Süßen mit Honig Eignet sich Honig als Zuckerersatz?

Honig gibt es schon seit tausenden von Jahren. Er ist beliebt als Brotaufstrich und als Zusatz für den Joghurt. Immer mehr Menschen nutzen Honig auch als Alternative für Haushaltszucker. Doch ist die süße Leckerei tatsächlich eine gute Alternative zu herkömmlichem Zucker? Vital schaut auf die Vor- und Nachteile des goldenen Sirups.

Honig als Zuckerersatz

Honig als Nahrungsmittel ist fast so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Schon in der Steinzeit gab es spezielle Honigjäger. Die alten Ägypter hatten bereits eine professionelle Honigproduktion und legten den leckeren Süßstoff als Beigabe in die Gräber der Pharaonen. Und der Nektar in "Nektar und Ambrosia" aus der griechischen Mythologie soll Wissenschaftlern zufolge Honig beschreiben. So wundert es nicht, dass Honig gesunde und heilende Fähigkeiten attestiert werden. Aber was für Eigenschaften sind das genau, worin liegen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Honigsorten und das Wichtigste: Wie geeignet ist Honig als Zuckerersatz? Von der Herstellung über den Verkauf bis zum Verzehr: Was man bei Honig beachten sollte, erfahrt Ihr hier.

Honig, das süße Gold

Natürlich war Honig nicht immer so reichlich verfügbar wie heute. In früheren Zeiten wurde Honig sogar mit Gold aufgewogen. Apropos: daraus leitet sich auch der Name des Nektars ab. Denn Honig bedeutet im Indogermanischen so viel wie "Der Goldfarbene". Heutzutage ist Honig zwar erschwinglicher geworden, glänzt aber immer noch mit königlichen Fähigkeiten. Wie Ahornsirup hat auch Honig antioxidative Eigenschaften - baut also im Körper freie Radikale und andere toxische Stoffe ab - und wirkt antiseptisch und damit entzündungshemmend. Träufelt man Honig auf entzündete Stellen, heilen diese schneller. Bakterien, Pilze und andere Parasiten haben keine Chance. Schaut Euch weitere gesunde Anwendungstipps für Honig in unserem Ratgeber an

Gibt es denn eine Honigsorte, die besser geeignet bzw. gesünder ist als eine Andere? Mit Ausnahme des Manuka-Honigs, nein. Natürlich schwanken die Inhaltsstoffe der verschiedenen Honigsorten, allerdings sind diese so marginal, dass es nicht erwähnenswert ist. Trotzdem gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen Manuka und Heidehonig, Akazienhonig, Tannenhonig, Blütenhonig und Honigtau: den Geschmack. 

Honigtau: Eigentlich handelt es sich bei Honigtau gar nicht um echten Honig, sondern um einen honigähnlichen Stoff, der von manchen Blattlaussorten nach der Nahrungsaufnahme abgesondert wird. Bienen sammeln diese Flüssigkeit auf und lagern sie in ihren Waben. Der Geschmack des Honigtaus variiert je nach Pflanze, auf der die Blautläuse sitzen. 

Blütenhonig: Blütenhonig wird (offiziell) ausschließlich aus Honig von Blüten gewonnen. Er ist hellgolden von der Farbe und hat ein sehr blumiges Aroma. Natürlich gibt es viele verschiedene Arten von Blütenhonig, wie beispielsweise Lavendel- oder Salbeihonig. Je nachdem schmeckt der Honig stark nach der benannten Blume oder Blüte. 

Tannenhonig: Tannenhonig wird hauptsächlich aus der Weißtanne gewonnen. Er hat eine dunkelgrüne Farbe und bleibt sehr lange flüssig. Sein Geschmack ist kräftig und harzig und damit sehr speziell. Nicht für jeden geeignet.

Akazienhonig: Wie der Name erahnen lässt, stammt Akazienhonig von Akazien. Durch seinen milden Geschmack ist er eine der beliebtesten Honigsorten und eignet sich sehr gut zum Süßen von Tee oder Saucen. Seine Farbe ist hellgold und dürfte dem Bild der Menschen von Honig am ehesten entsprechen. 

