Schluss mit Gelenkschmerzen Multitalent für die Gesundheit: Kollagen

Was wir aus der Werbung für Cremes und Tinkturen kennen, hilft auch gegen Gelenk- und Knorpelbeschwerden. Die Rede ist von Kollagen. Lesen Sie hier, wie Kollagen Ihre Gesundheit in vielen Bereichen unterstützt.

Knie

Was ist Kollagen?

Kollagen ist eines der wichtigsten und das am häufigsten vorkommende Protein im Körper. Es befindet sich in den weißen und unelastischen Fasern der Sehnen, Bändern, Knochen, Knorpeln und in der untersten Hautschicht. Einen Großteil des Kollagens kann der Körper sogar selber bilden. Kollagen ist unter anderem auch der Hauptbestandteil Gelatine, welche wir zum Kochen und Backen verwenden. Die Pharmaindustrie nutzt diesen Stoff z.B. für Umhüllungen von Tabletten und Präparaten. In der Medizin wird es für blutstillende Schwämmchen und als Blutplasmaersatz eingesetzt und in der Kosmetik finden wir Kollagen in Anti-Aging-Creme und bei kosmetischen Behandlungen wie Faltenaufspritzen. Einen Mangel an Kollagen erkennt man meistens an den ersten Alterserscheinungen wie schlaffer, trockener Haut und den ersten Fältchen, da dem Gewebe Wasser fehlt. Bei Gelenken bemerkt man den Mangel zumeist erst, wenn der Knorpel sich schon abgenutzt hat und Arthrose entstanden ist. Doch mit Hilfe von Kollagen kann der Körper Gelenkbeschwerden bessern und sogar neues Gewebe aufbauen.

Kollagen und Ernährung gegen Gelenk- und Knorpelschmerzen

Die Knorpelmasse besteht zu 70% aus Kollagen. Darin ist Wasser gespeichert, welches den Knorpel elastisch hält, damit dieser das Gelenk schützen kann. Wird Kollagen dem Körper über die Nahrung oder über Kollagen-Pulver zugeführt, werden die Kollagen-Speicher wieder aufgefüllt. Dadurch kann eine Kollagensynthese stattfinden und es wird neues Knorpelgewebe aufgebaut. Tägliche Bewegung und moderate Belastung des Gelenks sorgen dafür, dass Nährstoffe in die Knorpelsubstanz gelangen. Dadurch wird der Knorpel stärker, ist besser durchblutet und schmerzt weniger. Somit lindert Kollagen auch die Beschwerden bei Arthrose und Rheuma. Bei Kollagen unterscheidet man zwischen zahlreichen Varianten und deren Funktion. Die wichtigsten drei für die Knorpelsynthese sind:

  • Kollagen I: wichtig für Haut, Sehnen, Knochen, Dentin, Faserknorpel und Kornea (der vorderste, stark gekrümmte Abschnitt des Augapfels)
  • Kollagen II: wichtig für Gelenkknorpel, Faserknorpel, Elastischer Knorpel, Glaskörper
  • Kollagen III: wichtig für Haut, Skelettmuskulatur und Blutgefäße

Wie kommt es zu Knorpel- und Gelenkschmerzen?

Die Ursachen sind:
  • Alterung
  • degenerative Krankheiten
  • übermäßige körperliche Aktivität und hohe Belastungen
  • Übergewicht und Fettleibigkeit
  • Stress
  • Nährstoffmangel
So unterstützt die Ernährung die Kollagensynthese
 
Vitamine C und D sind für die Produktion und den Einbau von Kollagen wichtig. Außerdem verbessert Vitamin C die Gesundheit der Blutgefäße, sodass diese besser den Sauerstoff transportieren können. Dadurch wird die Heilung von Wunden und Verletzungen positiv beeinflusst. Vitamin C steckt in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten wie Paprika, Ananas, Beeren, Mandarinen etc. Vitamin D hingegen verbessert zusätzlich zum Kollagen die Beweglichkeit der Gelenke, beugt Osteoporose und Arthritis vor und dient als Vorsorge für Knorpelbeschwerden. Vitamin D bekommt der Körper durch die UVB-Strahlung der Sonne oder Nahrungsergänzungmittel. Fisch reicht in vielen Fällen nicht aus, da die Portionen zu klein sind.
Omega-3-Fettsäuren wirken im Köprer entzündungshemmend und können somit Gelenkbeschwerden reduzieren. Omega-6-Fettsäuren hingegen wirken entzündungsfördernd. Omega 3 finden wir in Thunfisch, Meeresfrüchten, Sardinen, Jakobsmuscheln, Hanfsamen, Leinsamen, Fischöl, Chiasamen und Kürbiskernen.
 
