Vitalstoff Interview mit Dr. med. Burkhard Weisser

Menschen und Meerschweinchen haben eines gemeinsam: Ihr Körper kann kein Vitamin C selbst herstellen. Doch ohne das Allroundgenie unter den Vitalstoffen stottert unser Motor.

Vitamine

vital: Sie fordern bessere Aufklärung über oxidativen Stress. Warum? Prof. Dr. Burkhard Weisser: Viele Menschen leiden an unspezifischen Symptomen, die durch oxidativen Stress hervorgerufen werden. Doch viele Betroffene haben noch nie von dem Begriff gehört.

Erklären Sie ihn bitte. Bei vielen Stoffwechselvorgängen bilden sich freie Radikale. Diese aggressiven, reaktionsbereiten Moleküle müssen von Schutzfaktoren abgefangen werden. Ähnlich wie das Immunsystem, das Bakterien oder Viren unschädlich macht. Können weniger freie Radikale ausgeschaltet werden, als neue entstehen, kommt es zu oxidativem Stress.

Und der ist gefährlich? Ja. Freie Radikale schädigen die Zellen. Sie können praktisch jedes Gewebe von Auge bis zu Niere, Gelenke und Herz angreifen.

Wie hängt Vitamin-C- Mangel damit zusammen? Vitamin C ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren gegen freie Radikale. Ein Mangel an Vitamin C führt daher zu oxidativem Stress.

Lässt sich das verhindern? Bei gesunden Menschen reicht eine ausgewogene, vitaminreiche Kost im Normalfall aus. Manche akute oder chronische Erkrankung verursacht jedoch schwere Mangelzustände, die weder durch die Ernährung behoben noch durch eine orale Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden können.

Was empfehlen Sie dann? Einen schweren Mangel kann eine hoch dosierte Infusions-Therapie beheben. Diese Möglichkeit ist vielen Patienten und Ärzten noch nicht bekannt. Anstelle der langsamen und begrenzten Aufnahme über den Darm gelangt das Vitamin C auf diesem Weg sofort und ohne Verluste direkt ins Blut.


Haben Sie einen erhöhten Vitamin-C-Bedarf?

  • Menschen, die unter großem Stress leiden
  • Diabetiker (ihr Bedarf ist um 30 Prozent erhöht)
  • Patienten mit Magen- oder Dünndarmgeschwüren
  • Raucher (ihr Bedarf ist um 40 Prozent erhöht)
  • Menschen, die sich einseitig und hauptsächlich von Fast Food ernähren
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem Ein Vitamin-C-Mangel zeigt sich typischerweise an erhöhter Infektanfälligkeit, schlechter Wundheilung, Gelenk- und Gliederschmerzen, allgemeinem Schwäche- gefühl, Schlafstörungen, häufigem Zahnfleischbluten oder Depressionen.


Vorsicht, der Vitalstoff verflüchtigt sich!

Beim Lagern und Zubereiten von Obst und Gemüse gehen große Mengen Vitamin C verloren. So büßen Möhren bei Raumtemperatur innerhalb einer Woche bereits rund ein Viertel ihres Vitamin-C-Gehaltes ein, grüne Bohnen sogar gut drei Viertel. Wenn Sie die Lebensmittel waschen und klein schneiden, verflüchtigt sich an den Schnittflächen durch Kontakt mit Sauerstoff jede Menge des kostbaren Vitalstoffs. Beim Kochen richtet in erster Linie nicht die Hitze, sondern vielmehr das Wasser den Schaden an. Kochen Sie Gemüse daher mit so wenig Wasser wie möglich. Noch besser: Dampfgaren.