11. April 2014
Ayurveda-Rezepte

Ayurveda-Rezepte

Die typgerechte Ernährung nach der indischen Lebensphilosophie hilft Ihnen, ohne lästiges Kalorienzählen abzunehmen. Und Sie fühlen sich sofort wohler

Ayurveda macht schlank
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Ayurveda macht schlank
Die aus Indien stammende, sehr fettarme „ayurvedische Ernährungsweise“ ist eine einfache Methode um Abzunehmen und den eigenen Körper zu entschlacken. Die Philosophie dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Ayurveda, aus dem Sanskrit für „Wissen vom Leben“, setzt bei der Grundkonstitution an, der gesundheitlichen Verfassung und der persönlichen Lebenssituation jedes Einzelnen. Die ideale Ernährung richtet sich schlicht danach, welcher Konstitutionstyp Sie sind. Die Konstitutionstypen sind nach den drei Doshas benannt, den bioenergetischen Grundprinzipien: Vata, Pitta und Kapha. Sie setzen sich aus je zwei der fünf großen Elemente Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde zusammen.
Tee trinken
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Was für ein Ayurveda-Konstitutionstyp bin ich?

Wer sich ayurvedisch ernährt, muss nicht auf bestimmte Lebensmittel verzichten oder sich auf eine bestimmte Lebensmittelgruppe beschränken. Es geht viel mehr um Empfehlungen und Tipps, welche Gerichte und Zutaten sich positiv auf den Körper auswirken und welche Ihr eher meiden solltet.

Es wird zwischen verschiedenen Typen unterschieden:
  1. Vata-Typ: Er sollte vor allem warme, mild gewürzte Speisen und Eintöpfe essen.
  2. Pitta-Menschen: Sie zählen zu den Glücklichen, die außer Scharfem und Heißem fast alles vertragen.
  3. Kapha-Kandidaten: Sie sollten darauf achten, häufiger heiß, scharf und leicht zu essen, um ihre innere Balance nicht zu gefährden.

Auch die sechs Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb, die sogenannten „Rasas“, spielen in der ayurvedischen Küche eine wichtige Rolle. Eine Ernährung, in der alle regelmäßig auftauchen, unterstützt das ausgewogene Miteinander der Doshas. Die auch in unseren Rezepten verwendete Gewürzmischung „Masalum“ enthält alle sechs Rasas. Sie sind für das Abnehmen und Entschlacken mit Ayurveda von besonderer Bedeutung, schreibt Nicky Sitaram Sabnis in seinem Buch „Ayurveda-Küche zum Abnehmen“. Dass alles, was wir essen, unmittelbar das Gleichgewicht zwischen den Kräften beeinflusst, die in uns wirken, kann man sich leicht vorstellen.

Auf Ayurvedisch gesprochen heißt das: Unsere Ernährung beeinflusst die Balance zwischen den einzelnen Doshas. Geht es uns gut, funktioniert das Zusammenspiel der Doshas wie von selbst. Überwiegt ein Dosha, wird das angestrebte Gleichgewicht gestört. Übergewicht ist immer ein Zeichen dafür, dass die Doshas aus dem Lot geraten sind. Auch andere Faktoren, wie sie zum Beispiel veränderte Lebensumstände mit sich bringen, können zu einem Ungleichgewicht führen. Ayurvedische Ernährung bietet dann eine Möglichkeit, die Balance wiederherzustellen.

Haben Sie Ihren Typ erst einmal klassifiziert, sind der Kreativität beim Kochen keine Grenzen gesetzt. Auch wenn Ihre Familie aus unterschiedlichen Konstitutionstypen besteht – kein Problem, fast alle Rezepte lassen sich durch Hinzufügen oder Weglassen einzelner Zutaten abwandeln. Die Speisen der ayurvedischen Küche sind übrigens weitgehend frei von Kuhmilch oder Kuhmilchprodukten und glutenfrei. Darüber freuen sich all diejenigen, die Milchzucker oder Gluten nicht vertragen.

