24. Juni 2014
Eine gute Säure-Basen-Balance hält gesund

Eine gute Säure-Basen-Balance hält gesund

Nicht immer macht sauer lustig, sondern oft eher müde. Das und noch mehr Probleme können entstehen, wenn unsere Säure-Basen-Balance aus dem Lot gerät.

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Buchtipp: Im GU Ratgeber "Säure-Basen-Balance" findet ihr wertvolle Tipps für ein gesundes und vitales Leben.

Wie bei einem Schweizer Uhrwerk, in dem größere und kleinere Zahnräder im richtigen Verhältnis für Perfektion sorgen, so laufen auch in unserem Körper nur dann die vielfältigen Stoff wechselprozesse optimal ab, wenn die Säure- und Basenkonzentration in ausgewogener Menge vorliegt. Dabei geht es nicht um gute Basen und schlechte Säuren. Beide sind lebenswichtig, es kommt nur auf das Verhältnis an. Abweichungen in Richtung „Übersäuerung“ oder „Untersäuerung“ haben mitunter gravierende Folgen für uns: Stoffe werden dann nicht mehr ausreichend schnell transportiert, die Wirkung von Enzymen und Hormonen kann eingeschränkt sein, die Durchlässigkeit der Zellmembranen sich verändern und die Elektrolytverteilung aus dem Ruder geraten. Naturheilkundler gehen davon aus, dass hierzulande mit zunehmendem Alter bis zu 70 Prozent der Menschen an Übersäuerung leiden.

Trinken nicht vergessen!

Der sogenannte pH-Wert als Indikator ist eine Messeinheit, die angibt, ob eine Flüssigkeit alkalisch – also basisch – ist oder sauer. Im Blut liegt der pH-Wert bei 7,4 (+/–0,5). Um Über- oder Untersäuerungen zu verhindern, besitzt der Körper Puffersysteme. Der rote Farbstoff und Proteine fangen Säuremoleküle (H⁺-Ionen) im Blut ab. Diese werden über die Lungen und Nieren wieder ausgeschieden. So können wir in kurzer Zeit Säure in Form von Kohlendioxid loswerden, indem wir schneller oder tiefer atmen. Auch über den Schweiß und den Darm können Säuren abgegeben werden. Sogar das Knochensystem spielt eine Rolle. Eine natürliche Alkalose (Blut-pH-Wert über 7,45) kann beim Bergsteigen in großen Höhen entstehen, wo die Luft weniger Sauerstoff enthält. Damit der Körper dort trotzdem ausreichend damit versorgt wird, beschleunigt sich die Atmung. Dabei wird mehr Kohlendioxid ausgeatmet: der pHWert steigt. Eine natürliche Übersäuerung (Azidose, Blut-pH-Wert unter 7,35) kann dagegen auftreten bei schwerer körperlicher Arbeit, intensivem Sport sowie durch Saunen oder Fasten. Darum ist es bei derlei Aktivitäten so wichtig, den Flüssigkeitsverlust mit Mineralwasser oder basischen Getränken auszugleichen.

Basische Lebensmittel: Die richtige Säure-Base-Balance >>

Essen Sie bewusst gesund

Sind Sie übersäuert?

Leiden Sie häufig an Kopfschmerzen, sind Sie anhaltend müde oder erschöpft , haben Sie Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen oder Verdauungsprobleme? Dann ist es ratsam zu prüfen, ob Ihr Körper chronisch übersäuert ist. In welchem Säure-Basen-Status sich Ihr Körper befindet, können Sie statt mit einer teuren Säure-Basen-Blutanalyse einfach selber mit einer Urin-pH-Wert-Messung zu Hause messen. Die Teststreifen erhalten Sie in Ihrer Apotheke (ca. zehn Euro). Der Morgen- Urin ist naturgemäß sauer (pH-Wert kleiner als 6,5), und die Tageswerte schwanken oft um einen ganzen pH-Wert-Punkt. Darum lieber einige Tage hintereinander – auch mehrmals täglich – messen. Und an den Messtagen keine basischen Nahrungsergänzungsmittel essen. Medikamente wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) können säuernd wirken. Magen-Darm-Erkrankungen, die mit Durchfall oder Erbrechen einhergehen, oder auch die Einnahme von Antibiotika verfälschen den Wert. Den eigenen Lebensstil zu reflektieren kann nie schaden – vom Alltagsstress bis zu den Ernährungsgewohnheiten.

