Kleine Alleskönner Enzyme - Verlässliche Helfer unseres Körpers

Enzyme sind wahre Alleskönner und absolut multitaskingfähig. Sie sorgen dafür, dass unsere Stoffwechselvorgänge im Körper funktionieren und Verdauung, Atmung und der gesamte Organismus ihre Aufgaben erledigen können. Wir verraten, wie ihr euren Körper ausreichend mit Enzymen versorgt. 

Enzyme, Papaya, exotische Frucht

Wofür brauchen wir Enzyme?

Bei Enzymen handelt es sich um komplexe Proteinmoleküle, die dem Körper bei der Verdauung und bei der Aufnahme von Nährstoffen aus unserer Nahrung unterstützen. Durch sie werden die großen Moleküle in kleinere Nahrungsmoleküle aufgespalten, wodurch diese leichter von den Zellen aufgenommen werden können. Aber auch bei der Zellregeneration und bei der Unterstützung des Immunsystem leisten Enzyme ihren Anteil. Enzyme werden typischerweise in drei Gruppen aufgeteilt: 

1. Verdauungsenzyme:

Sie entstehen im Magen, in den Speicheldrüsen, im Dünndarm und in der Bauchspeicheldrüse. Das Verdauungsenzym hat die Funktion, die aufgenommene Nahrung in einfache Moleküle aufzuspalten. Die gleiche Aufgabe hat der zweite Typus der Eiweißmoleküle – das Nahrungsenzym.

2. Nahrungs- und Pflanzenenzyme

Dieses Protein wird nicht vom Körper selbst produziert, sondern muss über die Nahrung von uns aufgenommen werden. Hierbei solltet ihr jedoch unbedingt beachten, dass Enzyme als Proteinmoleküle sehr hitzeempfindlich sind und daher vor allem über rohe Nahrung aufgenommen werden sollten. Zu finden sind diese Enzyme besonders in rohen und frischen Lebensmitteln, wie Früchte, Gemüse und Salate. In ausreichender Menge zugeführt, spalten die Nahrungs- und Pflanzenenzyme unsere Nahrung in einfache Moleküle auf und sind damit besonders wichtig für unsere Verdauungsvorgänge.

3. Stoffwechselenzyme

Diese Enzyme werden im Körper produziert und sind wichtig für den Funktionserhalt unserer Organe - daher werden sie in größerer Menge benötigt. 

Freie Radikale: Enzyme sind unverzichtbar für einen gesunden Körper

Wer seinen Körper gesund und fit halten möchte, sollte unbedingt darauf achten, den Enzymhaushalt ausgeglichen zu halten. Sie sorgen dafür, dass Stoffwechsel und biochemische Reaktionen im Körper auch trotz großer Belastungen wie Stress, Medikamente, Umweltverschmutzung und Co. funktionieren. Auch dem sogenannten oxidativen Stress kann mit einer erhöhten Zufuhr an Enzymen entgegengewirkt werden. Oxidativer Stress wird durch freie Radikale im menschlichen Körper ausgelöst. Freie Radikale entziehen den Zellen die für sie notwendigen Elektronen und sorgen dadurch für Schäden in eurem Körper. Diese Schäden können unterschiedlich groß ausfallen und machen sich unter anderem durch hohen Blutdruck, Krampfadern und müde Haut kenntlich. Verantwortlich kann eine durch die freien Radikale ausgelöste Inaktivierung von Enzymen sein. Wer hier mit einer entsprechenden Zufuhr an Enzymen gegensteuert, leistet einen wichtigen Beitrag für die eigene Gesundheit.

Warum sind Enzyme so wichtig für die Verdauung?

Enzyme sind unverzichtbar für eine gut funktionierende Verdauung. Sie spalten unsere Nahrung in Einzelteile und machen sie so für unseren Körper verwertbar. Mit Hilfe von Wasser werden langkettige Moleküle wie Fette oder Kohlenhydrate in einfache Zucker, Fettsäuren, Aminosäuren und andere niedermolekulare Verbindung umgewandelt. Der Verdauungsvorgang beginnt bereits im Magen. Je mehr Enzyme schon hier zum Einsatz kommen, desto einfacher haben es die Enzyme später im Darm. Werden jedoch zu wenig Enzyme über die Nahrung zugeführt, vom Körper produziert oder werden diese durch äußere Einflüsse, wie bspw. freie Radikale, inaktiv, kommt es zu einer Belastung das Verdauungstrakts. Der Körper muss all seine Energie in die Produktion zusätzlicher Verdauungsenzyme investieren. Diese Energie fehlt eurem Körper schließlich für andere Vorgänge, wie zum Beispiel die Zellregeneration. Eine Mangelversorgung an Enzymen in Verbindung mit schlechtem, ungesundem Essen sorgt somit langfristig für Abgeschlagenheit, Leistungsabfall und eine beschleunigte Alterung.

