Macht Obst dick? Fruchtzucker: Wie gesund ist Fruktose wirklich?

Fruchtzucker ist umstritten, immer mehr Experten warnen vor der Zuckerart. Ist Fruchtzucker wirklich so ungesund und macht der Zucker dick? Wir verraten es Euch und zeigen, was Fruchtzucker alles kann und in welchen Lebensmitteln er zu finden ist.

Fruchtzucker

Was ist Fruchtzucker?

Fruchtzucker ist in der Ernährung auch als Fruktose bekannt. Er gehört zur Gruppe der Kohlenhydrate und ist ebenso wie Traubenzucker (Glucose) ein Einfachzucker (Monosaccharide). Der Einfachzucker besteht aus vielen einzelnen Zuckermolekülen.

Fruktose ist auch ein Bestandteil des herkömmlichen Haushaltszuckers, Saccharose. Der Zweifachzucker besteht zur Hälfte aus Glucose und Fructose. Beide Zuckerarten besitzen dieselbe Kalorienmenge, nämlich vier kcal pro Gramm. Fruktose hat im Vergleich zu Glukose und anderen Zuckersorten die höchste Süßkraft. Ein Grund weshalb die Lebensmittelindustrie sie am liebsten in Fertigprodukte einsetzt. Die eventuellen Auswirkungen auf die Gesundheit werden von der Lebensmittelindustrie gekonnt ignoriert.

Ist Fruktose gesund?

Viele Lebensmittel enthalten versteckten Zucker und sind daher in großen Mengen ungesund. Gesünder als Haushaltszucker ist Fruchtzucker in keinem Fall. Fructose kommt in natürlicher Form in Obst und Gemüse, aber auch in Trockenobst, Honig, Sirup und etlichen Dicksäften, vor. Auf diese Weise ist der Zucker für den Körper nicht schädlich, ein gesunder Organismus kann ihn problemlos abbauen. Dennoch es gibt auch andere Arten von Fruktose, bei denen Vorsicht geboten ist. Die hochkonzentrierte, industriell hergestellte Fructose bzw. Fruchtzuckersirup ist nur ein Beispiel. Der Zucker ist vor allem in Fertigprodukten wie Süßigkeiten, Fertigkuchen und industriell hergestellten, gesüßten Getränken wie Cola zu finden. Diese Form von Zucker gilt als gesundheitsgefährdend. Essen wir zuviel des Zuckers kann er zu einem richtigen Problem für unsere Gesundheit werden. Fruktose wird in der Leber zu Fett abgebaut, ein Großteil des Fettes gelangt zurück ins Blut, wodurch die Cholesterin- und Blutfettwerte steigen und der Zucker im Körper zu Fettablagerungen umgebaut wird. Auch das Sättigungsgefühl kann von einer zu großen Menge blockiert werden. Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit, erhöhte Blutfettwerte, Krebs, Diabetes oder Gicht können auf diese Weise gefördert werden.

Viele Menschen vertragen den Zucker nicht. Der Körper rebelliert bei der Verdauung von fruktosehaltigen Lebensmitteln. Obst und Gemüse enthalten je nach Sorte unterschiedlich viel Fruktose. Wird eine zu hohe Menge des Zuckers aufgenommen, gelangt der Fruchtzucker vom Dünndarm in den Dickdarm. Die Folge: Die Darmflora verändert sich, Bakterien vermehren sich und Säure und Gase werden produziert, sodass es u.a. zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen kommt. Sollte Euer Magen sich ebenfalls gegen eine fruktosereiche Ernährung sträuben, geht zum Arzt und lasst Euch auf eine Fruchtzuckerunverträglichkeit testen. Fällt der Test positiv aus, könnt Ihr Euch Tipps vom Arzt für eine Ernährung frei von Fruktose einholen. Auf Dicksäfte wie Agavendicksaft und Sirupe, Früchte wie beispielsweise Äpfel, Birnen, Beeren und Trauben sowie Fertigprodukte mit Fructose solltet Ihr dann auf jeden Fall verzichten.

Wusstet Ihr das? Versteckte Zuckerfallen

Warum brauchen wir Zucker?

Glucose ist der wichtigste Energielieferant des Körpers. Sie gelangt vom Dünndarm schnell ins Blut und ist zur Energiegewinnung in den Zellen unverzichtbar. Fructose wird langsamer vom Dünndarm ins Blut resorbiert, sie ist nicht zwingend notwendig, da sie erst über Umwege für die Energieproduktion genutzt werden kann. Gemeinsam mit Insulin gelangt Glucose zur Leber. Hier wird Glucose zum einen Teil in Glykogen umgewandelt und gespeichert, zum anderen Teil wird die Glucose weiter über das Blut an die Körperzellen weitergeleitet. So kann Energie in den Zellen gewonnen werden.

Fructose wurde eine lange Zeit für Diabetiker als Süßkraft eingesetzt, da bei kleinen Mengen ein Blutzuckeranstieg ausbleibt und der Fruchtzucker unabhängig vom Insulin in der Leber verarbeitet wird. In den letzten Jahren haben Studien den positiven Effekt des Zuckers mit den vielen Nachteilen für die Gesundheit, die oben bereits erwähnt wurden, widerlegt. Dennoch, wenn keine Unverträglichkeit vorliegt, ist Fruchtzucker in kleineren Mengen wohl unbedenklich für Diabetiker. Ansonsten liefert Obst dem Körper wichtige Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe.

Autor: Mareike Schumacher

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