Gerade Letzteren fällt eine entscheidende Rolle zu, das stellt auch der Hamburger Internist, Hausarzt und Spezialist für energetische Medizin, Karsten Koop, fest: „Zunehmend häufig beobachte ich bei Patienten chronische Erkrankungen und eine Störung des Säure-Basen-Haushaltes. Das hat vielfältige Ursachen: Einige Medikamente können das Gleichgewicht durcheinanderbringen, und auch die moderne Ernährungsweise ist in vielen Fällen unausgewogen.“ Wirklich gutes und gesundes Essen steht viel zu weit unten auf unserer Prioritätenliste, und obwohl wir es besser wissen, essen wir noch immer zu viel Fast Food, Weißmehl, versteckten Zucker und tierische Produkte.

Basenreiche Kost für starke Knochen

Dabei entsteht eine Übersäuerung des Körpers nicht dadurch, dass wir zu viel Saures essen, sondern durch die Aufnahme zu vieler Lebensmittel, bei deren Abbau im Körper Säuren entstehen. Dementsprechend werden Lebensmittel in Säure- und Basenbildner eingeteilt. Mineralstoffe und Spurenelemente wirken basisch, Eiweiße (speziell tierische) und Kohlenhydrate verstärken die Säurebildung. Pflanzliche Lebensmittel hingegen können durch ihren hohen Anteil organisch gebundener Mineralstoffe Säuren bestens abpuffern. Dass eine basenreiche Ernährung der Gesundheit zugutekommt, zeigen Studien zur Knochendichte. So konnte nachgewiesen werden, dass diese bei basenreicher Kost, wie sie Vegetarier und Veganer bevorzugen, messbar höher ist als bei fleischreicher Ernährung. Kurz: stärkere Knochen bei geringerem Osteoporose-Risiko.

Denn einer Übersäuerung wirkt der Körper entgegen, indem er Kalziumkarbonat aus den Knochen mobilisiert – die Knochensubstanz wird brüchig. Um die Knochen zu stärken, kann es darum gerade mit zunehmendem Alter und bei latenter Übersäuerung sinnvoll sein, Kalziumpräparate einzunehmen (z. B. Calcium+ D3 Osteo von Doppelherz). Generell sind wir aber auf einem guten Weg. Inzwischen ernähren sich geschätzte sechs Millionen Deutsche vegetarisch oder vegan. Doch bei aller Pflanzenliebe empfehlen Experten wie Eva-Maria Kraske, Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren in Hameln, basische mit säurebildenden Lebensmitteln unbedingt nach der 80 : 20-Regel zu kombinieren. Damit sauer Sie nicht mehr müde macht, sondern einfach nur noch lustig.

Was ist sauer, was basisch?

Optimal ist eine Ernährung mit 80 Prozent Basen bildendenden und 20 Prozent Säure bildenden Nahrungsmitt eln. In Ratgebern finden sich unterschiedliche Angaben zu Lebensmitteln – so wird Tofu mal als leicht säurebildend, mal als leicht basisch eingestuft . Das gilt auch für Nusssorten. Einheitlich gelten aber fast alle Obst- und Gemüsesorten, Kartoffeln und Trockenfrüchte als Basenbildner, Fleisch und tierische Produkte als Säurebildner.

Gemüse

Basisch: die meisten Gemüse, Sprossen und Kräuter
Sauer: Artischocken, Mais, Rosenkohl, Hülsenfrüchte, Gemüse aus der Konserve

Nüsse/Samen

Basisch: Kürbiskerne, Mandeln, Sonnenblumenkerne
Sauer: Walnüsse, Haselnüsse, Paranüsse, Pekannüsse, Macadamianüsse

Milchprodukte

Basisch: Buttermilch, Frischmilch, Molke, Sojamilch
Sauer: H-Milch-Produkte, Crème fraîche, Dickmilch, Frischkäse, Käse, Quark,

Obst

Basisch: alle Obstsorten

Fleisch, Fisch

Sauer: alle Fleisch- und Fischsorten

Getränke

Basisch: Kräutertee, grüner Tee, Mineralwasser ohne Kohlensäure, mehr als vier Minuten gezogener Schwarztee
Sauer: Alkohol, kohlensäurehaltiges Mineralwasser, Kaffee, Limonaden, kurz gezogener Schwarztee

Getreide

Basisch: Buchweizen, Soja
Sauer: Dinkel, Kamut, Gerste, alle Weißmehlprodukte, Nudeln, weißer Reis

PRÄPARATE, DIE SÄURE PUFFERN

Organisch gebundene Mineralstoffe können dieSäuren puffern: z.B. Basica-Energie-Kur (Protina) als Granulat, Tabletten oder Trinkpulver. Homöopathische Tabletten gegen Übersäuerung: z.B. Bismutum Pentarkan (DHU).

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