6. Oktober 2021
Vitamin-K-Mangel: 6 mögliche Symptome und Folgen

Vitamin-K-Mangel: 6 mögliche Symptome und Folgen

Vitamin K ist essentiell für die Blutgerinnung und kommt vor allem in grünem Gemüse vor. Ein Mangel ist selten, kann aber bei bestimmten Personengruppen auftreten. Hier erfahren Sie, welche sechs Symptome auf einen Vitamin-K-Mangel hindeuten können und welche Folgen drohen.

Das K in Vitamin K steht für Koagulation – ein anderes Wort für die Blutgerinnung durch die Bildung eines Blutpropfes. Dieser Mechanismus bewirkt, dass Wunden außerhalb sowie innerhalb unseres Körpers schnell verschlossen werden und wir nicht verbluten. Da Vitamin K die hierfür nötigen Gerinnungsfaktoren aktiviert, kann ein Mangel schwere gesundheitliche Folgen haben. Glücklicherweise ist ein Vitamin-K-Mangel bei ausgewogener Ernährung fast ausgeschlossen. Jedoch können bestimmte Medikamente, eine einseitige Ernährung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa einen Vitamin-K-Mangel hervorrufen.

Vitamin-K-Mangel: 6 mögliche Symptome und Folgen

Wenn Sie an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, sollten Sie unbedingt von Ihrer behandelnden Ärztin ein Blutbild machen lassen, um Ihre Vitamin-K-Werte zu bestimmen. Des Weiteren können diese Symptome und Folgeerscheinungen auf eine Unterversorgung oder einen Mangel hindeuten:

1. Zahnfleischbluten

Das typischste und auffälligste Symptom bei einem Vitamin-K-Mangel ist die Blutungsneigung. Da die Blutgerinnung infolge des fehlenden Vitamin K gestört ist, können die Blutplättchen Wunden nicht mehr ausreichend verschließen und es kommt vermehrt zu Zahnfleischbluten oder Nasenbluten und selbst aus kleinen Wunden strömt unerwartet viel Blut. Da das Vitamin nicht ausreichend plazentagängig ist, können vor allem bei Neugeborenen innerhalb der ersten zwölf Wochen sogenannte Vitamin-K-Mangelblutungen auftreten. Deswegen findet nach der Geburt im Normalfall eine Vitamin-K-Prophylaxe statt.

2. Blaue Flecken

Ebenso wie äußere Blutungen am Zahnfleisch oder der Nase kann ein Vitamin-K-Mangel auch innere Blutungen begünstigen. Diese Blutungsneigung kann sich in der Form von blauen Flecken, also Blutergüssen unter der Haut, äußern. Wenn Sie bereits bei leichten Berührungen unerwarteterweise blaue Flecken bekommen, könnte dies auf einen Vitamin-K-Mangel oder eine Blutgerinnungsstörung hindeuten. Gefährlich wird es, wenn der Mangel beispielsweise zusammen mit einem Magengeschwür auftritt, da ernsthafte innere Blutungen entstehen können.

3. Brüchige Knochen

Für Ihre Knochengesundheit ist Vitamin K gleich doppelt wichtig: Es fördert zusammen mit Vitamin D und Calcium nicht nur den Aufbau von Knochenmasse, sondern hemmt gleichzeitig auch die Aktivität der sogenannten Osteoklasten. Diese bauen die Knochensubstanz ab und fördern damit Osteoporose. Forschende der Harvard Medical School fanden in einer Kohortenstudie mit über 72.000 Frauen heraus, dass diejenigen mit den niedrigsten Vitamin-K-Werten ein signifikant erhöhtes Risiko für Knochenbrüche hatten. Der tägliche Verzehr von Salat und anderen grünen Gemüsesorten kann dieser Gefahr jedoch effektiv entgegenwirken.

Video: Wie viele Vitamine stecken in Vitaminbrausetabletten?

    4. Blut im Urin

    Ist die Blutgerinnung infolge eines Vitamin-K-Mangels gestört, können in schweren Fällen sogar rote Blutkörperchen in den Urin der Betroffenen gelangen. Bei der sogenannten Hämaturie kann sich der Urin daher unter Umständen leicht rot färben. Das Phänomen tritt auch bei einigen Nierenerkrankungen wie Nierensteinen oder Nierenkrebs auf.

    5. Magenblutungen mit Erbrechen

    Die erhöhte Blutungsneigung infolge eines Vitamin-K-Mangels kann sich auch im Inneren des Körpers bemerkbar machen. So kann neben dem Darm auch der Magen von Blutungen betroffen sein. Stärkere Magenblutungen können sogar zu blutigem Erbrechen führen – ein eindeutiges Alarmsignal, das Sie zum sofortigen Arztbesuch veranlassen sollte. Denn neben einem Vitamin-K-Mangel kommen auch Geschwüre, Magenschleimhautentzündungen oder Fremdkörper als Auslöser infrage.

    6. Erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen

    Dass Vitamin K für gesunde Blutbahnen nicht unwichtig ist, konnten bereits mehrere Studien an Tieren und Menschen zeigen. So entdeckten Forschende im Rahmen der Rotterdam-Herz-Studie, dass jene Proband:innen, die über den Beobachtungszeitraum von zehn Jahren viele Lebensmittel mit hohem Vitamin K2-Gehalt zu sich nahmen, deutlich weniger Ablagerungen in den Gefäßwänden hatten und somit seltener an Arteriosklerose erkrankten, als jene, die wenig Vitamin K aufnahmen. Bei guter Vitamin-K-Versorgung sank auch das Risiko für die koronare Herzkrankheit (KHK) und die generelle Herzkreislauf-Gesundheit der Teilnehmenden verbesserte sich.

    Lebensmittel mit besonders viel Vitamin K

    Mit diesen Nahrungsmitteln können Sie Ihren Vitamin-K-Bedarf ganz leicht decken:

    • Grünkohl
    • Spinat
    • Rucola
    • Brokkoli
    • Kopfsalat
    • Blumenkohl
    • Sauerkraut
    • Joghurt und Quark mit hohem Fettgehalt

    Quellen: gesundheit.gv.at, msdmanuals.com, aok.de, uniklinikum-saarland.de

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