Schöne Haut: So gesund ist die pescetarische Ernährung

Schöne Haut: So gesund ist die pescetarische Ernährung

Pescetarier verzichten auf Fleisch, essen aber tierische Lebensmittel und auch Fisch. Für die natürliche Schönheit und ein gesundes Immunsystem ist die pescetarische Ernährung ideal geeignet. Wir haben mit Schönheitsexperten Prof. Dr. med. Dr. habil Werner Mang über die Vorteile der pescetarischen Ernährung für gesunde Haut und Haare gesprochen.

Was bedeutet pescetarische Ernährung eigentlich?

Mittlerweile weiß jeder, dass Vegetarier kein Fleisch essen und Veganer sogar komplett auf jegliche tierische Produkte verzichten. Unterschiedliche Ernährungsformen sind längst Teil des vielfältigen, modernen Lebens geworden. Manche Ernährungsformen wie die Paleo- oder Steinzeitdiät muten skurril an, andere wie die MIND- oder DASH-Diät wollen vor ganz bestimmten Krankheiten vorbeugen helfen. Und dann ist da auch noch die pescetarische Ernährung, die seit einiger Zeit im Trend liegt und viele neue Anhänger findet.

Pescetarier sind fischessende Vegetarier. Wer sich pescetarisch ernährt, verzichtet zwar auf den Verzehr von Fleisch, isst aber Fisch. Darüber hinaus stehen auch durchaus Eier, Milch und Käse auf dem Speiseplan der Pescetarier. Und was hat es mit der fischreichen Ernährungsform nun auf sich? Zunächst einmal sprechen viele Gründe dafür, weniger, besser noch gar kein Fleisch zu konsumieren. Neben dem Tierwohl sind vor allem ökologische Gründe ein elementarer Grund, den Fleischkonsum stark zu reduzieren oder komplett einzustellen. Gesundheitliche Aspekte dürfen bei der Entscheidung, fleischfrei zu leben, natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Ernährungsexperten und Forschende sind sich einig, dass eine pflanzliche Ernährung enorme positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Noch gesünder scheint hier nur die pescetarische Ernährung zu sein. Denn durch den regelmäßigen Verzehr von Fisch, können Pescetarier viele wichtige Omega-3-Fettsäuren aufnehmen, die umfassende gesundheitsfördernde Effekte haben. Was Vegetariern und Veganern mitunter an Vitaminen und wertvollen Mineralstoffen in der alltäglichen Ernährung fehlt, kommt bei Pescetariern viel regelmäßiger auf den Teller.

Schlechte und fleischlastige Ernährung ist der Schönheitskiller Nummer 1, denn die Haut ist das Spiegelbild der Ernährung: billiges Discounter-Fleisch mit Antibiotika und Hormonen, fettige Ernährung, wenig Ballaststoffe, Alkohol, Nikotin – diese Gesichter erkenne ich schon in meiner Sprechstunde. Die Ernährung als Pescetarier bietet dem Organismus hingegen eine hohe Dichte an Nährstoffen, die in anderen Lebensmitteln nur eingeschränkt oder gar nicht vorhanden sind. Der hohe Bedarf unseres Körpers an Omega-3- Fettsäuren wird von vielfältigen Fischsorten und Meeresfrüchten optimal gedeckt.

Prof. Dr. Werner Mang

Vor allem für die Haut, die Haare und das generell gesunde Erscheinungsbild haben Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Wirkung.

3 positive Effekte für jugendlich wirkende Haut und glänzende Haare

1. Gesunde Haut dank Omega-3

Fisch enthält mehrfach ungesättigte, langkettige Fettsäuren, die für unseren Organismus lebensnotwendig sind. In Studien konnten die Vorteile von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl für die Hautgesundheit bereits beobachtet werden.

Neben den Omega-3-Fettsäuren sind vor allem Selen, Vitamin B2 und Vitamin D maßgeblich am Erhalt der Hautgesundheit beteiligt. Omega-3-Fettsäuren sind Vorläufer wichtiger Hormone und Stoffwechselprozesse. (…) [Ein Omega-3-Mangel kann] für Durchblutungsstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ebenso ursächlich sein wie für Schlafstörungen, Depressionen, schlechte Wundheilung und Entzündungsneigung oder für trockene und schuppige Haut.

