15. Dezember 2020
Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht bringen

Tipps, Tees und Hausmittel, die Ihren Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht bringen

Mit einem gesunden Lebensstil hält unser Säure-Basen-Haushalt stets die Balance. Doch Spaghetti, Stress und Schlafmangel machen unseren Körper richtig sauer und strapazieren seine wichtigsten Puffer-Systeme. Wir zeigen Ihnen Tipps, Tees und basische Mittel, die Ihren Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringen

Unser Säure-Basen-Haushalt muss jeden Tag ausbalanciert werden. Als unser lebenswichtiges Puffersystem, das alle Stoffwechselprozesse steuert, tariert er das Zusammenspiel von Säuren und Basen im ständigen Regelkreis aus. Das ist alles eine Frage des pH-Wertes – vor allem im Blut. Auf optimaler "Betriebstemperatur" läuft der Säure-Basen-Haushalt, wenn er einen neutralen pH-Wert um die 7 erzielt. Denn nur dann sind die Säuren abgepuffert.

"Doch moderne Essgewohnheiten etwa mit Fertiggerichten oder Fast Food, zu wenig Bewegung, zu viel Stress oder einfach nur das Älterwerden führen zu einer Übersäuerung", erklärt Prof. Jürgen Vormann, Leiter des Instituts Prävention und Ernährung in Ismaning. "Das kann z. B. Atmung, Durchblutung, Hormonausschüttung, Immunabwehr oder Verdauung beeinträchtigen. Wir werden gereizt, schlapp und müde, bekommen Gelenk- und Nackenschmerzen oder Schlafprobleme." Er rät deshalb zum verhaltenen Konsum von Säurebildnern wie Pasta, Reis, Brot oder tierischem Eiweiß in Wurst oder Fleisch. Top sind dagegen Basenlieferanten wie Gemüse, Kartoffeln, Salat oder Obst.

Kleinere Lifestyle-Sünden, aber auch ganz natürliche Schwankungen des Blut-pH-Wertes gleichen die unterschiedlichen, ausgeklügelten Puffersysteme wieder aus. Wir erklären Ihnen, welche das sind und wie Sie ihnen die Arbeit etwas erleichtern können.

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Säure-Basen-Haushalt: Die Puffer-Systeme des Körpers

Der Körper kann sich bis zu einem gewissen Grad selbständig vor Übersäuerung schützen. Hierfür stehen ihm verschiedene Möglichkeiten – sogenannte Puffer-Systeme – zur Verfügung. Dazu gehören Organe wie Lunge, Leber und Nieren, aber auch Gewebe wie Knochen und Bindegewebe. Wenn wir diese Systeme nutzen, uns gesund und basisch ernähren, und Stress reduzieren, können wir den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht halten. Damit Sie nicht übersäuern, haben wir hier die besten Tipps, Hausmittel und Produkte gegen eine Übersäuerung.

Bindegewebe entsäuern

„Das rund 20 Kilo schwere Bindegewebe umhüllt Zellen, Organe, Blutgefäße, Knochen, Lymph- und Nervenbahnen, Muskeln, Sehnen und Bänder“, erklärt Prof. Vormann. „Säuren, die von den Basen im Blut nicht sofort gepuffert werden können, wandern in diesen Faszienverbund und werden dort neutralisiert.“ Eigentlich nur eine Notlösung, bis genügend Blutbasen wieder mit ihrer Arbeit nachkommen. „Doch weil unsere moderne Lebensweise zu einer immer stärkeren Säurebelastung führt, wird aus der akuten Nothilfe leider oft ein Dauerzustand“, betont der Experte. „Das Bindegewebe kann Wasser nicht mehr so gut speichern. Es verliert seine Spannkraft, wird starr und unelastisch.“ Muskeln verhärten sich, es kann z. B. zu Krämpfen und Schmerzen, auch in den Gelenken, kommen. „Vor allem aber kann dieser Säurepuffer nicht mehr hundertprozentig funktionsgerecht arbeiten.“

So unterstützen Sie Ihr Bindegewebe: Gerade hinstellen, Beine hüftbreit auseinander. Faszienrolle (ab 12,95 Euro bei Amazon) zwischen Wand und Lendenwirbelsäule platzieren, langsam Kniebeugen machen. Dabei mit dem ganzen Rücken über Rolle gleiten. Spannung im Rücken aufbauen, gleichmäßig ein- und ausatmen. Jeden Tag 20-mal. Lockert starres, verklebtes Bindegewebe, erhöht seine Pufferkapazität.

Knochen mit Training und basischen Mineralstoffen vor Übersäuerung schützen

Auch unsere Knochen sind ein großer Speicher basischer Puffersubstanzen. „Aber um überschüssige Säuren neutralisieren zu können, löst der Organismus vermehrt basische Mineralsalze wie Kalzium und Phosphat aus den Knochen und gibt sie ins Blut ab“, so der Präventologe. Das ist gut für den Säure-Basen-Haushalt, aber schlecht für die Knochen. Schon eine geringfügige Übersäuerung im Organismus führt dann zu einem deutlich erhöhten Abbau. Prof. Vormann: „Damit kommt es zu einer Abnahme der Knochendichte und einem höheren Osteoporose-Risiko – was wiederum die Pufferfunktion der Knochen schwächt.“

So unterstützen Sie Ihre Knochen: Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte die tägliche Zufuhr von säurebildenden tierischen Eiweißen zwei Gramm pro Kilo Körpergewicht nicht überschreiten. Vor allem Krafttraining und Schwimmen aktivieren die Osteoblasten – Zellen, die Knochen aufbauen. Ideal: 3- bis 4-mal pro Woche 20 Minuten. Übrigens: Jede Kontraktion der Muskulatur ist schon ein perfekter Säurepuffer. Basische Mineralstoffe wie Zink, Kalzium oder Magnesium (z.B. in Basica DirektBasen-Aktiv-Kräuterelixir von Salus oder Basentabs pH-Balance Pascoe) pflegen und entlasten sie.