Tipps zum Abnehmen mit Ayurveda

Der Weg zum ayurvedischen Abnehmen beginnt mit ein paar einfachen Maßnahmen:
  • Bereitet die Speisen möglichst frisch zu
  • Verzichtet auf eine Mikrowelle
  • Statt herkömmlicher Fette und Öle verwendet lieber Ghee, ein reines Butterfett ohne Wasser und Eiweißrückstände
  • Süßt mit Honig oder Ahornsirup
  • Esst vorzugsweise Warmes
  • Meidet sehr kalte Speisen und Getränke sowie Tiefgefrorenes
  • Widmet der Zubereitung besondere Liebe und Aufmerksamkeit
Mit der Zeit werdet Ihr herausfinden, welche Lebensmittel und Gewürze am besten zu Euch passen. Niemand ist Ihrem Körper so nah wie Ihr. Hört ihm einfach zu. Denn Euer Körper spricht mit Ihnen. Auf Ayurvedisch. Diese „Körpersprache“ ist so international wie individuell und leicht zu verstehen. Der Lohn des Zuhörens zeigt sich schon bald fühl- und sichtbar: Während Eure Energie stetig wächst, fühlt Ihr Euch immer wohler und nehmt dann wie von selbst ab.
Inger Sheriye
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Inger Sheriye
Zutaten für 2 Personen:
  • 500 ml heißes Wasser
  • 1 TL Ingwer, gehackt
  • 3 EL Zitronensaft
  • 1 ELHonig

​Zubereitung:

  1. Wasser, Ingwer, Saft verrühren und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen
  2. Honig unterrühren
Vata: gut geeignet
Pitta: Zitronensaft weglassen
Kapha: mit Chili würzen
Kohlrabi
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Kohlrabi
Zutaten für 2 Personen:
  • 1 kleiner Kohlrabi
  • 2 EL Quinoa
  • 1 grüne Chilischote, gehackt
  • 1 TL grünes Masalum
  • 50 ml Sojasahne
  • 1 TL gehackte Kräuter Salz

Zubereitung:

  1. Kohlrabi schälen, klein schneiden.
  2. 500 ml Wasser aufkochen, Kohlrabi und Quinoa gar kochen.
  3. Chili, Masalum und Sojasahne zugeben, aufkochen.
  4. Mit Salz und Kräutern würzen.
Vata: Ingwer statt Chili
Pitta: Chili weglassen
Kapha: gut geeignet
Pro Person: 130 kcal, Fett 8 g, Zubereitungszeit ca. 25 Minuten
Kichererbsen mit Zucchini
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Kichererbsen mit Zucchini
Zutaten für 2 Personen:
  • 1 kleine Zucchini
  • 1 TL Sojasoße
  • 1 TL Rapsöl
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Wasser
  • 200 g Kichererbsen, gekocht (evtl. aus der Dose)
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 2 TL frische Kräuter, gehackt

Zubereitung:

  1. Zucchini putzen, waschen, klein schneiden.
  2. Sojasoße, Öl, Zitronensaft und Wasser in einen Topf geben und erhitzen.
  3. Zucchini zugeben und bei starker Hitze 30 Sekunden anbraten.
  4. Kichererbsen zufügen. Ca. 3 Minuten garen.
  5. Mit Salz und Pfeffer würzen. Kräuter darüberstreuen.
Vata: gut geeignet
Pitta: Koriander zufügen
Kapha: gut geeignet
Pro Person: 160 kcal, Fett 5 g ca. 20 Minuten
Maisbällchen
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Maisbällchen
Zutaten für 2 Personen:
  • 50 g rote Linsen
  • 1 TL rotes Masalum
  • 2 frische Maiskolben, gerieben, oder
  • 100 g Maiskörner aus der Dose, grob püriert
  • 1 frische Chilischote, gehackt
  • 1–2 EL Kichererbsenmehl
  • 1 TL frische Petersilie, gehackt

Zubereitung:

  1. 300 ml Wasser zum Kochen bringen.
  2. Linsen und Masalum zugeben. Die Hitze reduzieren und die Linsen 8–10 Minuten kochen. Anschließend beiseite Stellen und warm halten.
  3. Backofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vorheizen.
  4. Mais mit restlichen Zutaten mischen und würzen.
  5. 3 Walnussgroße Bällchen oder Taler formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. 10–15 Minuten backen, bis sie leicht gebräunt sind. Zwischendurch wenden.
  6. Linsensoße und Bällchen zusammen anrichten.
Vata: gut geeignet
Pitta: Chili weglassen
Kapha: gut geeignet
Pro Person: 170 kcal, Fett 1 g ca. 30 Minuten
Gemüsereis
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Gemüsereis
Zutaten für 2 Personen:
  • 70 g Basmatireis
  • 250 g verschiedene Gemüse der Saison
  • 2 TL Ghee
  • 1 TL rotes Masalum
  • Salz
  • 1 TL Sojasoße
  • 1 Frühlingszwiebel,infeine Ringe geschnitten

