12. Juni 2017
Der Nährstofflieferant - Alge

Der Nährstofflieferant - Alge

Jede Menge Vitalstoffe und überraschend lecker: Algen liegen gerade im Trend. Wir stellen Euch alle nährstoffreichen Algenformen vor.

Nährstoffreiche Algen
© seasons.agency / Gräfe & Unzer Verlag / Schütz, Anke
Nährstoffreiche Algen

Algen kennen wir als Hülle für Sushi-Röllchen. Aber jetzt entdecken wir sie ganz neu: Mit ihrem feinen Aroma sind sie in der Küche vielseitig einsetzbar – gekocht, gebraten, gebacken oder einfach pur. Sogar in süßen Speisen wie Kuchen könnt Ihr sie verwenden. Übrigens: Hättet Ihr gewusst, dass in rund 70 Prozent unserer Lebensmittel Algenextrakte stecken? Sie werden als vegane Gelier- oder Verdickungsmittel, z. B. in Eis oder Marmelade, eingesetzt.

Algen sind gute Lieferanten für Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß, Vitamine (A, B, C und E) sowie Mineralien wie Eisen oder Zink – und das nahezu kalorienfrei. Außerdem versorgen sie uns mit dem lebensnotwendigen Spurenelement Jod, von dem wir meist zu wenig zu uns nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen 0,2 mg am Tag. Als Höchstmenge gilt 0,5 mg. Beachtet dazu bitte die Hinweise auf der jeweiligen Algenverpackung. Menschen mit Funktionsstörungen der Schilddrüse sollten auf Algen verzichten.

So gesund sind Nori-Algen
© Amarita/iStock
So gesund sind Nori-Algen

Nori-Alge

Nori-Flocken

Tipp: Peppt Euer Rührei mit Nori-Flocken auf.

„Nori“ ist der Sammelbegriff für verschiedene Arten. Meist ist die Rotalge Porphyra gemeint (enthält neben Chlorophyll auch rote Farbstoffe). Nach der Ernte wird sie zerkleinert, zu Blättern gepresst und getrocknet. Sie enthält Glutaminsäure, die den Muskelaufbau fördert.

Geschmack: angenehm mild, leicht süßlich bis rauchig.

Geeignet für: Würzen Sie Soßen mit Nori-Flocken. Mit den Blättern könnt Ihr Sushi einwickeln. Grüne Nori-Blätter sind bereits geröstet. Rötliche solltet Ihr selbst im Ofen kurz rösten, sonst werden sie zäh. Erhältlich im Bioladen (z. B. von „Porto-Muiños“).

Dulse Algen
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Dulse Algen

Dulse Algen

Dulse als Speckersatz

Tipp: Probieret Dulse angeröstet statt Speck zu Bratkartoffeln –sehr lecker!

Um sich vor Skorbut, einer Vitaminmangelkrankheit, zu schützen, kauten Seefahrer früher die getrocknete Dulse aus dem Atlantik und Pazifik wie Kautabak. Grund: Sie enthält Vitamin C.

Geschmack: würzig nach Krebstieren. Angebraten eher wie Schinken.

Geeignet für: Die Rotalge ist eine farbenfrohe und aromatische Beilage zu Fischgerichten, in Suppen sowie in gefüllten Teigtaschen. Kleine Mengen (ca. 5 g) reichen, da sie mit Wasser ihr Gewicht verzehnfachen. Getrocknet in einigen gut sortierten Supermärkten erhältlich (z. B. von „Maris Algen“) oder online über www. solvino.de, 50 g ca. 9 Euro.

Meeresspaghetti - Die Braunalge
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Meeresspaghetti - Die Braunalge

Meeresspaghetti - Die Braunalge

Nori-Flocken

Tipp: Peppt Euer Rührei mit Nori-Flocken auf.

Die Braunalge (enthält außer Chlorophyll auch braunen Farbstoff) ist im Atlantik heimisch, wächst aber auch in der Nord- und Ostsee. Die enthaltenen Polyphenole schützen vor freien Radikalen.

Geschmack: zart-fleischige Konsistenz, erinnert an Bohnen und Meeresfrüchte.

Geeignet für: Ihr könnt die Alge in Nudel- und Reisgerichten mitkochen. Schmeckt aber auch als Belag auf Quiches. Der Jodgehalt ist hoch. Durch Einweichen in Wasser (danach wegschütten) könnt Ihr ihn aber deutlich senken. Erhältlich im Bioladen (z. B. von „Arche“).

Wakame Algen
© Amawasri/iStock
Wakame Algen

Wakame Algen

Nori-Flocken

Tipp: Peppt Euer Rührei mit Nori-Flocken auf.

In der japanischen Küche ist die Braunalge aus dem Pazifik beliebtes Würzmittel. Bei uns kennen wir sie als Seealgensalat aus der Frischetheke (glutenhaltig). Reich an Eisen, Kalzium und Magnesium.

Geschmack: süßlich, knackige Konsistenz, schmeckt typisch nach „Meer“.

Geeignet für: Wakame ist der perfekte Begleiter für Tofu, Garnelen, Hülsenfrüchte oder Blattspinat. Im Salat passt die Alge zu Möhren, Gurke und Koriander. Die Wurzel Mekabu ist auch essbar und enthält besonders viele Nährstoffe. Weiße Rückstände sind Jodablagerungen, kein Schimmel. Erhältlich online oder im Bioladen (z. B. von „Kulau“)

Meersalat - Ulva Algen
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Meersalat - Ulva Algen

Meersalat - Ulva Algen

Nori-Flocken

Tipp: Peppt Euer Rührei mit Nori-Flocken auf.

"Ulva“ heißt die Grünalge, die weltweit an den Meeresküsten vorkommt. Optisch erinnert sie an ein Salatblatt. Der hohe Vitamin-C-Gehalt der Alge stärkt das Immunsystem. Außerdem hat sie eine antibakterielle Wirkung.

Geschmack: zart, mild-würzig, erinnert leicht an Sauerampfer mit einer salzigen Note.

Geeignet für: Mit der ballaststoffreichen Alge könnt Ihr leckere Salate zaubern. Dafür in Wasser einweichen und roh dazugeben. Schmeckt mit Rotkohl, Karotten, Sprossen, Ingwer und Eisbergsalat. Die Flocken passen hervorragend in die Marinade von Fisch oder Garnelen. Getrocknet online erhältlich z. B. unter www. lifefood.de, 40 g ca. 9 Euro). Und: Algen in Bioqualität enthalten keine Schadstoffe.

Chlorella Algen
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Chlorella Algen

Chlorella Algen

Nori-Flocken

Tipp: Peppt Euer Rührei mit Nori-Flocken auf.

Nicht alle Algen leben im Meer – die mikroskopisch kleine Chlorella ist eine Süßwasseralge. In ihr stecken viel Eiweiß, Folsäure, Eisen & Vitamin B 12. Fasern an ihrer Zellwand binden Schadstoffe und schleusen sie aus dem Körper. Die Grünalge gibt es als Pulver oder in Kapseln. (z. B. im Bioladen).

Geschmack: intensiv, etwas bitter, erinnert an Blattspinat. Backwaren bekommen eine angenehm nussige Note.

Geeignet für: Lässt sich in Smoothies, Dips oder Suppen einrühren, harmoniert mit Goji-Beeren, Kurkuma und Ginseng. Das goldgelbe Pulver ersetzt in Backwaren Ei und Butter, z. B. „Bobei“ von PureRaw, 200 g ca. 10 Euro.

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