28. Juni 2021
5 überraschend ungesunde Lebensmittel für Kinder

5 überraschend ungesunde Lebensmittel für Kinder

Jedes sechste Kind in Deutschland ist übergewichtig oder adipös. Zu den Ursachen gehört neben dem zunehmenden Bewegungsmangel auch eine ungesunde Ernährung. Speziell für Kinder beworbene Produkte enthalten oft zu viel Zucker, Fett und Süßstoff. Diese Lebensmittel für Kinder sind alles andere als gesund.

Lebensmittel, die speziell an Kinder und Jugendliche vermarktet werden, locken meist mit bunten Farben, Bildchen, Maskottchen, Spielsachen oder auch Gewinnspielen. Die Werbespots sind voll von lustigen Comic-Figuren und eingängigen Songs. Kinder können nichts dafür, dass ihnen solche Produkte zusagen. Als Folge droht jedoch Übergewicht und das Problematische ist: Wer bereits als Kind oder Jugendlicher übergewichtig oder adipös ist, schleppt die Pfunde meist auch als Erwachsener mit sich herum. Übernehmen Sie daher für Ihre Kinder Verantwortung und lassen Sie sich selbst in der Quengelzone an der Supermarktkasse nicht zu Impulsivkäufen hinreißen. Die folgenden Lebensmittel enthalten nämlich zu viel Zucker, Fett, Farb-, Zusatz- und Süßstoffe.

5 überraschend ungesunde Lebensmittel für Kinder

  1. Milchprodukte wie Pudding, Joghurt oder Quark:
    Wenig verarbeitete Milchprodukte haben in Maßen durchaus ihre Berechtigung in einer ausgewogenen Ernährung, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. In einer Marktstudie stellte Foodwatch jedoch fest, dass spezielle Kinderjoghurts im Durchschnitt 14 Prozent Zucker enthielten. Zum Vergleich: Naturjoghurt enthält lediglich 5 Prozent Zucker. Greifen Sie daher lieber zu Naturjoghurt und peppen ihn mit zuckerarmen Beerenfrüchten wie Erdbeeren, Heidelbeeren oder Himbeeren auf.
  2. Milchmischgetränke:
    Für Milchmischgetränke gilt ähnliches. Sie enthalten oft doppelt so viel Zucker wie normale Vollmilch und sind daher gänzlich ungeeignet für Kinder. Als Durstlöscher eignet sich Milch in keiner Form – hier ist Wasser stets das Getränk der Wahl.
  3. Cornflakes:
    Noch schlechter als die Milchprodukte schnitten in der Marktstudie von Foodwatch Cornflakes ab. Im Durchschnitt bestehen Cornflakes, die an Kinder vermarktet werden, zu 24,4 Prozent aus Zucker. Eine Portion Cornflakes mit Milch erreicht damit bereits locker die maximal empfohlene Tagesdosis an Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt als absolute Obergrenze einen Zuckergehalt von 15 Prozent.
  4. Säfte:
    Wie in der Ernährung von Erwachsenen sollten Säfte in unverdünnter Form nicht in der Ernährung eines Kindes vorkommen. Fruchtsäfte sättigen im Vergleich zu ganzem Obst nicht und liefern riesige Portionen an Fruchtzucker innerhalb kürzester Zeit. Speziell an Kinder gerichtete Süßgetränke wie Limonaden oder Obst-Smoothies fallen in die gleiche Kategorie.
  5. Wurstwaren:
    Ob in der Form eines süßen Bärs oder mit einem lustigen Fuchs auf der Verpackung: Wurstwaren, die an Kinder vermarktet werden, unterscheiden sich nicht von Wurstprodukten für Erwachsene – abgesehen vom Preis, da sie meist deutlich teurer sind. Aufgrund des hohen Verarbeitungsgrads, vieler gesättigter Fettsäuren und einem hohen Salzgehalt sind Wurstprodukte weder für Erwachsene noch für Kinder zu empfehlen.

Fazit: Kinderlebensmittel sind ungesund, teuer und unnötig

Abgesehen von Säuglingsnahrung gibt es kaum gesetzliche Vorschriften für Lebensmittel, die an Kinder vermarktet werden dürfen. Daher werben Lebensmittelhersteller nach wie vor mit bunten Verpackungen, Maskottchen, Spielzeug oder Gewinnspielen, sowie „lustigen“ Werbungen, um die jüngere Zielgruppe anzusprechen. Da Kinder leicht beeinflussbar sind, stehen die Eltern in der vollständigen Verantwortung und müssen auf eine gesunde Ernährung bei den Kleinen achten. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen:

  • Ein gesunder Start in den Tag besteht nicht aus süßen Cornflakes oder Nuss-Nougat-Brötchen, sondern aus Haferflocken oder Vollkornbrot.
  • Gegen den Durst sollte es nur Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Fruchtsaftschorlen geben. Süße „Kindergetränke“ oder Limonaden sind faktisch Süßigkeiten und sollten die absolute Ausnahme bleiben.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nicht zu viel Werbung für unnötige Kinderprodukte sehen.
  • Milchprodukte für Kinder enthalten meist Extraportionen Zucker und Geschmacksverstärker. Bleiben Sie bei den natürlichen Varianten.
  • Spezielle Wurstwaren für Kinder sind gleichermaßen ungesund wie normale Wurstwaren und meist deutlich teurer.
  • Lassen Sie sich von zugesetzten Vitaminen oder Mineralstoffen nicht locken. Das ist Augenwischerei und eine ausgewogene Ernährung deckt auch bei Kindern alle Nährstoffe ab.
  • Auf den Verpackungen sind häufig Portionsgrößen von lediglich 30 Gramm angegeben. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, das Lebensmittel sei kalorienarm oder zuckerarm.

Gesündere und günstigere Alternativen zu Kinderlebensmitteln

Aus Faulheit greifen wir gerne auf Fertigprodukte zurück. Das muss jedoch nicht sein, da die folgenden Snack-Alternativen schnell zubereitet und dazu noch deutlich gesünder sind:

  • Naturjoghurt mit frischen Früchten statt Fertigjoghurt oder Pudding,
  • stark verdünnte Fruchtsaftschorle statt Quetschie, Smoothie oder Limonade,
  • Müsli mit Nüssen und frischem Obst statt Cornflakes,
  • Gemüse-Sticks mit Kräuterquark statt Chips & Co,
  • buntes Obst statt bunte Süßigkeiten.

Video: Werbungen für Kinder sollen strengere Auflagen bekommen

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