Zubereitung:

  1. 1 Liter Wasser zum Kochen bringen und den Reis ohne Deckel 5 Minuten kochen, zwischendurch umrühren. Kochwasser abgießen.
  2. Gemüse schälen, putzen und fein schneiden.
  3. Ghee in einer Pfanne erhitzen. Gemüse darin bei starker Hitze 30 Sekunden anbraten.
  4. Mit 1 Tasse Wasser ablöschen. Masalum zugeben und eine weitere Minute kochen. Reis unterrühren.
  5. Den Gemüsereis würzen. Sojasoße und Frühlingszwiebeln unterrühren.
Vata: Möhren und grüne Bohnen als Gemüse
Pitta: Blumenkohl und Erbsen als Gemüse
Kapha: Brokkoli und Paprika als Gemüse
Pro Person: 190 kcal, Fett 5 g ca. 20 Minuten

Karotten
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Karotten
Zutaten für 2 Personen:
  • 2–3 Karotten
  • 1 TL gelbes Masalum
  • 100 g Sojajoghurt
  • 1 EL frische Kräuter,gehackt
  • 1 EL Mandeln,gehackt

Zubereitung:

  1. CSS-fettDie Karotten schälen und grob reiben.
  2. Karotten, Masalum und Sojajoghurt mischen. Mit Salz abschmecken und 5 Minuten durchziehen lassen. Mit Kräutern und Mandeln garnieren.
Vata: Gericht erwärmen
Pitta: gut geeignet
Kapha: mit Chili würzen
Pro Person: 110 kcal, Fett 5 g ca. 15 Minuten
Soja-Lassi
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Soja-Lassi
Zutaten für 2 Personen:
  • 300 g Sojajoghurt
  • 1⁄2 TL frischer Ingwer, gehackt
  • 2 TL frische Kräuter, gehackt
  • 1 TL schwarzer Pfeffer, grob gemahlen
  • 1⁄2 TL Salz
  • 500 ml Wasser

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten mit dem Mix- stab glatt pürieren und bei Zimmertemperatur trinken.
Vata: reichlich Ingwer
Pitta: Koriander nehmen
Kapha: mit Chili würzen
Pro Person: 70 kcal, Fett 4 g ca. 5 Minuten
Ayurveda Koch Nicky Sabnis
© www.nicky-sitaram-sabnis.de
Ayurveda Koch Nicky Sabnis
vital: Für wen eignet sich die ayurvedische Küche besonders? Was bewirkt sie genau?
Nicky Sabnis: Ayurveda eignet sich wirklich für jedermann – für Kinder und Erwachsene bis ins hohe Alter. Diese Ernährungsweise bewirkt nach kurzer Zeit eine bessere Verdauung, mehr Energie und Wohlbefinden im Körper.
Kennen Sie Tipps, die die Umstellung auf ayurvedische Ernährung erleichtern?
Nicky Sabnis: Ich empfehle eine schrittweise Einführung in den Alltag. Der größte Aufwand besteht darin, sich die einzelnen Eigenschaften von Gewürzen und Lebensmitteln je nach Konstitutionstyp zu merken. Legen Sie sich eine Liste an. Versuchen Sie am Anfang, ein- oder zweimal in der Woche ayurvedisch zu kochen. Es geht nicht darum, etwas möglichst Exotisches zu kochen.

Nicky Sitaram Sabnis gibt Ayurveda-Kochseminare auf der Fraueninsel im Chiemsee und hat zahlreiche Ayurveda-Kochbücher verfasst

Darf ich weiterhin Brot und Brötchen zum Frühstück oder abends essen?
Nicky Sabnis: Klar. In der ayurvedischen Küche wird Brot aber nicht als Grundnahrungsmittel betrachtet. Das Frühstück ist meist warm und schmeckt oft auch würzig.
Wie wichtig ist es, sich seinem Konstitutionstyp entsprechend zu ernähren?
Nicky Sabnis: Verwechseln Sie den Konstitutionstyp nicht mit einer medizinischen Diagnose! Im westlichen Kulturkreis neigt man zu Gebots- und Verbotslisten. Wichtig ist bewusstes Essen und dabei zu spüren, wie Gewürze oder Gemüse wirken – ob sie den Körper belasten oder ihm Energie schenken.
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