13. September 2021
Jodmangel: 6 Symptome bei zu wenig Jod

Jodmangel: Diese 6 Symptome können auftreten

Jod ist für die Gesundheit und Funktion unserer Schilddrüse essentiell. Leider ist eine Unterversorgung mit dem Mineralstoff auch in Deutschland keine Seltenheit. Anhand dieser sechs Symptome können Sie einen möglichen Jodmangel erkennen.

Eine Unterversorgung oder gar ein Jodmangel kann weitreichende Folgen haben. Führen wir dem Körper über einen längeren Zeitraum zu wenig Jod zu, kann die Schilddrüse die wichtigen Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) nicht mehr ausreichend herstellen. Das kann sich verlangsamend auf den Stoffwechsel sowie negativ auf unsere Entwicklung und Gesundheit auswirken. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) liegen etwa 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit ihrer täglichen Jodzufuhr unterhalb des geschätzten mittleren Bedarfs. Die folgenden Symptome können bei der Unterversorgung oder einem Mangel auftreten.

Jodmangel: Diese 6 Symptome können auftreten

Nehmen wir zu wenig Jod auf, vergrößert sich die Schilddrüse, um das Defizit auszugleichen und weiterhin die gleiche Menge an Hormonen produzieren zu können. Auf Dauer kann die Schilddrüse den Jodmangel jedoch nicht kompensieren und es kommt zur Schilddrüsenunterfunktion und den folgenden sechs Symptomen.

1. Kropfbildung am Hals

Das sichtbarste Symptom eines Jodmangels ist der berüchtigte Kropf am Hals, auch Struma genannt. Er ist die Folge einer vergrößerten Schilddrüse, die versucht den Jodmangel auszugleichen. Ist bereits ein Kropf am Hals erkennbar, sollten Sie schnellstmöglich Ihren Arzt kontaktieren, da dies auf einen starken Jodmangel hindeutet.

2. Plötzliche Gewichtszunahme

Da Schilddrüsenhormone am Stoffwechsel beteiligt sind, wirkt sich eine Schilddrüsenunterfunktion infolge des Jodmangels bremsend auf Ihre Fettverbrennung aus. Dadurch kommt es bei vielen Betroffenen zu einem starken Anstieg des Körpergewichts, wenn keine entsprechende Behandlung erfolgt. Eine plötzliche Gewichtszunahme bei gleicher Ernährungsweise ist daher immer ein Warnsignal.

3. Müdigkeit

Schafft die Schilddrüse es trotz Vergrößerung nicht, genügend T3 und T4 zu produzieren, fühlen wir uns müde und neigen sogar zu Stimmungstiefs. Müdigkeit kann zwar ein Symptom für viele verschiedene Nährstoffmängel oder Erkrankungen sein. Tritt sie in Verbindung mit einer Gewichtszunahme oder einer Kropfbildung auf, sollten Sie sich jedoch ärztlich auf einen Jodmangel hin untersuchen lassen.

4. Haarausfall

Tatsächlich kann es bei Jodmangel auch zu Haarausfall kommen, da die Schilddrüsenhormone das Wachstum der Haarfollikel beeinflussen. Fehlt Jod und damit die Hormone T3 bzw. T4, können die Follikel nicht in ausreichender Menge gebildet werden und es kommt zum Haarverlust. Glücklicherweise kann ein rechtzeitiges Beheben des Mangels den Haarausfall in den meisten Fällen stoppen.

5. Kognitive Beeinträchtigungen

Bei Ungeborenen sowie Kindern in der Entwicklung sind Schilddrüsenhormone auch für die Zellteilung und damit für die Gehirnentwicklung wichtig. Daher kann sich eine chronische Unterversorgung mit Jod bei Kindern in schlechteren Schulleistungen widerspiegeln. Ein starker Jodmangel in der Schwangerschaft ist sogar weltweit der häufigste Grund für vermeidbare Hirnschäden bei Neugeborenen. Allerdings kommt ein solcher Mangel in westlichen Ländern aufgrund der medizinischen Betreuung und Nährstoffversorgung von schwangeren Frauen kaum noch vor.

6. Stärkere Monatsblutung

Wie stark eine unterversorgte Schilddrüse das hormonelle Gleichgewicht des Körpers durcheinanderbringen kann, zeigte 2015 eine klinische Studie mit 55 Patientinnen, die unter starken Monatsblutungen litten. Bei 19 von ihnen führten die Forschenden die übermäßigen sowie unregelmäßigen Blutungen auf eine Unter- bzw. Überfunktion der Schilddrüse zurück. Das Positive: Eine Korrektur der Schilddrüsenstörung konnte bei den betroffenen Frauen die Blutungen wieder normalisieren, sodass keine weiteren Medikamente nötig waren, um den Hormonhaushalt zu korrigieren.

So decken Sie Ihren Jodbedarf über die Ernährung

Der tägliche Jodbedarf liegt für Erwachsene bei 200 Mikrogramm am Tag. Säuglinge und Kinder benötigen weniger, Schwangere und Stillende mehr. Wenn kein Jodsalz verwendet wird, liegen in Deutschland 96 % der Männer und 97 % der Frauen unter der empfohlenen TagesdosisDies ergab 2008 die Nationale Verzehrsstudie des Max Rubner-Instituts. Daher ist eine ausreichende Deckung über jodreiche Lebensmittel enorm wichtig.

Besonders viel Jod finden Sie in:

  • Seefisch,
  • Algen und Seetang,
  • dunkelgrünem Gemüse (Spinat, Brokkoli und Grünkohl),
  • Milchprodukten,
  • Erdnüssen,
  • jodiertem Speisesalz.

Doch nicht nur Jod hat für die Gesundheit der Schilddrüse eine große Bedeutung, sondern auch die Nährstoffe Selen, Vitamin A, Zink und Eisen. 

Quellen: bfr.bund.de, dge.de

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