Prof. Dr. Werner Mang

Neben den wichtigen ungesättigten Fettsäuren enthält Fisch auch reichhaltige Mengen des Vitamin A. Für die Hautgesundheit spielt das antioxidative, zellschützende Vitamin eine entscheidende Rolle. Prof. Dr. Mang weiß zu berichten:

Durch eine ausreichende Zufuhr der für die Haut wichtigen Vitalstoffe können Hautprobleme wie trockene Haut oder auch Entzündungen reduziert werden und auch die Zellerneuerung profitiert davon. Gesunde Haut strahlt und beeinflusst das gesamte Erscheinungsbild.

Prof. Dr. Werner Mang

2. Gesunde Haare dank Fischöl und Fettsäuren

Die aus der fischreichen prescetarischen Ernährung aufgenommenen Omega-3-Fettsäuren können nicht nur die Hautzellen schützen, sondern stärken auch Haare und Haarwurzeln. In Studien konnten Forschende beobachten, dass Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren als Nahrungsergänzung bei einer ansonsten ausgewogenen Ernährung Haarausfall bei Frauen verlangsamen konnten und die Haardichte verbesserten. Eine andere Studie aus dem Jahr 2018 hielt fest, dass fermentiertes Fischöl der Makrele einen anregenden Effekt auf das Haarwachstum bei Probanden hatte.

3. Antioxidativer Zellschutz

Antioxidantien, die wir mit der Nahrung aufnehmen, schützen unsere Körperzellen vor den schädlichen Effekten freier, radikaler Sauerstoffverbindungen. Vitamine sind besonders potente antioxidative Stoffe, die freie Radikale binden und Schäden abwehren helfen. Für unsere Haut spielen Vitamine daher eine besondere Rolle. Alterungserscheinungen wie Falten etwa sind das Ergebnis von Zellschäden in unserer Haut, die durch hochreaktive, aggressive Sauerstoffverbindungen ausgelöst werden. Wer regelmäßig Fisch isst, nimmt viele wichtige Antioxidantien wie Vitamin A, D, K, E und Vitamine der B-Gruppe auf. Hering etwa enthält reichhaltige Vitamine und kann als Teil einer ausgewogenen pescetarischen Ernährung helfen, Anzeichen der frühzeitigen Hautalterung vorzubeugen. 

Tipps und Empfehlungen

Sie wollen mehr über die pescetarische Ernährung erfahren? Im neuen Buch „Iss dich schön! Pescetarier – Die neue Lebensart“ von Prof. Dr. Werner Mang finden Sie auf 128 Seiten alles Wissenswerte rund um den Pescetarismus, wie Sie Ihre Ernährung erfolgreich umstellen und die Vorteile des regelmäßigen Fischverzehrs für Ihre Gesundheit.

Im "Pescetarier Kochbuch" von Carla de Vries finden Sie 100 leckere und einfache pescetarische Rezepte, die Sie sofort zu Hause nachkochen können. Bringen Sie Abwechslung und pescetarische Ausgewogenheit in Ihren Speiseplan!

Viel hilft viel? Fisch besser nur zweimal die Woche

Egal, welche Ernährungsweise Sie verfolgen: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und vermeiden Sie den Überkonsum von vermeintlich besonders gesundheitsfördernden Lebensmitteln. Natürlich ist Fisch gesund und liefert dem Körper enorm viele wichtige Nährstoffe, Fettsäuren und Mineralstoffe. Jeden Tag mehrmals Fisch essen, ist aber auch keine gute Idee. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt etwa zwei Portionen Fisch pro Woche. Halten Sie sich im Rahmen der pescetarischen Ernährung an diese Empfehlung.

Ein Überkonsum an Fisch ist aus mindestens zwei Gründen nicht zu empfehlen. Erstens sind die Meere und Gewässer ohnehin schon stark überfischt. Der menschliche Appetit nach Fisch sorgt in den Ökosystemen der Meere, Flüsse und Seen bereits jetzt für starke negative Auswirkungen. Allein aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes sollten Sie Ihren Fischkonsum anpassen. Zweitens sind viele Fischarten mit Umweltgiften belastet. Raubfische wie der Thunfisch etwa haben eine hohe Quecksilber-Belastung. Der Giftstoff sammelt sich bei vermehrtem Konsum in unserem Körper an und kann für gesundheitliche Schäden sorgen. Kopfschmerzen, Nervenschäden oder Übelkeit können die Folgen sein.

Im Video: So gesund sind Omega-3-Fettsäuren für Sie

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