Enzymmangel in unserer Nahrung

Unsere Verdauung hat sich in den letzten Jahrhunderten stark verändert. Während Generationen vor uns noch viele unverarbeitete Lebensmittel verzehrten, besteht die heutige Ernährung zu einem großen Teil aus verarbeiteten Lebensmitteln aus dem Supermarkt. Sie haben meist lange Wege hinter sich, wurden bei der Herstellung stark erhitzt und mit chemischen Zusätzen versehen, um sie u.a. haltbarer zu machen. Enzyme sind allerdings hitzeempfindlich und werden bei Temperaturen von mehr als 42 Grad wirkungslos. Zudem kann durch verschiedene Stoffe, wie zum Beispiel durch Schwermetalle, eine reversible Hemmung der Enzyme hervorgerufen werden – deren Wirkung also blockiert werden.

Das sind typische Anzeichen für eine zu geringe Zufuhr an Enzymen

Verdauungsbeschwerden: Wenn ihr eurem Körper über einen längeren Zeitraum ungesunde Nahrung zuführt, ist er mit der Produktion ausreichender Verdauungsenzyme schnell überfordert und reagiert mit einer schlechten Verwertung der Nahrung. Es kommt zu Verdauungsproblemen.

Migräne: Wenn ihr häufig an Kopfschmerzen leidet, kann dies darauf hindeuten, dass eurem Körper zu wenig des Enzyms Diaminooxidase zur Verfügung steht. Es hat unter anderem die Aufgabe, Histamin abzubauen. Passiert dies nicht oder zu langsam, sammelt es sich in eurem Körper und macht sich durch Kopfschmerzen bemerkbar.

Schlechte Wundheilung: Besonders im Alter, wenn die körpereigene Enzymproduktion geringer wird, kann es zu Altersflecken, Warzen und schlechter Wundheilung kommen. Auch eine höhere Anfälligkeit für Viruserkrankungen kann im Alter auf einen Enzymmangel hindeuten.

Ein erster wichtiger Schritt: Zurück zu einer gesunden und natürlichen Ernährung

Der erste und gleichzeitig wichtigste Schritt zu einer ausreichenden Versorgung mit Enzymen ist die Umstellung auf eine natürliche, abwechslungsreiche Ernährung mit einem großen Anteil an Rohkost. Gemüse bietet sich besonders gut für den Rohverzehr an. Auch medium oder rare gebratene Steaks liefern viele wichtige Enzyme. Ein gesunder Körper kann bei einer gesunden und möglichst naturbelassenen Ernährung mit hohem Rohkostanteil also durchaus ausreichend mit Enzymen versorgt werden. Anders sieht es bei Erkrankungen aus. Hier tritt ein sehr viel höherer Bedarf an Enzymen auf, der meist nicht mehr nur über eine gesunde Ernährung abgedeckt werden kann. Eine Zufuhr über entsprechende Nahrungsergänzungsmittel und Arzneien kann hier durchaus Sinn machen.

Enzympräparate und Enzymtherapie

Wer an Erkrankungen der Atemwege und der Gefäße leidet oder Probleme mit dem Bewegungsapparat hat, kann mit einer entsprechenden Zugabe von Enzymen eine deutliche Verbesserung der Symptome bewirken. Patienten mit Krebs, Rheuma oder Multipler Sklerose wird daher sehr oft zu einer begleitenden Enzymtherapie geraten. Sie hat das Ziel, das Immunsystem im Allgemeinen zu stärken und den Körper so widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten zu machen. Im Rahmen der Enzymtherapie werden den Patienten hoch dosierte Präparate verabreicht. Dabei werden verschiedene Enzyme tierischer und pflanzlicher Herkunft eingesetzt um möglichst alle Problemfelder im Körper mit den richtigen und der ausreichend hohen Dosis dieser Enzyme zu versorgen. 

Papain bei Autoimmunerkrankungen: Dieses Enzym wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und beschleunigt dadurch die Wundheilung.

Bromelain bei Krebs: Bromelain hat für Krebspatienten große Bedeutung und wird daher häufig als unterstützende Therapie eingesetzt. Dieses Enzym wirkt entzündungshemmend und hemmt die Bildung von Metastasen.

Trypsin und Chymotrypsin: Diese beiden Verdauungsenzyme werden vor allem bei Erkrankungen des Verdauungstraktes unterstützend empfohlen. Sie wirken nicht nur entzündungshemmend sondern bringen auch schmerzlindernde Eigenschaften mit sich.