Proteine sind wichtig für den Muskelaufbau, denn sie bringen das Kollagen an die richtigen Stellen und bewirken dort die Kollagensynthese. Vor allem die Aminosäure Lysin kann helfen, Knorpelgewebe wieder aufzubauen.
 
Kollagen können wir über reine Gelatine einnehmen oder auf Kollagen-Hydrolysat als Trinkampulle oder Pulver zurückgreifen. Das Pulver ist ein reines Naturprodukt und wird meistens aus Bio-Weiderindern hergestellt. Das Pulver ist geschmacksneutral und sehr gut wasserlöslich, sodass es sich bestens im Shake, Smoothie, in der Suppe oder in Soßen unterbringen lässt. Wird täglich eine Portion (ca. 8-10 g) eingenommen, machen sich die Auswirkungen nach etwa vier bis sechs Monaten bemerkbar.

Knochendichte mit Kollagen aufbauen

Die Knochendichte spielt vor allem für Frauen und deren Gesundheit eine wichtige Rolle. Im Kindes- und Jugendalter sorgen die sogenannten Osteoblasten dafür, dass Knochensubstanz aufgebaut wird. Ab dem Alter von 30 Jahren ist das Verhältnis von Osteoblasten und Osteoklasten (knochenabbauende Zellen) ausgeglichen. Lediglich ab dem 40. Lebensjahr setzt der altersbedingte Knochenabbau ein. Es ist jedoch nicht unüblich, dass dieser Abbau bereits mit Ende 20 einsetzt. Einer der Hauptgründe ist ein Östrogenmangel, da diese Hormon für den Erhalt der Knochen verantwortlich ist. Neben einem Vitamin D und K-Mangel, kann auch zu wenig Calcium dafür sorgen, dass Knochenmasse abgebaut wird. Auch Kollagen ist an knochauf- und abbauenden Prozessen beteiligt.
 
Knochenmasse erhalten: so geht's
Das wichtigste für gesunde Knochen ist eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und Sport. Besonders Muskeltraining wirkt sich positiv auf die Knochen aus. Bei der Ernährung sollte auf eine ausreichende Calcium- und Vitamin K1 und K2 und D-Zufuhr geachtet werden. Vitamin D unterstützt das Calcium in den Blutkreislauf zu gelangen, während Vitamin K2 das Calcium in den Knochen einbaut. Problematisch ist jedoch, dass in Deutschland der Vitamin D-Gehalt im Durchschnitt bei 18 Nanogramm pro Mililiter Blut liegt, optimal aber 50 Nanogramm sind. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, täglich mindestens 800 I.E. (Internationale Einheiten) und bei erhöhtem Osteoporoserisiko 2000 I.E. zuzuführen.​

Kollagen für die Muskeln

Obwohl Kollagen nicht den für den Aufbau von Muskulatur zuständig ist, beschleunigt es die Regeneration nach einem Training oder großer Belastung. Ebenso festigt es die Bänder und Sehnen, wodurch sich das Verletzungsrisiko minimiert.

Kollagen für straffes Gewebe

Da die Hauptaufgabe von Kollagen die Produktion und Festigung von Gewebe ist, wird es auch in der Kosmetik als Anti-Aging-Mittel eingesetzt. Kollagen bindet Wasser, wodurch Falten aufgepolstert werden und die Haut glatter und ebenmäßiger erscheint. Es sorgt für mehr Spannung und Stabilität im Gewebe. Einen Kollagenmangel erkennt man an dünner werdendem Haar, trockener und schuppiger Haut, sowie frühzeitigen Falten und Alterserscheinungen. Kollagen kann dabei den Alterungs- und Abbauprozess verlangsamen und hinauszögern. Wird Kollagen daher in jungen Jahren schon regelmäßig dem Körper zugeführt, können neben dem strafferen Aussehen auch die Gelenke unterstützt und vor dem Alterungsprozess bewahrt werden.

Autor: Christina Liersch