Heidehonig: Heidehonig ist wohl nicht für Einsteiger geeignet. Sein kräftiges, herb-würziges Aroma könnte so manchen Honigfreund abschrecken. Trotzdem ist er unter Kennern sehr beliebt. Er ist bernsteinfarben und hat eine gelartige Konsistenz. 

Manuka: Manuka-Honig ist der neue Shooting-Star unter den Honigsorten. Er wird aus den Blüten der Südseemyrte (Manuka) gewonnen und schmeckt sehr kräftig und fast schon scharf. Auch hier dürfte der ungeübte Gaumen zunächst abgeschreckt werden. Manuka-Honig ist der einzige Honig, der eine noch höhere

Konzentration von Antioxidatien und Entzündungshemmern aufweist als die anderen Honigsorten. 

Ist Honig für Diabetiker geeignet?

Definitiv: Nein! Honig besteht zu 80 Prozent aus Zucker. Davon fallen 38 Prozent auf Fructose, 31 Prozent auf Glucose und zirka 10 Prozent auf sogenannte Oligosaccharide (Mehrfachzucker). Durch den starken Fructoseanteil ist der glykämische Index zwar nicht ganz so hoch wie bei normalem Zucker, allerdings immer noch hoch genug, um Diabetiker zu gefährden. Auch der Kaloriengehalt mit 300 Kalorien pro 100 Gramm ist happig. Wirklich gesund ist Honig, trotz seiner positiven Eigenschaften, also nicht. Zudem sind seine Gebrauchsmöglichkeiten eingeschränkt. Als Zuckerersatz zum Backen eignet sich Honig beispielsweise nicht. Allerdings gibt es zahlreiche Beauty-Tipps für Honig.  

Vorsicht vor der Honig-Falle

Honig ist ein Naturprodukt und in der Herstellung dementsprechend teuer. Deshalb sind manche Hersteller (gerade aus dem arabischen Raum) dazu übergegangen, Honig mit Wasser zu strecken. Geschmacklich fällt dies kaum auf und verboten ist es auch nicht. Legt Ihr Wert auf qualitativ hochwertigen Honig, achtet beim Kauf auf das Siegel des deutschen Imkerverbands. In Deutschland gibt es strenge Richtlinien und gestreckter Honig ist verboten. Zwar ist deutscher Honig im Vergleich etwas teurer, allerdings könnt Ihr so sicher sein, unverfälschten Honig-Genuss zu bekommen. Weitere Tipps, woran Ihr guten Honig erkennen könnt, findet Ihr in unserem Ratgeber.

Anders verhält es sich mit dem Einsatz von Zuckerwasser. Bienen produzieren rund 10 Kilo Honig im Jahr. Davon brauchen sie zirka 6 Kilo selbst. Der hohe Verbrauch liegt an den Wintermonaten, in denen Bienen eigentlich nicht mehr auf Nahrungssuche gehen. Um aber ganzjährig die Honigernte aufrecht erhalten zu können, nutzen viele Imker Zuckerwasser, um die Bienen auch in den kalten Monaten zur Honigproduktion zu nötigen. Das hat schwerwiegende Folgen. Sowohl die Lebenserwartung der Königin als auch der Arbeiterbienen schrumpft dramatisch. Oftmals überleben Königinnen nicht einmal das erste Jahr, obwohl sie bis zu sechs Jahre alt werden können. Die Lebensdauer der Arbeitsbienen ist oftmals noch kürzer. Wir sollten nicht vergessen, dass professionelle Imkerei sich nicht von anderen Massentierhaltungen unterscheidet. Was zählt, ist der Profit. Möchtet Ihr dies vermeiden, greift zu Honig mit einem Öko- oder Biosiegel. Hier wird den kleinen Tierchen über den Winter genügend Zeit zur Erholung gegeben.

Autor: Alexander Scherb

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