Akupressur: Anwendung und Wirkung

Akupressur: Anwendung und Wirkung des Heilverfahrens

Egal, ob Entspannung, Gewichtsverlust oder Verdauungsprobleme – bei der sogenannten Akupressur handelt es sich um ein Heilverfahren, das bei verschiedenen Beschwerden Abhilfe verschaffen kann. Doch wie genau funktioniert die Druckpunktmassage? Wir erklären Anwendung und Wirkung von Akupressur.

Kennen Sie das: Sie haben Kopfschmerzen und drücken mit den Fingern auf Ihre Schläfen und massieren diese Punkte, bis der Schmerz nachlässt? Dann haben Sie schon mal Akupressur angewendet. Doch was versteht man darunter eigentlich genau?

Was ist Akupressur?

Bei Akupressur handelt es sich um ein über 5000 Jahre altes chinesisches Heilverfahren, bei dem ein stumpfer Druck auf bestimmte Körperstellen ausgeübt wird. Das Verfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ähnelt der Akupunktur – anstelle von Nadeln werden zum Ausüben des Drucks jedoch Daumen, Handballen, Ellenbogen, Knie oder spezielle Hilfsmittel eingesetzt. Die Heilmethode kann zur Behandlung verschiedener Beschwerden oder auch zu deren Vorbeugung angewendet werden.

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So wirkt die Akupressur

Der Druck auf bestimmte Körperpunkte, um den es bei der Akupressur geht, soll Reizpunkte und so die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Hierbei soll das Heilverfahren vor allem zur Vorbeugung von Krankheiten und Beschwerden eingesetzt werden. Wie auch bei der Akupunktur soll durch die Behandlung die natürliche Balance im Körper wiederhergestellt werden. Zu den Problemen, die mithilfe der Akupunktur behandelt werden können, zählen:

  • Migräne
  • Stress
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Kreislaufprobleme

Sogar Gewicht soll man mithilfe der Methode verlieren können. Eine Studie der Berliner Charité ergab zudem, dass Akupressur bei Frauen gegen Menstruationsschmerzen helfen kann. Abgesehen davon gibt es allerdings kaum Studien, die die positiven Auswirkungen von Akupressur belegen, weshalb Leistungen dieser Art nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Der Vorteil von Akupressur: Wenn Sie die Anwendungen nur mit leichtem Druck bei sich selber durchführen, gibt es so gut wie keine Nebenwirkungen. Wer zu stark drückt, kann allerdings blaue Flecken bekommen. Abgesehen davon sollten Sie die Druckpunktmassage nicht an Körperstellen durchführen, an denen die Haut entzündet ist. Auch Schwangere sollten von der Anwendung absehen. 

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Anwendung der Selbstdruckmassage

Im Gegensatz zur Akupunktur können Sie die Akupressur nicht nur in speziellen Praxen oder beim Heilpraktiker durchführen lassen, sie ist auch zur Selbstanwendung geeignet. Akupressurpunkte, die für Sie selber zu erreichen sind, wie das Gesicht, die Hand oder der Fuß, können Sie ohne Hilfe stimulieren. Für Punkte, die für Sie selbst nicht erreichbar sind, benötigen Sie einen Partner. Abhängig von dem jeweiligen Anwendungsfeld gibt es verschiedene Akupressurpunkte, die behandelt werden können. In der Regel handelt es sich bei diesen Punkten um Vertiefungen oder Verdickungen in der Haut, die bei Druck entweder schmerzen oder ein angenehmes Gefühl auslösen. 

Von dem Effekt, den Sie mit der Akupressur erreichen wollen, hängt ab, welchen Punkt an Ihrem Körper Sie behandeln müssen. Der Punkt gegen Migräne und Nackenschmerzen liegt beispielsweise außen am linken Unterarm, ungefähr einen Finger breit oberhalb des Handgelenks. Wenn Sie von dem Punkt zwischen Ihrem großen Zeh und dem Zeh daneben drei Fingerbreiten in die Richtung Ihres Knöchels gehen, ist die Vertiefung zwischen den Sehnen der Druckpunkt gegen Stress, Kopf- und Menstruationsschmerzen. Eine detaillierte Liste mit Akupressurpunkten finden Sie hier>> Die genauen Punkte finden Sie meist durch Ausprobieren. 

Die entsprechenden Punkte können mit leichtem Druck Ihres Daumens oder Ihrer Fingerspitze stimuliert werden. Die TCM empfiehlt Erwachsenen eine Dauer von 10 bis 15 Minuten, laut westlicher Konzepte sollten Sie hingegen zwei bis drei Minuten können am Anfang genügen. Wenn Sie das Verfahren nur für wenige Minuten anwenden, sollten Sie den Vorgang vier- bis fünfmal täglich wiederholen – bei denjenigen, die mindestens zehn Minuten drücken, reichen ein- bis zweimal am Tag. Das Klopfen, Massieren oder Kreisen beim Druckausüben kann den Behandlungserfolg verstärken. 

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Was bringt eine Akupressurmatte?

Eine Akupressurmatte hat einen ähnlichen Effekt wie die Akupressur mit Fingern und Co. Es handelt sich dabei um eine Matte, auf der spitze Noppen aus Hartplastik befestigt sind, die in den Rücken drücken, wenn man sich darauf legt. Genauso wie die herkömmlichen Akupressur-Behandlungen verspricht auch das Liegen auf der Akupressurmatte Linderung bei Beschwerden wie Rücken- und Nackenschmerzen, Kopfschmerzen sowie Stress. Doch auch hier sind die Effekte bisher nur wenig durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Eine Studie aus dem Jahr 2012 ergab jedoch, dass der Einsatz von einer Akupressurmatte die Schmerzen bei Nacken- und Rückenschmerzen reduzieren kann. 

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