Xylit als Zuckerersatzstoff Wie gesund ist der Birkenzucker wirklich?

Es gibt zahlreiche prominente Zuckerersatzstoffe. Birkenzucker gehört definitiv nicht dazu. Den meisten ist diese Zuckeralternative komplett unbekannt. Doch besitzt Xylit oder Xylitol, wie Birkenzucker auch genannt wird, ein paar versteckte positive Eigenschaften. Welche das genau sind, erfahrt Ihr in unserem Ratgeber.

Xylit - wie gesund ist Birkenzucker?

Die Industrie hat mittlerweile zahlreiche Zuckeralternativen auf den Markt gebracht. Ob Stevia, Aspartam oder Sucolin, die Liste der alternativen Süßmacher ist lang. Birkenzucker hat es da schwer. Doch warum kann sich Xylit nicht gegen seine Konkurrenz durchsetzen? Wobei man von dem Süßungsmittel durchaus noch profitieren kann. Vital hat sich den Zusatzstoff genauer angeschaut und klärt auf. 

Was ist Birkenzucker und wo kommt er her?

Birkenzucker wurde erstmals um 1890 von Emil Fischer entdeckt. Der Wissenschaftler konnte den Zuckeraustauschstoff aus Buchenspänen isolieren. In der Folgezeit wurde Xylit allerdings hauptsächlich aus der Rinde der Birke gewonnen, wodurch es den heute bekannten Namen erhielt. Obwohl es in Baumrinde entdeckt wurde, ist Birkenzucker in nahezu allen Gemüse- und Obstsorten enthalten. Allerdings ist die Menge so gering, dass sich eine Isolierung bei ihnen nicht lohnt. Heutzutage wird Birkenzucker aus vielen Reststoffen wie Stroh, Getreidekleie und Maisspindeln gewonnen. Die Gewinnung ist alles andere als einfach. Die genannten Reststoffe werden auf über 200 Grad erhitzt und mit Schwefelsäure ausgewaschen. Mit diesem Verfahren wird Xylose gewonnen, welche dann unter hohem Druck und mit einem Katalysator zu Xylit verwandelt wird. 

Diese aufwendige Herstellung macht Birkenzucker teuer. Sehr teuer um genau zu sein. Bis zu 16 Euro muss für ein Kilo bezahlt werden. Und besonders umweltschonend ist die Art der Herstellung auch nicht. Der hohe Preis macht den Zuckerersatzstoff für viele Supermärkte unattraktiv. Birkenzucker findet Ihr ausschließlich im Reformhaus. Das Pulver sieht normalem Zucker sehr ähnlich und hat auch eine ähnliche Süßkraft. Die Industrie nutzt Xylit hauptsächlich in der Kaugummi- und Zahnpastaherstellung, allerdings wird Birkenzucker mittlerweile auch für Marmeladen genutzt. Marken wie Bircolin oder Birkengold setzen zunehmend auf die positiven Eigenschaften von Birkenzucker. Doch wie sehen diese eigentlich genau aus?

Übrigens: Zuckerstoffe werden immer öfter in Kosmetika eingesetzt. Die Vorteile dieser Schönmacher findet Ihr in unserem Ratgeber.

Welche positiven Eigenschaften hat Birkenzucker?

Anders als viele Süßstoffe, die meist nur mit an den Haaren herbeigezogenen Fähigkeiten glänzen, besitzt Xylit tatsächlich nachgewiesene positive Eigenschaften. Birkenzucker wirkt nämlich antikariogen. Einfach gesagt: Birkenzucker beugt Karies vor. Aus diesem Grund wird Xylit von der Industrie in der Zahnpflege eingesetzt und zuckerfreie Kaugummis enthalten es oft als Süßmacher. Xylit ist also unser täglicher Begleiter beim Zähneputzen und sorgt mit seiner Wirkung für gesunde Zähne. Was für die Kaugummi- und Zahnpastaindustrie von Vorteil ist, gereicht beim Backen zum Nachteil. Xylit schmeckt leicht minzig. Weitere Tipps für eine richtige Zahnpflege erfahrt Ihr in unserem Ratgeber.

Natürlich haben die Hersteller diesen minzigen Geschmack mittlerweile entfernt, weshalb man Birkenzucker geschmacklich dann doch ohne Probleme zum Backen einsetzen kann. Auch die Süßkraft liegt ähnlich hoch wie bei normalem Haushaltszucker, wodurch man in etwa die gleichen Mengen nutzen kann. Allerdings verträgt sich Birkenzucker nicht mit Hefe. Für Brote ist der Süßstoff also ungeeignet. Birkenzucker ist auch nicht völlig kalorienarm. 100 Gramm Xylit enthalten immerhin noch 240 Kalorien. Zuletzt muss noch eine klare Warnung ausgesprochen werden. Zu Beginn kann Birkenzucker abführend wirken. Der menschliche Körper gewöhnt sich aber nach einer Zeit an den Stoff. Schlimmer ist es da bei Haustieren. Denn bei manchen Tieren, darunter Hunde, wirkt Xylit toxisch und kann zu schweren Vergiftungen führen.

Autor: Alexander Scherb

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