9. Dezember 2013
Wir lieben's scharf

Wir lieben's scharf

Sie brennen für ihre Ideen: zwei engagierte Frauen, die mit Leidenschaft Pfeffer und Chili vermarkten.Wir stellen Ihnen die beiden, ihre Produkte und ungewöhnliche Rezepte vor

Chilli
© Thinkstock
Chilli

Sie sind klein und manchmal verdammt scharf: Chilischoten. Seit sieben Jahren peppen sie das Leben von Andrea Grecu-Schulze auf. Die 39-jährige Freiburgerin verarbeitet Chilis zu feinen Pasten, Ölen und Chutneys. „Ab und zu trage ich ihretwegen auch eine Schutzbrille und ein doppeltes Paar Gummihandschuhe“, sagt sie schmunzelnd. Dann nämlich, wenn sie eine indische Bhut Jolokia schneidet. „Diese extrem scharfe Sorte verwende ich allerdings eher selten“, schränkt sie ein. Die meisten Kunden bevorzugen mildere Sorten.

Feurige Chilischoten aus dem heimischen Garten auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt

Dass die Chilischoten ihr Leben verändert haben, ist für Andrea Grecu-Schulze noch immer ein kleines Wunder. Streng genommen legte ihr Mann den Grundstein zu ihrem Onlineshop Chiligarten: Weil sie so hübsch aussehen und knallbunt leuchten, säte er im heimischen Garten die ersten Chilis aus. Dank seines grünen Daumens „konnten wir plötzlich Unmengen Jalapeños und Cayenne ernten. Da kam uns die Idee, sie nicht nur zum Würzen zu verwenden, sondern eigene Rezeptkreationen auszuprobieren“, erzählt Andrea Grecu-Schulze. Mit etwa 40 Gläsern selbst gemachter Chiliprodukte stand sie 2006 erstmals auf einem Freiburger Weihnachtsmarkt. Neugierig blieben die Besucher an ihrem Stand stehen, probierten – und kauften. Wenig später begann Andrea Grecu-Schulze mit dem Onlinehandel. Heute reichen die Chilis aus dem eigenen Garten längst nicht mehr. Sie kauft bei drei Gärtnern aus der Umgebung dazu. Ende September beginnt die Ernte, bis Mitte November kocht sie fast rund um die Uhr ein. Anfangs musste der Herd in der eigenen Küche herhalten, dann eine angemietete Wohnung. In diesem Jahr arbeitet sie erstmals in einer Gewerbeküche, die sie sich mit einer Freundin teilt. Hier stellt sie ihre begehrtesten Produkte her, wie das Chutney aus Feigen und Chilis, und auch ihre neueste Kreation: einen rumänischen Brotaufstrich aus angebratenen Auberginen, Paprika und Tomaten – mit nur milder Schärfe.

Pfeffer
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Pfeffer

Pfeffer

Wer „Miss Pure Pepper“ kennenlernt, erlebt Pfeffer in einer unerwarteten Vielfalt. Schmeckt plötzlich das Zitronenaroma, die hauchfeinen Noten von Holz, Leder und Nelken. „Miss Pure Pepper“ – so nennt sich die 38-jährige Berlinerin Anja Matthes. Sie lebt Pfeffer. Voller Leidenschaft erzählt sie im Interview, wie sie in Kambodscha ihre Liebe zu den scharfen Körnern entdeckt hat. Auf einer winzigen Insel aß sie in den ersten Tagen ihrer zehnwöchigen Reise einen Fisch in traditioneller Pfeffersoße. Überrascht stellte sie fest, wie rauchig, blumig, scharf Pfeffer schmecken kann. „Das war für mich eine Offenbarung“, schwärmt sie. Die lange Reise, eine Auszeit nach der Kündigung ihres Jobs als Marketingexpertin, machte ihren Kopf frei. Zurück in Deutschland, reifte der Wunsch, sich selbstständig zu machen. Schließlich gründete sie im Frühjahr 2010 den Onlineshop pure pepper.

Pfefferpflanzen klettern bis zu zehn Meter an anderen Bäumen empor

Über den vertreibt sie heute sechs unterschiedliche Pfeffersorten aus Kambodscha, Indien, Indonesien und Tasmanien. Unter anderem schwarzen, roten und wei- ßen Kampot-Pfeffer, den sie in der Region Kampot in Kambodscha fand. Er wird von Bauernfamilien mit langer Tradition angebaut, von Hand geerntet, in der Sonne getrocknet und verlesen. „Das Ergebnis ist ein 100-prozentiges Naturprodukt, das auf dem schnellsten Weg und damit sehr frisch zu uns nach Deutschland kommt“, erklärt sie. Anja Matthes kauft ihren Pfeffer zu fairen, über dem Marktniveau liegenden Preisen. Und weil guter Pfeffer einen guten Mörser braucht, hat die ideenreiche Unternehmerin auch gleich einen aus edlem Kirsch- und Buchenholz entwickelt. Mit seinem breiten Griff liegt er fest in der Hand und erfordert nur wenig Kraft. Diesen Mörser und ihre Reisen zum Pfeffer stellt sie in Videos auf ihrer Internetseite vor. „Ich biete online ein Produkt an, das man schmecken, riechen und fühlen müsste. Ich hoffe, dass ich meinen Kunden auf diesem Weg den Pfeffer etwas näherbringen kann“, erklärt sie und strahlt so viel Begeisterung aus, dass jeder, der ihr zuhört, sie sofort via Internet auf ihrer aktuellen Indienreise begleiten möchte.

Gefüllte Hirse- Chili-Tomaten

Gefüllte Hirse- Chili-Tomaten

FÜR 4 PERSONEN

  • 60 g Hirse
  • Salz
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Lauchzwiebeln
  • 1 Avocado
  • 1–2 TL Chilipaste „Provence“ von Chiligarten
  • 12 mittelgroße Tomaten
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 12 Scheiben Ciabatta

  1. Hirse in wenig kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung garen. Knoblauch schälen und fein hacken. Lauchzwiebeln putzen, waschen und in dünne Ringe schneiden. Avocado halbieren, entsteinen. Fruchtfleisch aus der Schale lösen und klein würfeln.
  2. Backofen auf 180 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen. Hirse, Knoblauch, Lauchzwiebeln, Avocado und Chilipaste vermengen. Salzen. Tomaten waschen. Jeweils einen Deckel abschneiden. Mit einem Löffel aushöhlen.
  3. Tomaten mit der Hirse- Chili-Masse füllen und in eine Auflaufform setzen. Ca.15 Minuten backen. Schnitt- lauch waschen, trocken tupfen, in Röllchen schneiden. Ciabatta in einer Pfanne rösten. Tomaten mit Schnittlauch bestreuen und mit Ciabatta anrichten.

Pro Person 330 kcal Fett: 14 g M ca. 45 Minuten

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