15. Januar 2021
Jodmangel: Körperliche Anzeichen und Folgen

Jodmangel: Das sind die körperlichen Anzeichen und Folgen

Jod ist essenziell für unsere Schilddrüse. Bei Jodmangel fehlen die Schilddrüsenhormone und unser Stoffwechsel verlangsamt sich. Wir verraten Ihnen, an welchen körperlichen Anzeichen Sie einen Jodmangel erkennen und welche Folgen er haben kann.

Jodmangel: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Jod ist ein sogenannter essenzieller Nährstoff: Wir müssen ihn von außen zuführen, da unsere Schilddrüse Jod benötigt, um die Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) herzustellen. Diese sind wichtig für den Stoffwechsel, weswegen sich eine Schilddrüsenunterfunktion infolge eines Jodmangels negativ – also verlangsamend – auf unseren Stoffwechsel auswirkt. Außerdem beeinflussen sie die Zellteilung und fördern die Gehirnentwicklung. Nehmen wir zu wenig Jod auf, vergrößert sich die Schilddrüse, um das Defizit auszugleichen.

Erste Anzeichen für einen Jodmangel können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Stimmungstiefs und eine Gewichtszunahme sein. Bei einem starken Jodmangel oder einer längeren Unterversorgung können sogar schwere Schäden die Folge sein.

Körperliche Folgen: Diese Krankheiten treten bei Jodmangel auf

  • Hirnschäden bei Neugeborenen: Ein starker Jodmangel kommt zwar kaum in westlichen Ländern vor, ist jedoch der weltweit häufigste Grund für vermeidbare Hirnschäden bei Neugeborenen.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Eine chronische Unterversorgung mit Jod kann z.B. bei Kindern zu verringerten Schulleistungen führen.
  • Kropfbildung: Die sichtbarste Folge eines Jodmangels ist der berüchtigte Kropf am Hals, auch Struma genannt. Er ist die Folge einer vergrößerten Schilddrüse, die versucht den Jodmangel auszugleichen.
  • SchilddrüsenunterfunktionSchafft die Schilddrüse es trotz Vergrößerung nicht, genügend T3 und T4 zu produzieren, fühlen wir uns müde, neigen zu Stimmungstiefs und nehmen an Gewicht zu.

Täglicher Jodbedarf und Jodversorgung in Deutschland

Der tägliche Jodbedarf liegt für Erwachsene bei 200 Mikrogramm am Tag. Säuglinge und Kinder benötigen weniger, Schwangere und Stillende mehr. Wenn kein Jodsalz verwendet wird, liegen in Deutschland 96 % der Männer und 97 % der Frauen unter der empfohlenen Tagesdosis. Dies ergab 2008 die Nationale Verzehrsstudie des Max Rubner-Instituts. Wenn sowohl in der Industrie als auch im Haushalt auf jodiertes Speisesalz zurückgegriffen wird, liegen noch 28 % der Männer und 53 % der Frauen unter der Empfehlung.

Video: Ernährungsdoc Dr. Riedl über jodhaltige Lebensmittel

Veganer und Raucher leiden besonders oft unter Jodmangel

In vielen Beobachtungsstudien schneiden Veganer schlechter hinsichtlich der Jodversorgung ab als Vegetarier und Allesesser. Das liegt vor allem daran, dass einerseits Unkenntnis über die Wichtigkeit von Jod herrscht, andererseits noch zu wenige Algenprodukte auf dem Markt sind, mit denen die Jodversorgung sichergestellt werden könnte. In einer veganen Ernährung sollte daher besonders auf jodiertes Speisesalz sowie in Zukunft vermehrt auf Algen zurückgegriffen werden. Die Abklärung mit dem Hausarzt ist zu empfehlen, da bei größerem Jodmangel Jod supplementiert werden muss.

Raucher sind häufiger als der Rest der Bevölkerung von Jodmangel betroffen, da der Stoff Cyanid, welcher im Zigarettenrauch vorkommt, die Jodaufnahme der Schilddrüse verringert. Hier gilt in jedem Fall die Empfehlung einer ärztlichen Blutuntersuchung, um die Menge an Schilddrüsenhormonen überprüfen zu lassen.

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