufsuchen.

Die Symptome können am ganzen Körper auftreten. Viele Allergiker reagieren unterschiedlich stark. Die Beschwerden bleiben meistens so lange bestehen, wie die Allergene im Organismus sind. Die Heftigkeit der Reaktion hängen vom Allergietyp ab. Hier unterscheidet man von Typ I bis hin zu Typ IV. Die Reaktionen können entweder sofort, erst nach Stunden oder in manchen Fällen nach mehreren Tagen auftreten.

In unserem Ratgeber findet Ihr die typischen Anzeichen für allergische Erkrankungen.

Was sind typische Symptome einer Allergie?

Die auftretenden Anzeichen sind abhängig davon, um welche Art der Allergie es sich handelt. Häufig zeigen sich die Symptome lokal auf dem Körper. Zum Beispiel kommt es bei Heuschnupfen oft zu Beschwerden im Bereich Augen, Nase und Rachen. Diese Körperstellen werden durch die Inhalation von Pollen gereizt. Aber auch das Herz-Kreislauf-System kann durch die allergische Reaktion in Mitleidenschaft gezogen werden. Oftmals fühlen sich Pollenallergiker bei Kontakt mit dem Allergen müde und abgeschlagen. Insofern bleibt auch bei Heuschnupfen die allergische Reaktion nicht immer lokal begrenzt.

Manchmal gibt es auch Allergien, deren Symptome sich von vornherein über den gesamten Körper ausbreiten, wenn sich der Erreger über die Blutbahn verteilt. Das wird für Betroffene gefährlich, wenn der Blutdruck stark abfällt. Dann droht ein anaphylaktischer Schock. Dieser erfordert sofort eine Behandlung beim Arzt.

Eine allergische Reaktion betrifft häufig die Augen, die Atemwege, die Haut oder den Magen-Darm-Trakt. Teilweise sind mehre Organe gleichzeitig betroffen.

Hier findet Ihr eine Übersicht mit typischen Symptomen und Ursachen einer allergischen Reaktion:


1. Reaktionen an den Augen:

Die Allergene können bei Kontakt sofortige, allergische Symptome auslösen. Die Reaktionen können dann auf der Bindehaut und auf der Haut um die Augen herum auftreten. Die Folgen sind rote geschwollene Augen, Augentränen, eine Bindehautentzündung und Juckreiz.

Augenbeschwerden sind oft mit einem allergischen Schnupfen verknüpft.

Symptome sind:

  • juckende, tränende rote Augen und geschwollene Lider

Auslöser sind:

  • Pollen

  • Hausstaubmilben

  • Tiere (Katzen Hunde, Pferde, Vögel etc.)

 

2. Reaktion der Atemwege:

Allergene, die über die Luft in den Körper gelangen, wie z.B. Pollen, Tierhaare und Ausscheidungen von Hausstaubmilben haben ihren ersten Kontakt mit den Atemwegen. In der Nase führen sie zu einem allergischen Schnupfen (einer Rhinitis). Die Nasenschleimhaut schwillt an, die Nase verstopft oder fängt an zu laufen. Gleichzeitig juckt sie unerträglich. Im schlimmsten Fall sind dies auch Anzeichen für einen Heuschnupfen oder für das Auftreten von starkem Asthma.

Symptome sind:

  • Niesreiz und Schnupfen

  • verstopfte und juckende Nasen

  • Atemnot oder Asthma

  • Schwellung der Atemwegen

Auslöser sind:

  • Pollen

  • Hausstaubmilben

  • Tiere (Katzen Hunde, Pferde, Vögel etc.)

 

3. Reaktion des Magen-Darm-Traktes:

Ähnlich wie die Haut eine äußere, so ist die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes eine innere Barriere. Sie besitzt ebenfalls effektive Abwehrmechanismen. Bereits die Mundschleimhaut kann ein Allergen mit Kribbeln, Schwellung und Juckreiz quittieren.

Magenbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen, Erbrechen und Durchfall können die Antwort des restlichen Verdauungstraktes sein. Schlimmstenfalls entzündet sich die Schleimhaut sogar.

Symptome sind:

  • Durchfall

  • Magenschmerzen

  • Übelkeit und Erbrechen

Auslöser und Ursache sind:

  • Eier

  • Milch

  • Weizen

  • Soja

  • Nüsse

  • Obst und Gemüse

 

4. Reaktion der Haut:

Die Haut ist gespickt mit Abwehrzellen. Schließlich ist sie eine der wichtigsten Barrieren der Umwelt gegenüber. Kein Wunder also, dass sie auf die verschiedensten Allergene ansprechen kann. Sie kann sowohl auf den direkten Kontakt antworten, als auch auf Allergene, die z.B. mit der Nahrung in den Körper gelangen. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Rötung, Ausschläge (Exantheme) oder Quaddeln (Urtikaria). Auch Neurodermitis oder eine Insektengiftallergie können Ekzeme an der Haut hervorrufen.

Symptome sind:

  • Trockene Haut

  • Juckreiz

  • Ausschlag

  • Nesselsucht

Auslöser sind:

  • Lebensmittel (Fisch, Nüsse, Eier, Milch, Weizen)

  • Tiere (Katzen Hunde, Pferde, Vögel etc.)

 

Was kann bei einer Allergie helfen?

Die einfachste Art, eine Allergie zu behandeln, besteht im Vermeiden des Kontakts mit dem auslösenden Allergen. Das ist jedoch im Alltag oft nur schwer umsetzbar, da viele Allergene (Pollen, Tierhaare, Hausstaub) sehr weit verbreitet sind. Habt Ihr von Eurem Arzt die Diagnose einer Allergie erhalten, könnt Ihr Symptome meist mit einer Behandlung in den Griff bekommen. Spezifische Immuntherapien oder Medikamente können den Verlauf der allergischen Erkrankung verbessern.

Autor: Julia Rosicki

Schlagworte: