29. November 2021
Vitamin-K-Mangel: 8 Symptome und Folgen drohen

Vitamin-K-Mangel: 8 Symptome und Folgen drohen

Vitamin K ist essentiell für die Blutgerinnung und kommt vor allem in grünem Gemüse vor. Ein Mangel ist selten, kann aber bei bestimmten Personengruppen auftreten. Hier erfahren Sie, welche zahlreichen Symptome auf einen Vitamin-K-Mangel hindeuten können und welche Folgen drohen.

Das K in Vitamin K steht für Koagulation – ein anderes Wort für die Blutgerinnung durch die Bildung eines Blutpropfes. Dieser Mechanismus bewirkt, dass Wunden außerhalb sowie innerhalb unseres Körpers schnell verschlossen werden und wir nicht verbluten. Da Vitamin K die hierfür nötigen Gerinnungsfaktoren aktiviert, kann ein Mangel schwere gesundheitliche Folgen haben. Glücklicherweise ist ein Vitamin-K-Mangel bei ausgewogener Ernährung fast ausgeschlossen. Jedoch können bestimmte Medikamente, eine einseitige Ernährung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa einen Vitamin-K-Mangel hervorrufen.

Vitamin-K-Mangel: 8 mögliche Symptome und Folgen

Wenn Sie an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, sollten Sie unbedingt von Ihrer behandelnden Ärztin ein Blutbild machen lassen, um Ihre Vitamin-K-Werte zu bestimmen. Des Weiteren können diese Symptome und Folgeerscheinungen auf eine Unterversorgung oder einen Mangel hindeuten:

1. Zahnfleischbluten

Das typischste und auffälligste Symptom bei einem Vitamin-K-Mangel ist die Blutungsneigung. Da die Blutgerinnung infolge des fehlenden Vitamin K gestört ist, können die Blutplättchen Wunden nicht mehr ausreichend verschließen und es kommt vermehrt zu Zahnfleischbluten oder Nasenbluten und selbst aus kleinen Wunden strömt unerwartet viel Blut. Da das Vitamin nicht ausreichend plazentagängig ist, können vor allem bei Neugeborenen innerhalb der ersten zwölf Wochen sogenannte Vitamin-K-Mangelblutungen auftreten. Deswegen findet nach der Geburt im Normalfall eine Vitamin-K-Prophylaxe statt.

2. Blaue Flecken

Ebenso wie äußere Blutungen am Zahnfleisch oder der Nase kann ein Vitamin-K-Mangel auch innere Blutungen begünstigen. Diese Blutungsneigung kann sich in der Form von blauen Flecken, also Blutergüssen unter der Haut, äußern. Wenn Sie bereits bei leichten Berührungen unerwarteterweise blaue Flecken bekommen, könnte dies auf einen Vitamin-K-Mangel oder eine Blutgerinnungsstörung hindeuten. Gefährlich wird es, wenn der Mangel beispielsweise zusammen mit einem Magengeschwür auftritt, da ernsthafte innere Blutungen entstehen können.

3. Brüchige Knochen

Für Ihre Knochengesundheit ist Vitamin K gleich doppelt wichtig: Es fördert zusammen mit Vitamin D und Calcium nicht nur den Aufbau von Knochenmasse, sondern hemmt gleichzeitig auch die Aktivität der sogenannten Osteoklasten. Diese bauen die Knochensubstanz ab und fördern damit Osteoporose. Forschende der Harvard Medical School fanden in einer Kohortenstudie mit über 72.000 Frauen heraus, dass diejenigen mit den niedrigsten Vitamin-K-Werten ein signifikant erhöhtes Risiko für Knochenbrüche hatten. Der tägliche Verzehr von Salat und anderen grünen Gemüsesorten kann dieser Gefahr jedoch effektiv entgegenwirken.

Video: Wie viele Vitamine stecken in Vitaminbrausetabletten?

    4. Blut im Urin

    Ist die Blutgerinnung infolge eines Vitamin-K-Mangels gestört, können in schweren Fällen sogar rote Blutkörperchen in den Urin der Betroffenen gelangen. Bei der sogenannten Hämaturie kann sich der Urin daher unter Umständen leicht rot färben. Das Phänomen tritt auch bei einigen Nierenerkrankungen wie Nierensteinen oder Nierenkrebs auf.

    5. Magenblutungen mit Erbrechen

    Die erhöhte Blutungsneigung infolge eines Vitamin-K-Mangels kann sich auch im Inneren des Körpers bemerkbar machen. So kann neben dem Darm auch der Magen von Blutungen betroffen sein. Stärkere Magenblutungen können sogar zu blutigem Erbrechen führen – ein eindeutiges Alarmsignal, das Sie zum sofortigen Arztbesuch veranlassen sollte. Denn neben einem Vitamin-K-Mangel kommen auch Geschwüre, Magenschleimhautentzündungen oder Fremdkörper als Auslöser infrage.

    6. Erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen

    Dass Vitamin K für gesunde Blutbahnen nicht unwichtig ist, konnten bereits mehrere Studien an Tieren und Menschen zeigen. So entdeckten Forschende im Rahmen der Rotterdam-Herz-Studie, dass jene Proband:innen, die über den Beobachtungszeitraum von zehn Jahren viele Lebensmittel mit hohem Vitamin K2-Gehalt zu sich nahmen, deutlich weniger Ablagerungen in den Gefäßwänden hatten und somit seltener an Arteriosklerose erkrankten, als jene, die wenig Vitamin K aufnahmen. Bei guter Vitamin-K-Versorgung sank auch das Risiko für die koronare Herzkrankheit (KHK) und die generelle Herzkreislauf-Gesundheit der Teilnehmenden verbesserte sich.

    7. Pechschwarzer Stuhl

    Aufgrund der erhöhten Blutungsneigung und möglichen Magenblutungen bei Vitamin-K-Mangel kann sich auch Ihr Stuhl verfärben. Während hellrote Blutspuren am After oder am Kot darauf hindeuten, dass beispielsweise Blutungen in hinteren Darmabschnitten, Hämorrhoiden oder Analfissuren vorliegen, spricht eine dunkle bis pechschwarze Verfärbung – auch Teerstuhl genannt – dafür, dass die Blutung bereits im Magen oder sogar in der Speiseröhre auftritt. Denn der hellrote Blutfarbstoff wird durch den Kontakt mit der Magensäure in Hämatinchlorid umgewandelt und verfärbt sich dadurch dunkel bis schwarz. In einem solchen Falle sollten Sie sich umgehend an Ihren Arzt wenden – es sei denn, Sie sind sich sicher, dass die Verfärbung auf den übermäßigen Konsum von Rote Bete, Heidelbeeren oder Eisentabletten zurückzuführen ist.

    8. Konzentrationsstörungen und Müdigkeit

    Nicht immer macht sich eine Unterversorgung mit Vitamin K über typische Symptome wie die Blutungsneigung bemerkbar. Leider können auch diffuse Beschwerden wie Konzentrationsstörungen, ständige Müdigkeit oder Kopfschmerzen auftreten, wenn Ihnen Vitamin K fehlt. Insbesondere leichte Mängel sind bei solch allgemeinen Symptomen schwer festzustellen, da generelles Unwohlsein bei den meisten Vitamin- und Mineralstoffmängeln auftritt. Gehen Sie daher zur Abklärung zum Arzt Ihres Vertrauens, wenn Sie in letzter Zeit häufiger ungewöhnlich müde waren und sich kaum konzentrieren konnten.

    Lebensmittel mit besonders viel Vitamin K

    Mit diesen Nahrungsmitteln können Sie Ihren Vitamin-K-Bedarf ganz leicht decken:

    • Grünkohl
    • Spinat
    • Rucola
    • Brokkoli
    • Kopfsalat
    • Blumenkohl
    • Sauerkraut
    • Joghurt und Quark mit hohem Fettgehalt

    Weitere Vitamin-Mängel

    Es muss immer wieder betont werden, dass die meisten Vitamin-Mängel in Deutschland kaum noch vorkommen – selbst bei ungesunden Ernährungsformen. Auch ist die prophylaktische Einnahme von Vitamin-Präparaten nur selten eine gute Idee. Entgegen dem Eindruck, den man beim Betrachten der Regale in Drogeriemärkten oder Supermärkten bekommen könnte, mangelt es uns nicht allen an Vitamin C, Zink oder Folsäure. In bestimmten Lebenssituationen, z.B. bei Schwangerschaft, Extrembelastungen oder bestimmten Erkrankungen kann es jedoch durchaus dazu kommen, dass uns Vitamine oder Mineralstoffe wie Folsäure, Jod, Zink oder Eisen fehlen. Auch eine Unterversorgung mit Vitamin D ist in hiesigen Breitengraden nicht ungewöhnlich – dies sollte jedoch stets durch einen Arzt diagnostiziert werden, um die unnötige Einnahme von Präparaten zu vermeiden. Ebenso üblich ist ein Vitamin-B12-Mangel bei vegan lebenden Menschen, der unbedingt verhindert oder behoben werden muss.

    Buchtipps für eine gesunde Ernährung

    Damit Sie alle Nährstoffe in Ihrer Ernährung abdecken und sich auf gesunde Weise satt essen können, empfehlen wir Ihnen die folgenden Ernährungsratgeber.

    Quellen: gesundheit.gv.at, msdmanuals.com, aok.de, uniklinikum-saarland.de

    Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel enthält unter anderem Produkt-Empfehlungen. Bei der Auswahl der Produkte sind wir frei von der Einflussnahme Dritter. Für eine Vermittlung über unsere Affiliate-Links erhalten wir bei getätigtem Kauf oder Vermittlung eine Provision vom betreffenden Dienstleister/Online-Shop, mit deren Hilfe wir weiterhin unabhängigen Journalismus anbieten können.

    Lade weitere Inhalte ...