17. Mai 2021
Ab wann ist Übergewicht ungesund?

Ab wann kann Übergewicht gefährlich werden?

Übergewicht ist ungesund – das ist eigentlich jedem klar. Aber nur, weil man ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringt, stellt das nicht automatisch eine Gefahr für die Gesundheit dar, oder? Wir erklären, ab wann Übergewicht ungesund ist.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind 53 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer in Deutschland übergewichtig – rund ein Viertel der Erwachsenen sogar stark übergewichtig, also adipös. Übergewicht kann verschiedene Beschwerden verursachen und gilt als Risikofaktor für die Entstehung chronischer Krankheiten.

So ungesund ist Übergewicht

Übergewicht kann die Entstehung von Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose sowie Herz- und Kreislauf-Leiden begünstigen und das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen. Auch stellt Übergewicht einen Risikofaktor für verschiedene Krebsarten wie Darm- oder Brustkrebs dar. Übergewichtige Menschen leiden zudem häufiger an gesundheitlichen Beschwerden wie Atemaussetzern im Schlaf, verminderter Fruchtbarkeit, hormonellen Veränderungen und Problemen mit den Gelenken. Ebenso können psychische Probleme wie Depressionen auftreten. Professor Martin Wabitsch, Leiter der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Ulm gibt zu bedenken: "Das größte Problem ist, dass Übergewicht oft nicht als Problem betrachtet wird." Weiter erklärt er, dass übermäßige Fettpolster nicht als Gefahr wahrgenommen würden, da man sich anfangs nicht krank fühle. Aber ab wann kann Übergewicht eigentlich gefährlich werden?

Ab wann ist Übergewicht ungesund?

Viele Menschen kennen das Problem: Hier und da zeichnet sich eine kleine Speckrolle unter dem Oberteil ab. Aber ist das bereits gefährlich? Einen ersten Anhaltspunkt gibt der Body-Mass-Index (BMI). Ab einem Wert von 25 gilt man als übergewichtig, ab einem Wert von über 30 als adipös. Alleine der BMI sagt jedoch nicht zwingend etwas aus, da hier von einer durchschnittlichen Körpergröße ausgegangen wird. Ebenso können Menschen, die sehr trainiert sind und demnach durch die Muskelmasse mehr wiegen, einen höheren BMI haben, obwohl sie körperlich gesund sind. Ob das Übergewicht gefährlich werden kann oder nicht, lässt sich viel mehr anhand einer Blutuntersuchung herausfinden. Laut Wabitsch sollten vor allem der Blutdruck sowie die Zucker- und Fettwerte im Blut beobachtet werden. Zudem müssen neben Alter und Geschlecht auch genetische Faktoren und Vorerkrankungen mit einbezogen werden. Auch den Körperfettanteil zu errechnen, kann Aufschluss darüber geben, ob das Übergewicht gefährlich werden kann. Was Fettpolster angeht, ist zudem wichtig, wo diese sich befinden. Studien haben ergeben, dass vor allem Bauchfett, sogenanntes Viszeralfett, Entzündungsreaktionen im Körper fördert und Krankheiten begünstigt. Generell gilt: Wer glaubt, ein Problem mit Übergewicht zu haben, der sollte seinen Arzt aufsuchen, um mögliche Therapiemaßnahmen zu besprechen.

Abnehmen: bereits 5 Prozent senkt Erkrankungsrisiko 

Abzunehmen ist für Menschen mit Übergewicht oft schwieriger als angenommen. Laut Experten tragen aber bereits kleine Abnehmerfolge zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes bei. Laut Christina Holzapfel vom Kompetenznetz Adipositas der Technischen Universität München seien Crash-Diäten nicht zu empfehlen. Studien zufolge soll lieber wenig, aber dafür dauerhaft abgenommen werden. Wie Forscher im Fachjournal Cell Metabolism berichten, erweisen bereits die Übergewichtigen ihrer Gesundheit einen Dienst, die es schaffen fünf Kilogramm Körpergewicht zu verlieren. Setzen Sie sich also erst einmal kleine Ziele, die besser zu erreichen sind und langfristig beibehalten werden können.

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