Über die Atmung Säuren abpuffern

Fleißige Säurefänger sind auch der rote Farbstoff Hämoglobin und Phosphoproteine im Blut. Sie geben die abgefangenen Säuren über ein komplexes biochemisches Austauschsystem hauptsächlich über die Lungen wieder ab. Je tiefer und intensiver wir atmen, desto größer die Säuremenge, die der Körper beseitigt.

So unterstützen Sie Ihre Lungen: Vor allem das Ausatmen tief aus dem Bauch heraus fördert den Entsäuerungsprozess. Dafür z. B. öfter am Tag den Lieblings-Song summen. Oder 7-mal täglich ausgiebig mit dieser Lach-Yoga-Übung die Zwerchfell-Atmung stimulieren: Aufrecht stehen, Füße hüftbreit auseinander, Hände seitlich auf die Hüften. Tief in den Bauch einatmen, lachend leicht nach vorn beugen. So lange lachen, wie es geht. 10-mal wiederholen. Auch 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche fördern eine Tiefenatmung.

Basische Tees: Säure-Basen-Haushalt über die Nieren steuern

Unsere Nieren eliminieren Säuren, die nicht über die Atmung ausgeschieden werden. „Doch so ab dem 30. Lebensjahr sinkt die Leistung der Filterorgane pro Jahrzehnt um acht bis zehn Prozent.“ Schon deshalb übersäuert der Mensch langsam. „Die Nieren entsorgen auch einen Basenüberschuss“, sagt der Ernährungswissenschaftler. „Deshalb kann unser Körper einfach nicht zu basisch werden“. Denn dieser überlebenswichtige Mechanismus bleibt lebenslang stabil.

So unterstützen Sie Ihre Nieren: „Wichtigste Voraussetzung für eine effektive Säureausscheidung ist ausreichendes Trinken. Pro Tag benötigen Erwachsene 30 bis 40 ml Flüssigkeit pro Kilo Gewicht.“ Eine Frau mit 60 kg sollte also rund 1,8 Liter Flüssigkeit am Tag aufnehmen. Die Nieren lieben basisches Mineralwasser, Gemüsesäfte, ungesüßten Kräuter- und Grüntee (z.B. Brennnesseltees von Salus oder Bad Heilbrunner), in Maßen auch leicht basischen Kaffee.

Stress führt zu Säurebildung im Körper

Wenn wir entspannt sind, entsäuern wir am besten. „Doch wenn zu viel Stress oder Schlafmangel die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin erhöht, entstehen vermehrt Fettsäuren und Milchsäure“, sagt Prof. Vormann. „Darüber hinaus führt Stress oft zu einer Muskelanspannung, die den Abtransport von Säuren erschwert.“

Anti-Stress-Tee zum Selbermachen: Relax-Tee aus 40 g Melissenblätter, 30 g Zitronenverbenenblätter, 30 g Passionsblumenkraut, 20 g Rosenblüten, 10 g Lavendelblüten, 10 g Kakaoschalen, 10 g Bitterorangenschalen, 50 g Weißdornblüten und -blätter (alle getrocknet, in Apotheken) mischen. 1 EL mörsern, mit 1/4 l Wasser überbrühen, 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3-mal täglich 1 Tasse.

Shiatsu-Massage gegen Stress: Mit rechtem Daumen und Zeigefinger (Zeigefinger oben, Daumen unten) den Mittelfinger der linken Hand greifen. Mit dem Zeigefinger den unteren Rand des Mittelfingernagels druckvoll massieren. Langsam bis 15 Zählen. Seitenwechsel. Den Griff pro Hand 5-mal täglich anwenden.

Mit der Leber Säuren abbauen

Auch die Leber ist ein zentrales Organ im Säure-Basen-Haushalt. Sie neutralisiert alle säurelastigen Nährstoffe aus dem Darm und Stoffwechselprodukte wie z. B. Laktat (Salz der Milchsäure) aus den Muskeln oder das giftige Eiweiß-Abbauprodukt Ammoniak. Ein anhaltender Säureüberschuss strapaziert sie enorm, wir fühlen uns müde, niedergeschlagen und energielos.

So unterstützen Sie Ihre Leber: Pflanzliche Lebensmittel mit vielen Bitterstoffen entlasten die Leber: z. B. Chicorée, Endivien, Radicchio, Rosenkohl. Die Mariendistel stabilisiert ihre Zellmembranen durch den Wirkstoff Silymarin, sodass giftige Schadstoffe nicht eindringen können. 6-wöchige Kur mit Mariendistel-Tee im Frühjahr und Herbst: 2 TL grob zerstoßene Früchte mit 1/4 l heißem Wasser übergießen. 15 Min. ziehen lassen, abseihen. 3-mal täglich 1 Tasse zum Essen.

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